Doctor Who 13x07

© oster zur Folge Eve of the Daleks der Serie Doctor Who (c) BBC
Eve of the Daleks
Drei Neujahrsspecial, dreimal Daleks bei der Serie Doctor Who. Ob die Erzfeinde des Doctors (Jodie Whittaker) dieses Mal mehr Erfolg haben werden? Überraschenderweise ja, denn es dauert nicht lange, ehe die Gastfiguren Sarah (Aisling Bea) und Nick (Adjani Salmon) exterminiert werden, dicht gefolgt vom Doctor, Yas (Mandip Gill) und Dan (John Bishop). Autor und Noch-Showrunner Chris Chibnall probiert sich an einem Cold Open, welches uns den Boden unter den Füßen wegziehen soll. Die Überraschung hält allerdings nicht lange an. Um genau zu sein, maximal für die Dauer der Opening Credits, denn spätestens dann wird klar, dass unsere Protagonisten in einer Zeitschleife festsitzen. „Und täglich grüßt das Murmeltier…“ oder auch: „Groundhog Day“, wie Dan an einer Stelle bemerkt.
Nachdem die Prämisse geklärt ist, gilt es für Sarah, Nick und Team TARDIS, einen Ausweg zu finden. Dabei agieren nicht alle Figuren auf der gleichen Wellenlänge, sondern müssen im Verlauf des Abenteuers zusammenfinden und als ein Team agieren. Doch die Zeit drängt, denn die Zeitschleifen werden immer kürzer und war es anfangs noch ein Dalek, den aus auszutricksen galt, nimmt die Anzahl der wieder leicht neu designten Salzstreuer schnell zu.
Nachdem die Flux-Geschichte mit Chapter Six: The Vanquishers beendet wurde und den Abschluss eines sechsteiligen, großen Abenteuers darstellte, geht es nun vergleichsweise klein und unspektakulärer weiter. Nicht unbedingt verkehrt, schließlich hat ein kleiner Schauplatz - hier in Form von ELF Storage, einem Lagerhaus, wo Leute wie Nick einen Raum für ihren Ramsch finden können - mit Blick auf die Prämisse einiges für sich. Während der Erkundung des mehrstöckigen Gebäudes weiß halt niemand, ob im nächsten Gang nicht plötzlich ein Dalek auftaucht oder sich bereits von hinten herangeschlichen hat. Außerdem tut es in der Tat gut, wenn Chibnall zur Abwechslung mit vergleichsweise wenigen Figuren hantiert und sich verstärkt auf die Gastdarsteller konzentrieren kann, deren Silvesterabend durch die unverhofften Besucher unterbrochen wird.
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Time Loop
Ich bin mir derweil nicht sicher, ob ich alle Regeln verstanden habe, die während der Zeitschleife aufgezeigt werden. Unsere Protagonisten können sich schnell und einfach an den letzten Loop erinnern und versuchen entsprechend, ihre Chancen auf ein Überleben zu verbessern. Schnell wird außerdem entdeckt, dass mit jeder neuen Schleife eine Minute fehlt und die Daleks ebenfalls dazulernen und sich anpassen, um die Schritte unserer Protagonisten vorherzusehen.
Aber stimmt die Regel, dass jemand, der innerhalb der ersten Minute nach Start einer neuen Schleife exterminiert wird, in der nächsten nicht mehr dabei ist? Sarah äußert diese Vermutung, als es um Nick nicht gut bestellt ist, hält im nächsten Loop aber selbst nicht lange durch. Ich habe die Zeit zwar nicht gestoppt, aber das dürfte kaum eine Minute gewesen sein, oder? Ähnlich sieht das mit dem Anruf der Mutter (Pauline McLynn) aus, der am Ende entscheidend sein soll, wobei das aber noch halbwegs plausibel erklärt wird.
Dennoch hat mir die Prämisse aber recht gut gefallen. Erinnert ein bisschen an Chibnalls erste Episode in der Serie (42 - Staffel drei, Folge sieben), wo ebenfalls eine Uhr tickte. Vielleicht war dieses Special auch mal als Abschluss für Jodie Whittaker als Doctor geplant? Der Auftritt von Karl (Jonny Dixon) am Ende, den wir zuletzt in The Woman Who Fell to Earth (11x01) gesehen haben, hätte jedenfalls gut dazu gepasst.
