Doctor Who 12x10

Doctor Who 12x10

Mit der Folge The Timeless Children endet die zwölfte Staffel der UK-Serie Doctor Who. Die Cybermen sind auf dem Vormarsch, der Doctor schlägt sich mit einem (anderen) Erzfeind herum und die Begleiter müssen ums nackte Überleben kämpfen. Ob das gut ausgeht?

Szenenbild der Doctor-Who-Episode The Timeless Children (c) BBC One
Szenenbild der Doctor-Who-Episode The Timeless Children (c) BBC One
© zenenbild der Doctor-Who-Episode The Timeless Children (c) BBC One

The Timeless Children

Erst letzte Woche hatte ich ein kleines Zitat vom Master (Sacha Dhawan) vor dem eigentlichen Text platziert: „Be afraid, Doctor. Because everything is about to change... forever“ - nur einer der Cliffhanger von Ascension of the Cybermen, aber mit Sicherheit jener, welcher am neugierigsten auf das Finale der Staffel machte.

Jetzt ist The Timeless Children gelaufen und mein erster Eindruck ist doch relativ ernüchternd, obwohl die Folge durchaus ihre Momente hat. Letztere sind allerdings eher spärlich vertreten und können nicht darüber hinwegtäuschen, dass hauptsächlich der Erklärbär in Form des Masters dominiert, während unser Doctor (Jodie Whittaker) die meiste Zeit unter seiner Fuchtel verbringt und selbst die Cybermen unter der Führung von Ashad (Patrick O'Kane) zur zweiten Geige werden. Da bleiben „nur“ Graham (Bradley Walsh), Ryan (Tosin Cole) und Yas (Mandip Gill) sowie diverse Gastfiguren in den Nebenhandlungen wirklich interessant (sofern sie am Leben bleiben) und halten die Spannung hoch, denn ebenjene stecken gewaltig in der Klemme und müssen fortwährend ums Überleben kämpfen, während unser Doctor „bloß“ belehrt wird und erst gegen Ende wieder stärker zur Geltung kommt.

Dennoch bemerken wir durchgehend, dass der Autor Chris Chibnall sich darum bemüht, die nötigen Erklärungen im Finale abzuliefern. Erklärungen zu den gesetzten Erzählpunkten wie dem „Timeless Child“, dem Master, der unbekannten Inkarnation des Doctor (Jo Martin), der gegenwärtigen Lage auf Gallifrey, dem Cyberium und vielem mehr. Aber wie heißt es so schön? „Er war stets bemüht“ - was eben keine wirklich positive Bedeutung hat. Es gibt natürlich Antworten auf viele Fragen, das lässt sich nicht bemängeln.

Gleichzeitig bleiben aber auch viele Fragen unbeantwortet und selbst die Antworten, die geliefert werden, kommen nicht gerade in einer spannenden Form daher, sondern werden vielmehr in Monologen vom Master abgeliefert.

Zugegeben: Dafür geht es in die „Matrix“ der Time Lords, womit es visuelle Unterstützung gibt. Aber ganz ehrlich: Abgeholt hat mich das jetzt nicht. Und wer ist überhaupt Tecteun (Seylan Baxter)?

Kanon

Der Kanon ist heilig, der Kanon ist gültig und darf niemals missachtet werden, wenn die (Alt-)Fans einer Serie nicht auf die Barrikaden gehen sollen. Mit anderen Worten könnte ich jetzt auch schreiben, dass der sogenannte Fanservice immer beachtet werden sollte, weil Kanon und Fanservice im Grunde genommen das Gleiche sind oder zumindest in dieselbe Kerbe schlagen. In beiden Fällen wurde etwas etabliert - ob nun in Bezug auf Figuren, Geschehnisse oder sonst was - und der Langzeitzuschauer möchte gerne, dass sich daran orientiert wird, alte Dinge wieder aufgegriffen werden, alte Ereignisse eine Rolle spielen, diverse Figuren zurückkehren und so weiter und so fort. Wehe dem, der neue Wege einführt, Vorgeschichten verändert oder gar Geheimnisse entmystifiziert.

Chris Chibnall begibt sich hier in tiefe Gewässer und rüttelt an der Herkunft der Time Lords. Mehr noch, da unser Doctor als „Timeless Child“ identifiziert wird und womöglich schon tausende von Inkarnationen hatte (es existiert kein Limit!), wird auch an dem gerüttelt, was bislang über unsere Hauptfigur bekannt (und eben Kanon) war. So was ist gefährlich und sorgt schnell für ein gespaltenes Publikum - ich glaube, Marken wie „Star Wars“ oder „Star Trek“, bei denen sich in den letzten Jahren Ähnliches abspielte, brauche ich dafür auch gar nicht weiter erwähnen...

