Doctor Who 15x04

Doctor Who 15x04

In der Folge „The Well“ der UK-Serie „Doctor Who“ geht es in die ferne Zukunft und auf einen unwohnlichen Planeten. Was wurde aus der Minenkolonie?

Caoilfhionn Dunne; Varada Sethu und Ncuti Gatwa in der Episode „The Well“ der Serie „Doctor Who“
Caoilfhionn Dunne; Varada Sethu und Ncuti Gatwa in der Episode „The Well“ der Serie „Doctor Who“
© BBC One, Disney+

The Well

Auch die Episode The Well (deutscher Titel:„Ruf der Tiefe“) der britischen Serie Doctor Who knüpft nahtlos ans letzte Abenteuer Lux an, womit sich die Vermutung einer kontinuierlichen Staffelgeschichte - ohne Off-screen-Abenteuer vom Doctor (Ncuti Gatwa) und Belinda (Varada Sethu) - allmählich bestätigt. Die Heimreise bleibt Belinda weiterhin verwehrt, also gilt es, einen weiteren „Vindicator“ aufzustellen.

Dieses Mal 500.000 Jahre in der Zukunft, in der unser Doctor und seine Begleiterin nach einer Actionsequenz auf dem Planeten „6-7-6-7“ ankommen und zusammen mit der Einsatzgruppe von Shaya Costallion (Caoilfhionn Dunne) herausfinden müssen, was mit der dortigen Minenkolonie passiert ist.

Der Planet ist lebensunfreundlich und das Szenario sehr düster. Die Bewohner der Kolonie, die das sogenannte „Carbon 46“ abbauen, sind bis auf die taube Köchin Aliss Fenly (Rose Ayling-Ellis) allesamt tot. Entweder wurden sie erschossen oder jeder Knochen in ihrem Körper wurde gebrochen. Im Herzen der Kolonie befindet sich ein Brunnen, der kilometertief in den Planeten reicht und die Vermutung liegt nahe, dass irgendetwas daraus emporgestiegen ist, wenngleich die Chance auf etwas Lebendiges verschwindend gering ist. Panik bricht schließlich aus, als vereinzelte Gruppenmitglieder hinter Aliss etwas gesehen haben wollen.

Dieses Etwas, welches wir Zuschauer nie zu sehen bekommen, erweist sich als äußerst tödlich. Der Doctor und Belinda haben nun alle Hände voll zu tun, damit sich die Einsatzgruppe nicht gegenseitig an den Kragen geht und vor allem Aliss irgendwie gerettet werden kann.

Jetzt das Angebot von Disney+ entdecken (Affiliate-Link)

Aliens lässt grüßen

Wo hat sich das Alien versteckt?
Wo hat sich das Alien versteckt? - © BBC One, Disney+

Das gesamte Szenario erinnert zunächst deutlich an den zweiten Alien-Film (1986) - Minenkolonie, unwirtlicher Planet, eine Überlebende und mindestens ein unheimliches Monster - schlägt aber doch eine andere Richtung ein, je weiter die Story voranschreitet. Der Doctor stellt schließlich eine Verbindung zum Abenteuer Midnight (deutscher Titel:„Geisterstunde“) her, die dem einen oder anderen Zuschauer sicher noch im Gedächtnis ist - zählt sie doch zu einer der besten Folgen der Ära von David Tennant als Doctor und stammt ebenfalls aus der Feder von Russell T. Davies.

Das Monster mag sich ein wenig verändert haben, aber nach etwa 400.000 Jahren ist das weniger verwunderlich. Mir hat es jedenfalls gefallen, dass die alte Geschichte erneut aufgegriffen und fortgesetzt wird.

Aliss: Hinter dir!
Aliss: Hinter dir! - © BBC One, Disney+

Wobei die Fallhöhe bei The Well natürlich entsprechend hoch ist und ich mir mitunter auch die Frage gestellt habe, wie geeignet diese Episode für die jüngeren Zuschauer ist. Schließlich kommt es eher selten vor, dass so viele Figuren im Verlauf des Abenteuers ihr Leben lassen müssen. Aber es steht nicht die Gewalt im Vordergrund, sondern vielmehr der Umgang miteinander und die Frage, wie man das Problem in den Griff bekommen kann.

In dieser Hinsicht lässt sich der Cast auch nur loben, denn selbst Cassio (Christopher Chung), der dem Doctor gegenüber von Beginn an kritisch gegenübersteht und ihm nicht vertrauen will, bleibt als Figur nachvollziehbar - selbst, wenn wir Zuschauer uns über sein Verhalten aufregen können. Weiterhin hat mir die Geschichte um die taube Aliss gefallen, deren Gehörlosigkeit gekonnt eingeflochten wird und später auch erklärt, weshalb sie die einzige ist, die dem Monster hinter ihr (und dessen Geflüster) widerstehen konnte.

Es bleibt diese Woche jedenfalls durchgehend spannend und unheimlich. Selbst am Ende wissen wir nicht, ob das Monster nicht doch sein Ziel erreicht hat, obwohl Shaya sich für die anderen geopfert hat. Und auch wenn wir in diesem Fall davon ausgehen können, dass Belinda dem Doctor noch für mehrere Abenteuer zur Verfügung steht, mussten wir doch um sie bangen und konnten uns nicht ganz sicher sein, wie es für sie endet.

