Doctor Who 13x04

Doctor Who 13x04

In der Folge Chapter Four: Village of the Angels der UK-Serie Doctor Who wird die TARDIS ins Jahr 1967 katapultiert. In Medderton ist ein Mädchen verschwunden, der Friedhof hat einen Grabstein zu viel und sobald ein Engel auftaucht, sollte man das Weite suchen.

Weeping Angel, (c) BBC One
Weeping Angel, (c) BBC One
© eeping Angel, (c) BBC One

Chapter Four: Village of the Angels

Maxine Alderton schwingt diese Woche zusammen mit Chris Chibnall die Feder und das Resultat kann sich echt sehen lassen. Mir hat ja Aldertons The Haunting of Villa Diodati ausgezeichnet gefallen, womit meine Erwartungen an diese Episode ohnehin ein wenig höher ausfielen (außerdem sind die Weeping Angels als Gegner generell nie verkehrt). Chapter Four: Village of the Angels kommt zwar aus unterschiedlichen Gründen nicht ganz an die volle Punktzahl heran, ist aber bis dato die beste Folge der 13. Staffel.

Team TARDIS hat sich letzte Woche ein Engelchen an Bord geholt, welches jetzt das Ruder übernimmt. Zwar kann unser Doctor (Jodie Whittaker) den ungewünschten Steuermann entfernen, aber wo die TARDIS nun gelandet ist, bleibt für unsere Insassen zunächst noch ungewiss. Naja, nicht ganz, denn in der Einführung haben wir bereits Szenen vom 21. November 1967 erhalten, wo ein gewisser Professor Eustacius Jericho (Kevin McNally) unsere länger vermisste Claire Brown (Annabel Scholey) untersucht, die zuletzt in der Auftaktfolge Chapter One: The Halloween Apocalypse gesichtet wurde, sich nun zu einem wesentlichen Bestandteil der Staffel aufschwingen soll und auch direkt die Aufmerksamkeit unseres Doctors beziehungsweise des Sonic Screwdrivers findet.

Yas (Mandip Gill) und Dan (John Bishop) werden derweil durch das ältere Ehepaar Gerald (Vincent Brimble) und Jean (Jemma Churchill) auf das spurlose Verschwinden der 10jährigen Peggy (Poppy Polivnick) aufmerksam gemacht, womit Yas ihren Polizeiinstinkten folgt. Mysteriös geht es bei Reverend Shaw (Alex Frost) und Mrs. Hayward (Penelope McGhie) zu, die sich uneins über die Anzahl der Grabsteine des dörflichen Friedhofs sind. Außerdem gibt es ein paar Neuigkeiten zu Bel (Thaddea Graham), die auf Namaca (Balke Harrison) trifft und noch immer auf der Suche nach Vinder (Jacob Anderson) ist, aber auf andere - uns bekannte - Figuren in der Post-Flux-Welt trifft.

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Meine Kritikpunkte halten sich diese Woche in Grenzen, denn abgesehen davon, dass Yas und Dan sich (mehr oder weniger) auf der zweiten Bank wiederfinden und bei den Engeln verstärkt mit den etablierten „Regeln“ gespielt wird, ist die Folge ein großer Schritt nach vorne, bringt verstärkt Licht ins Dunkle und ist obendrein wegen der Effekte noch sehr nett anzusehen.

Demons to some, Angels to others

Zugegeben, die Überschrift stammt aus „Hellraiser“ (1987), aber irgendwie erscheint sie mir doch stimmig. Denn Medderton wird von Dämonen heimgesucht, die sich stets in Engelsgestalt offenbaren und das kleine Dorf (wie wir im weiteren Verlauf sehen) aus der Realität geradezu herausreißen. Wir wissen bereits, dass jeder Auftritt eines Weeping Angels ein böses Omen ist. Hier tauchen sie in der Überzahl auf, manifestieren sich auf unterschiedliche Art und Weise, löschen zahlreiche Leben aus und bescheren uns Zuschauern zunehmend Gruselmomente, wie wir sie aus vergangenen Episoden kennen.

Aber Moment, ein Engel scheint anders zu sein. Denn der Engel, der in Claire steckt, ist auf der Flucht vor seinen Artgenossen, die der mysteriösen „Division“ angehören und die Jagd auf ihn eröffnet haben. Dieser eine Engel hat alle Erinnerungen an das frühere Leben des Doctors parat, könnte somit lösungsweisend sein und alles offenbaren, was unser Doctor wissen muss, um endlich eine echte Chance gegen Swarm (Sam Spruell) und Azure (Rochenda Sandall) zu haben.

Ungeachtet des verdammt beunruhigenden Cliffhangers wird uns hier ein Lösungsansatz für den Gedächtnisverlust des Doctors geboten, der es in sich hat. Aber vielleicht war das alles auch nur eine Falle für unseren Doctor und Claires persönlicher Engel hat gelogen? Ein Punkt, der die Angelegenheit unheimlich spannend macht und abgesehen vom präsentierten Gruselfaktor um die Engel zum Nagelkauen einlädt.