Szenenbild der Doctor-Who-Episode The Timeless Children
Szenenbild der Doctor-Who-Episode The Timeless Children - © BBC One

Ist es aber jetzt ein Frevel, wenn Chibnall uns eine andere origin der Time Lords zeigt und dem Doctor mehr andichtet, als uns bislang über sie oder ihn bekannt war? Grundsätzlich nein, weil Kanon eben nicht alles ist und sich in Bezug auf Doctor Who seit 1963 ohnehin schon vieles änderte, was auch bisweilen zu Widersprüchen führte. Das Alter des Doctor zum Beispiel ist von Widersprüchen geprägt. Der zweite Doctor (Patrick Troughton) gab es in The Tomb of the Cyberman mit 450 Jahren an, während Jon Pertwee (der dritte Doctor) von mehreren tausend Jahren sprach (Doctor Who and the Silurians oder auch The Mind of Evil) und der vierte Doctor (Tom Baker) in Pyramids of Mars etwa mal 750 Jahre nannte. Und so geht es ungefähr mit den anderen Inkarnationen dann auch weiter. Die Frage wäre, ob das Alter unseres Doctor wirklich wichtig ist oder nicht.

In meinen Augen spielt es keine Rolle, die Widersprüche sind mir egal und der Doctor weiß es vermutlich selbst nicht - womit sein Alter mehr oder weniger zum Running Gag wird. Ähnlich eben, wie die visuellen Veränderungen bei den Daleks oder Cybermen, die immer wieder einen neuen Look erhielten. Oder wie wäre es mit der Darstellung der Regeneration? Ich halte da den ersten Wechsel von William Hartnell zu Patrick Troughton für unübertroffen (hier das Video dazu: Klick) - schön schlicht und mit Blick auf den Rahmen der damaligen Zeit geradezu fantastisch. Die Feuerwerke der heutigen Zeit mögen nett sein und sind seit 2005 auch recht konsistent, aber „Who cares?

Was ich damit sagen will: Ich bin bereit, mich auf Neues und auf Veränderungen einzulassen. Kanon und Fanservice sind nicht alles und beim genaueren Hinsehen gibt es eben schon in der alten Reihe diverse Widersprüche. Wenn der aktuelle Showrunner letztlich der Meinung ist, er müsse unseren Doctor in ein anderes Licht rücken, die Herkunft der Time Lords durch eine andere Realität/Universum erklären, bin ich grundsätzlich nicht abgeneigt, mich damit anzufreunden.

Allerdings - und das mag jetzt widersprüchlich von meiner Seite klingen - finde ich es immer schade, wenn Dinge links liegen gelassen werden, die sich geradezu anbieten würden. Eine Tecteun hätte es zum Beispiel nicht gebraucht - die ist neu und überflüssig, weil mit Rassilon (zuletzt von Timothy Dalton gespielt), Omega und dem ominösen „The Other“ noch Time Lords existier(t)en, die sich eher für diese Rolle anbieten würden. Und fragt mich jetzt bitte nicht, woher „The Other“ kommt - der Time Lord, um den sich diverse Gerüchte drehen. Die Welt von „Doctor Who“ wurde stets abseits der Serie ausgebaut und erweitert, wie so manch anderes Franchise und der interessierte Fan (wie ich), kommt man dann aber auch nicht drum herum, sich ein wenig damit auseinanderzusetzen.

Der Punkt ist schlicht, dass jemand wie Rassilon oder einer der anderen sich eher angeboten hätte, die Rolle von Tecteun zu übernehmen. Ich erwarte zwar nicht, dass jeder Showrunner über alles Bescheid wissen muss, was die Serie oder andere Medien jemals hervorgebracht haben. Aber ein paar Basics wären trotzdem besser, als jetzt eine Schelte zu kassieren. Es reicht nämlich nicht, mal kurz ein paar (bekannte) Gesichter zu zeigen, wenn der aktuelle Doctor der Matrix entkommen will. So schön die Szene auch sein mag, vorherige Einsätze von derartigen Rückblicken hatten mehr Bedeutung und wurden besser in den Kontext integriert.