Good-hearted Weirdos
Die Folge steht und fällt allerdings mit den Figuren und da dieses Special im Vorfeld als romantische Komödie (mit Daleks) angekündigt wurde, wird auch sehr viel Wert auf Sarah und Nick gelegt, deren Romanze mit diesem Abenteuer starten soll. Der komödiantische Faktor kommt dabei ein wenig zu kurz und besteht hauptsächlich aus kleineren Peinlichkeiten, aber mit Blick auf die Prämisse dürfte es auch schwerfallen, Raum für amüsante, liebenswerte Momente einzubauen - zumal nicht selten gerannt wird. Ganz zu schweigen davon, dass weder Nick noch Sarah zu dem Personenkreis zählen sollen, der als „normal“ durchgeht.
Im Großen und Ganzen funktioniert diese Beziehung aber, die sich im Verlauf der Folge stets weiterentwickelt. Anfangs war ich da noch skeptisch und hatte meine Mühe, mit den beiden mitzufiebern oder gar in Betracht zu ziehen, dass sie irgendwann zu einem Paar werden könnten. Aber ab einem bestimmten Punkt, den ich nicht genau festmachen kann, war ich an Bord. Entsprechend stieg das Verlangen danach, Sarah und Nick dabei zuzuschauen, wie sie das Abenteuer heile überstehen und schließlich zusammenkommen.
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Bei unseren anderen good-hearted weirdos, auch bekannt als Team TARDIS, fehlen derweil prägnante Charaktermomente. Zu Beginn und bis über die Halbzeit hinaus wird hauptsächlich gerannt, während unser Doctor einen Plan ausarbeitet, Dan für Ablenkung sorgt und unser Team Sarah und Nick erst noch an Bord holen muss. Und ganz plötzlich spricht Dan Yas darauf an, dass sie dem Doctor mitteilen sollte, was sie für sie empfindet? Da habe ich in der Vergangenheit wohl etwas verpasst, denn mir wäre nie in den Sinn gekommen, dass Yas sich mehr als eine freundschaftliche Beziehung mit dem Doctor wünscht. Diese Offenbarung fällt vom Himmel und wirkt deshalb so deplatziert, weil zuvor nichts in dieser Richtung angedeutet wurde. Drei Staffeln später soll Yas jetzt ihre Gefühle für den Doctor entdecken? Nee, sorry, passt nicht.
Ich wäre jetzt nicht unbedingt gespannt darauf, ob im nächsten Special weiter darauf eingegangen wird. Die Reaktion des Doctors scheint auch eher gleichgültig oder gar unbeholfen zu sein, nachdem Dan ebenfalls ihr den Hinweis gegeben hat, dass Yas sie mag. Dabei gab es schon mehrere Begleiter mit romantischen Gefühlen für unseren Time Lord (beziehungsweise unsere Time Lady). Aber wie auch immer, auf mich wirkte diese Offenbarung aufgesetzt und deplatziert. Die darf beim nächsten Abenteuer gerne unter den Teppich fallen.
Fazit
Ich bin einigermaßen zufrieden, wenngleich dieses Special sicher nicht in meine Topliste Einzug erhalten wird. Wenn man mit Sarah und Nick erst mal warmgeworden ist und einem die Prämisse zusagt, bekommt man ein gutes Abenteuer mit zuweilen dicht gepackter Atmosphäre. Nicht immer überzeugend, was neben kleineren Mängeln insbesondere an einer Offenbarung im letzten Drittel liegt, aber unterm Strich sicher sehenswert. Ich würde dreieinhalb von fünf Sternen springen lassen. Und Ihr?
Hier abschließend noch die Vorschau zum nächsten Special „Legend of the Sea Devils“ der Serie „Doctor Who“:
Verfasser: Christian Schäfer am Montag, 3. Januar 2022(Doctor Who 13x07)
Schauspieler in der Episode Doctor Who 13x07
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?