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Peggy

Yas und Dan erleben eine eigene Nebenhandlung, sobald es gilt, Peggy zu finden. Unter der Leitung von Yas starten die Ermittlungen, werden aber relativ schnell von einem Engel unterbrochen, was beide Figuren in das Jahr 1901 weiterleitet. Dort finden sie auch Peggy und wie wir von Claire bereits wissen, sind im Jahr 1901 und im Jahr 1967 alle Einwohner des Dorfes verschwunden. Das ist Teil der größeren Handlung, die mit den Engeln verknüpft ist, aber mit Blick auf das große Bild leider nicht besonders viel Sinn ergibt.

Der Punkt ist einfach, dass wir anhand von Rory (Arthur Darvill) bereits sehen konnten, wie die Engel ihre Opfer ausnutzen. Was unseren Protagonisten passiert, ist mit den Abenteuern der Vergangenheit oft nicht vereinbar, selbst wenn die Motivation der Engel sich hier geändert haben sollte (weil „Division“ und so). Beispielsweise ist Gerald jetzt nicht gerade eine sympathische Figur und endet entsprechend (Jean hätte ich schon eher ein glückliches Ende gegönnt). Aber wie das passiert, ist halt nicht stimmig. Eine einfache Berührung eines Engels hat noch nie jemanden in den Tod befördert, sofern nicht geblinzelt wird, aber bei Gerald ist der „zweite Kontakt“ tödlich? Äh, nee, passt nicht. Ich stehe zwar nicht abgeneigt diversen Erweiterungen gegenüber, aber generell zielen die Engel eher darauf ab, ihre Opfer in die Vergangenheit zu befördern, um das wie bei Rory auszukosten. Das soll jetzt aber nur ein kleiner Kritikpunkt sein, denn dem Gruselfaktor ist diese Veränderung natürlich nicht abträglich.

Gefallen hat mir kurioserweise der Twist um Peggy, die sich als jüngere Version von Mrs. Hayward offenbart. Das war einer der Momente, wo sich ein größeres Ganzes ergibt beziehungsweise hätte ergeben können. Denn blöderweise hat Mrs. Hayward bloß die Rolle, den Reverend zum Zählen der Grabsteine zu bewegen und damit seine Konfrontation mit einem Engel auszulösen - vom Reverend hören wir übrigens nie wieder etwas, warum? Sollten wir ihn nicht auch im Jahr 1901 antreffen? Die Geschichte von Peggy beziehungsweise Mrs. Hayward zeigt andererseits aber auf, dass die Engel nach wie vor daran interessiert sind, ähnlich wie bei Rory vorzugehen.

Diese Nebengeschichte weist leider ein paar Lücken auf und könnte konsistenter wirken, ist aber dennoch interessant und steuert zum großen Ganzen bei. Ein weiterer Kritikpunkt ist aber, dass Yas und Dan sich verstärkt in der Beobachter-Rolle wiederfinden und nicht sehr viel zur Lösung beitragen können. Ebenfalls nicht sonderlich schlimm, aber doch auffällig.

Bel

Eine weitere Nebenhandlung betrifft Bel, die sich noch immer auf der Suche nach Vinder befindet und diese Woche auf Namaca trifft. Der kann ihr zwar nicht sagen, wo Vinder ist, aber immerhin auf ein Ereignis zuführen, was uns ein Wiedersehen mit Azure und dem mysteriösen Passenger (Jonny Mathers) beschert.

Womit wir einen Einblick erhalten, was denjenigen bevorsteht, die den Flux überlebt haben. Und das sind keine guten Aussichten, wie wir letzte Woche bereits erfahren haben. Glücklicherweise weiß Bel bereits, was den nach Erlösung Suchenden bevorsteht und kann zumindest Namaca vorerst retten. Die große Frage bleibt aber, ob die Ereignisse, die wie unter anderem durch Vinder bereits gesehen haben und sich auf das gesamte Universum auswirken, vielleicht noch umgekehrt werden können.

Außerdem will ich schon gerne sehen, wie Bel und Vinder sich wiederfinden. Da ist die Szene im Abspann auch sehr erfreulich, wo Vinder sich blickenlässt und auf Namaca trifft, der ihn zu einer Botschaft von Bel führt. Möge seine Suche erfolgreich sein und zu einem verdienten Happy End führen.

Fazit

Nachdem ein paar der Standard-Gegner letzte Woche sporadisch mal angeführt wurden, können die weinenden Engel diese Woche auftrumpfen und bescheren uns eine spannende wie gruselige Episode, die sich mit Leichtigkeit als vorerst beste der Staffel entpuppt. Als Einzelfall vielleicht weniger gut, denn es gibt durchaus ein wenig Kritik. Aber mit Blick auf die größere und einzige Geschichte dieser Staffel mitunter lösungsweisend, spannend und auf das größere Ganze fokussiert. Der Cliffhanger ist auch nicht von schlechten Eltern. Von mir gibt es diese Woche viereinhalb von fünf Sternen. Und von Euch?

Hier die Vorschau auf Chapter Five: Survivors of the Flux:

Verfasser: Christian Schäfer am Dienstag, 23. November 2021

Doctor Who 13x04 Trailer

Episode
Staffel 13, Episode 4
(Doctor Who 13x04)
Deutscher Titel der Episode
Aliens in London (1)
Titel der Episode im Original
Chapter Four: Village of the Angels
Länge der Episode im Original
45 Minuten
Erstausstrahlung der Episode in Großbritannien
Sonntag, 21. November 2021 (BBC One)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 31. Januar 2023

Schauspieler in der Episode Doctor Who 13x04

Darsteller
Rolle
Mandip Gill

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