Womit wir auch gleich zum Doctor kommen, die ja leider über große Teile der Folge vom Master über die eigene Vergangenheit belehrt wird und zwangsweise inaktiv bleibt. Inkarnationen vor William Hartnell - dem ersten Doctor von 1963 - sind übrigens nichts Neues. Kurz recherchiert, wurde in The Brain of Morbius - ein Abenteuer vom vierten Doctor Tom Baker - bereits auf vorherige Inkarnationen verwiesen beziehungsweise diese angedeutet. Passt das zu dem, was wir seit 2005 wissen? Nein. Denn damals in besagtem Abenteuer konnten wir acht unbekannte Gesichter erblicken, die leicht unserem Time Lord zugedichtet werden können. Demnach hätte übrigens beim fünften Doctor unserer Zeitrechnung schon Schluss sein müssen, was aber nicht der Fall war...

Szenenbild der Doctor-Who-Episode The Timeless Children
Szenenbild der Doctor-Who-Episode The Timeless Children - © BBC One

Doctor Who?

Im Gegenteil: Showrunner Steven Moffat hat immer wieder mit dem Limit von zwölf Regenerationen gespielt und bekanntlich gab es mit dem „War Doctor“ (John Hurt) bereits eine uns unbekannte Inkarnation während des Time War. Zudem konnte der elfte Doctor (Matt Smith) erst regenerieren, nachdem ihm die Time Lords ein neues Pensum an Regenerationen gewährten - ähnlich übrigens, wie dem Master damals in The Five Doctors (ein Special, welches sich jeder Whovian mal gönnen sollte).

Aber warum so groß ein neues Pensum von Regenerationen in Szene setzen, wenn der Doctor nun doch beliebig regenerieren kann? Wie gesagt: Ich blicke freudig neuen Offenbarungen entgegen, aber wenn unser Doctor jetzt kein Limit an Regenerationen mehr hat und quasi beliebig regenerieren kann, fehlt da ein ganz bestimmter Faktor der Serie, aus dem zuletzt ein gewisser Moffat gut Spannung schöpfen konnte. Und Gallifrey (unwiederbringlich?) zerstört? Wer macht denn so was, wenn selbst der „Time War“ das nicht zustande brachte?

Doctor Who mag generell grenzenlos sein, was die Möglichkeiten angeht. Dennoch hat sich die Serie eigene Grenzen gesteckt und eine davon ist eben die Möglichkeit der Regeneration, die stets limitiert wurde. Fällt die weg, dann fällt auch etwas von der Serie weg und das ist nicht nur schade. Ähnlich wie die Zerstörung Gallifreys durch den Master ein No-Go darstellt, was ohnehin noch Fragen aufwirft, von denen keine - wirklich keine - beantwortet wird.

Aber kurz zurück zum Doctor. Mir hat gefallen, wie sie sich aus der Matrix befreien konnte. Mir hat gefallen, dass sie sich dem Master stellt und bereit ist, das eigene Leben aufs Spiel zu setzen. Aber am meisten hat mir gefallen, dass sie zuvor die Begleiter in Sicherheit wissen will - denn das ist genau das, was den Doctor ausmacht. Die Unschuldigen beschützen, so gut es geht, und notfalls in Erwägung ziehen, sich selbst zu opfern - nicht unbedingt neu mit Blick auf die alte Reihe. Dass Ko Sharmus (Ian McElhinney) oder irgendjemand anderes einschreitet, ließ sich zwar erwarten, aber der Wille ist hier das, was zählt.

Leicht betrübt hat mich nur, dass der Master an der Stelle wieder alles als seinen Plan auslegt und sich als Sieger wähnt, falls der Doctor die (oder den) „Death Particle“ loslässt. Aber zum Master kommen wir im nächsten Absatz, hier geht es um den Doctor.

Und ja, Jodie Whittaker bekommt endlich ihren großen Moment und darf der Matrix entkommen. Als sie dem versteckten Rat von Jo Martin aka der unbekannten Inkarnation folgt, ist das schon ein guter Gänsehautmoment. Nicht so groß wie das hier, aber doch ganz im Sinne des Doctor. Von solchen Momenten in Zukunft gerne mehr, denn so was erzielt Wirkung und lässt das „Who“-Feeling aufkommen.

Der letzte Punkt wäre hier der Cliffhanger zum nächsten Special. Ohne wäre besser gewesen, zumal direkt die Frage aufkommt, wie die Judoon da vor Ort sein können. Aber okay, es ist so und so lässt sich das nächste Special mit Spannung erwarten. Dennoch: Ein kurzer Besuch bei den Begleitern (der neuen Familie des Doctor) wäre besser gewesen - ich mag einfach Happy Endings.