Zuletzt sei noch erwähnt, dass sich dieses Monster erneut wunderbar in die Reihe der fantastischen Gegenspieler einreiht, die wir seit dem Toymaker (Neil Patrick Harris) gesehen haben. Vielleicht vermisst ja jemand inzwischen die Daleks, die Cybermen oder den Master, aber ich finde es noch immer erfrischend, wenn die bekannteren Gegner des Doctors auf der Ersatzbank verweilen, während unser Showrunner sich einzelne Gegner wie die Midnight-Kreatur rauspickt, um eine gekonnte Fortsetzung abzuliefern.

Belinda und der Doctor

Es sieht ganz danach aus, als wenn Belinda langsam auf den Geschmack gekommen ist, was die Reisen und Abenteuer mit unserem Doctor angehen. Kein Wunder, darf sie doch Momente und Aussichten (neben der Garderobe des Doctors) genießen, von denen wir nur träumen können. Aber die Sorgen um ihre Eltern bleiben erhalten und sie darf sich zu Recht fragen, ob der Doctor sein Versprechen überhaupt einhalten kann. Denn es stellt sich heraus, dass in der fernen Zukunft niemand etwas von der Erde oder der menschlichen Rasse gehört hat, obwohl unser Doctor darauf besteht, dass die Menschheit in den Weltraum vorgedrungen und allseits bekannt ist - auch 500.000 Jahre in der Zukunft.

Für die aktuelle Staffelgeschichte bedeutet das nichts Gutes. Es muss etwas passiert sein - vermutlich im Mai 2025 - was die Geschichte der Menschheit verändert hat. Belindas Vermutungen zu Beginn dieses Abenteuers sind da nicht unbedingt verkehrt. Denn die Tatsache, dass das TARDIS nicht zum gewünschten Datum heimreisen kann, muss einen Hintergrund haben. Das sollte auch unser Doctor erkennen und sich vielleicht langsam an das Datum herantasten, welches nicht erreichbar ist?

Schließlich spricht nicht viel dagegen, eine oder zwei Wochen vor dem 24. Mai 2025 anzukommen und mit ein wenig Abstand die Lage auszuloten. Klar, es besteht das Risiko, in die eigene Vergangenheit hineinzustolpern. Aber mit etwas Vorsicht sollte es dennoch möglich sein, sich an das vermeintliche Problem heranzutasten, oder was meint ihr? Vielleicht ein besserer Plan als die Vindicatoren...

Was den Doctor angeht, bin ich auch diese Woche wieder begeistert. Ja, es fließen erneut ein paar Tränen, als er dem Geflüster des Monsters zuhört, aber irgendwie schafft Ncuti Gatwa es immer wieder, mich da mitzureißen. Auch wenn wir hierbei nicht erfahren, was ihm gesagt wurde. Und ohne jetzt darauf herumreiten zu wollen, kommt dieser Doctor bei mir auch in allen anderen Szenen an.

Die Begeisterung fürs Abenteuer, dieses Verlangen, ein positives Ergebnis herbeizuführen, auch wenn die Chancen dagegen sprechen - das alles ist ansteckend und macht für mich einen guten Time Lord aus. Ja, es mag voreilig sein, Versprechen zu geben, die er womöglich nicht einhalten kann. „I can. I will. I do.“ - aber ich glaube ihm, wenn er diese Worte von sich gibt.

Trotz der hohen Verluste, die es in dieser Woche zu beklagen gibt, kann er Belinda (wenn auch nur knapp) retten und ins nächste Abenteuer führen. Ganz nebenbei präsentiert er ihr auch noch eine weitere Eigenschaft der TARDIS (Übersetzung) und das „Psychic paper“, welches zu Beginn der Mission verhindert, dass beide als Fremdkörper von Shayas Truppe betrachtet werden. Insofern bin ich sehr zuversichtlich, dass unseren beiden Helden das Rätsel um den 24. Mai 2025 lösen werden.

Mrs Flood

Mrs Flood wurde befördert.
Mrs Flood wurde befördert. - © BBC One, Disney+

Keine Folge ohne Mrs Flood (Anita Dobson). Dieses Mal in Form einer anderen Figur, was das Rätsel um ihre Person nur steigen lässt. Wer ist sie und weshalb kann sie in der Vergangenheit und der Zukunft auftreten? Vermutungen dazu hatte ich bereits im letzten Review geäußert und wäre auch diese Woche wieder gespannt auf eure Vermutungen.

Ich hoffe allerdings, dass sie jetzt nicht die neue Susan Twist sein soll, die uns in der vorherigen Staffel ähnliche Rätsel beschert hat. Zumal wir Mrs Flood bereits aus der letzten Staffel kennen. Ich würde es daher begrüßen, wenn dieses Rätsel nicht ganz so lange mitgeschleppt wird, sondern allmählich zur Auflösung kommt.

Fazit

Auch dieses Abenteuer hat mir sehr gefallen. Düsterer als von der Serie gewohnt, eine späte Fortsetzung zu einer anderen Folge und stets spannend sowie unheimlich. Der Cast weiß zu überzeugen, die Handlung scheint kontinuierlich voranzugehen und insgesamt macht diese Staffel schon sehr viel Spaß. Von mir gibt es erneut vier von fünf Sternen. Und von Euch?

Verfasser: Christian Schäfer am Montag, 28. April 2025
Episode
Staffel 15, Episode 4
(Doctor Who 15x04)
Deutscher Titel der Episode
Ruf der Tiefe
Titel der Episode im Original
The Well
Erstausstrahlung der Episode in Großbritannien
Samstag, 26. April 2025 (BBC One)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Samstag, 26. April 2025
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Samstag, 26. April 2025
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Samstag, 26. April 2025
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Samstag, 26. April 2025

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?