Begleiter und so

Letzte Woche hatte ich mich noch über die Randfigur Bescot (Rhiannon Clements) beschwert, diese Woche springt sie direkt über die Klinge. Nicht unbedingt schwer zu erraten, was sicher als Minuspunkt gewertet werden kann, weil dieses Ableben keinen Zuschauer kümmert. Okay, es kümmert uns schon, aber da wir die Figur kaum kennen, ist dieser Verlust leider verschmerzbar und spielt insofern keine große Rolle. Andere Figuren, wie zum Beispiel die Begleiter des Doctor, Ethan (Matt Carver), Ravio (Julie Graham) oder gar Yedlarmi (Alex Austin) sind uns da schon wichtiger und laden eben mehr zum Mitfiebern ein.

Szenenbild der Doctor-Who-Episode The Timeless Children
Szenenbild der Doctor-Who-Episode The Timeless Children - © BBC One

Ohne groß auf die Handlungen eingehen zu wollen, von denen es zunächst zwei gibt, die später zu einer werden, kann ich aber ohne Zweifel sagen, dass sie mich abgeholt haben. Ob nun Ryan mit Ko Sharmus und Ethan den Cybermen entgegentreten muss oder ob Yas, Graham, Ravio und Yedlarmi vom Schiff aus einen Fluchtweg einschlagen müssen - der Überlebenskampf ist stark umgesetzt und für mich das eigentliche Highlight der Folge. Gewöhnliche Leute eben, die sich einer absonderlichen Bedrohung gegenübersehen und den Mut fassen, dieser zu entkommen oder gar, diese zu bekämpfen. Dass es im Anschluss noch nach Gallifrey geht, um den Doctor zu retten, ist das i-Tüpfelchen der Handlung und der ultimative Beweis, dass unser Doctor eine Familie hat, die sich um sie kümmert und in allen Situationen bereit ist, beizustehen. Familie eben.

Abseits davon hat mich die Szene mit Graham und Yas berührt. Die kommt quasi aus dem Nichts, aber endlich unterhalten sich zwei Begleiter mal und geben sich gegenseitig (falls man aus Yorkshire kommt) den nötigen Respekt füreinander. So was bitte in der nächsten Staffel (sofern die Begleiter dann auch mit an Bord sind - ist das schon bestätigt?) öfter bringen. Also, Gespräche zwischen den drei Begleitern. Denn ein ganz großes Manko der zwölften Staffel ist es letztlich, dass die Begleiter sich untereinander kaum noch austauschen.

Derweil muss Ryan zur Waffe greifen und möchte das aber nicht wirklich. Seine „Call of Duty“-Einstellung aus The Ghost Monument ist offenbar vollends verschwunden. Ob das nun in of character oder doch out of character ist, sei mal so dahingestellt. Aber ein wenig wundern dürfen wir uns schon.

Letztlich winkt aber allen Begleitern das traute Heim und den relevanten Gastfiguren (mit Ausnahme von Ko Sharmus) ein Happy End. Wie gesagt: Alles, was sich um diese Figuren dreht und auch (und vor allem) die Bereitschaft, dem Doctor beizustehen, machen auf mich einen guten bis sehr guten Eindruck. Gerne mehr davon!

Master of None

Kommen wir nun zum Antagonisten schlechthin. Der Master mastert seinen Plan aus, Sacha Dhawan ist voll in der Rolle drin und hat größtenteils die Oberhand über unseren Doctor, die über weite Teile der Folge belehrt wird und sich kaum dagegen wehren kann. Da treffen zwei alte Erzfeinde aufeinander und das Böse hat scheinbar gesiegt, wird mit jeder Minute mächtiger, um sich schließlich einem alten Mann und dem sicheren Tod gegenüberzusehen.

Relativ positiv sehe ich tatsächlich, dass der Master sich (mal wieder) überschätzt. Unserem Doctor den „Death Particle“ zukommen zu lassen, war schlicht blöd, auch wenn die Worte des Masters uns was anderes weismachen wollen. Überhaupt hätte er unseren Doctor bei der ersten Gelegenheit abservieren müssen, um am Ende nicht als Dümmling dazustehen. Aber, wie Bösewichte es eben so machen, wollen sie ihre Opfer erst brechen, bevor sie sie kaltmachen. Dass das nach hinten losgehen muss - erst recht, wenn man dem Guten eine mächtige Waffe in die Hände reicht - war abzusehen. Okay, der Master ist wahnsinnig, was sich auch in der Verkleinerung von Ashad widerspiegelt, bei welcher der „Death Particle“ bereits eine Wirkung hätte haben können. Aber Wahnsinn heißt eben nicht gleich dumm und ab dem Auftritt von Ko Sharmus hätte der Master schlicht anders reagieren müssen, um seiner Rolle gerecht zu werden.

Aber wie wird man der Rolle gerecht? Sacha Dhawan macht fraglos einen guten und überzeugenden Job, wenn es um den Master geht. Sein Wahnsinn ist spürbar, sein Verlangen als Herrscher über alles ebenso und sein Plan, bei dem er Ashad aus dem Weg räumt, sich das Cyberium einverleibt und eine Cybermen-Armee mit regenationsfähigen Time Lords aufstellt, soll uns vermitteln, dass bald aller Tage Abend ist. Gut gespielt und gut inszeniert, bis das dicke Ende kommt...

Szenenbild der Doctor-Who-Episode The Timeless Children
Szenenbild der Doctor-Who-Episode The Timeless Children - © BBC One

Und was sagt uns das Ende? Der Master ist tot. Keine Möglichkeit zur Rückkehr. Mit ihm sterben aber auch gleichzeitig die Antworten auf diverse Fragen. Beispielsweise, weshalb Missy (Michelle Gomez) keinen Eindruck auf den nächsten Master hinterließ oder wie es überhaupt zu Dhawans Inkarnation kommen konnte. Wie konnte er den Kasaavin entkommen? Weshalb führt das Portal jetzt nach Gallifrey? Wie konnte er Gallifrey vernichten? Oder die Time Lords, die ja auch regenerieren können? Wie blöd muss man sein, um sich mit den Cybermen einzulassen? Fragen ohne Ende, die keine Antworten erhalten werden.

Und falls der Master doch noch mal auftaucht, darf sich jetzt jeder darüber beschweren. Denn ein endgültigeres Ende kann man sich kaum vorstellen. Gleiches gilt übrigens auch für Gallifrey - der Planet ist jetzt tot, die Time Lords Geschichte. Es gibt nur noch den Doctor, das zeitlose Kind, womit die Serie schon eine bedeutende Wende erlebt - denn niemand zuvor hat sich je getraut, etwas so Endgültiges zu machen. Es gab stets Schlupflöcher für alles, egal, wie alternativlos die Lage wirken sollte.

Cyberium und Cybermen

Wer bis hierhin gelesen hat, will sicher auch noch wissen, wie meine Gedanken zu den Cybermen und dem Cyberium aussehen. Ich schreibe es mal so: Ashad war bis zu dieser Folge eine interessante Figur, musste um das Cyberium kämpfen und hat es bekommen, konnte letzte Woche noch Furcht und Schrecken auslösen, wird aber leider für den Master auf die zweite Bank degradiert und erhält ein unverdientes Ende. Ernsthaft: Ashad hatte großes Potential, um auch in Zukunft dem Doctor entgegenzuwirken und die Cybermen mal völlig neu aufzustellen. Mit der Miniaturisierung wird hier jemand aus dem Spiel genommen, der noch vor zwei Wochen ein Highlight war - warum?

Zum Cyberium lohnt es sich noch weniger, etwas zu schreiben. Neue Erfindung, deren Potential hier ähnlich wie Ashad ein Ende findet. Die Wahl der Wirte ist mit Blick auf The Haunting of Villa Diodati ebenso verwirrend wie die Wahl des Masters. Was will dieses Cyberium überhaupt? Wie sucht es sich seine Wirte aus und was hat es von ihnen? Fragen von vor zwei Wochen kommen da wieder zum Vorschein und bleiben unbeantwortet. Und mal kurz überlegt - ist dieses Cyberium nun eigentlich organisch oder nicht und hat es möglicherweise überlebt? Falls ja, sind die Cybermen noch nicht am Ende. Hmm...

Fazit

Ich bin doch ziemlich enttäuscht, wenngleich das Finale jetzt nicht unbedingt schlecht ist. Für meinen Geschmack wird einfach zu viel über den Haufen geworfen und am Ende ein (endgültiger) Schnitt gemacht, der die Serie für immer verändern wird und mit dem ich mich nur schwerlich anfreunden kann. Zugestehen muss ich aber, dass die Folge spannend ist und vor allem die Handlungsstränge der Begleiter gut mitfiebern lassen. Von mir gibt es zweieinhalb von fünf Sternen. Und jetzt seid Ihr dran: Wie hat Euch die Folge gefallen?

Hier abschließend noch der Honest Trailer zur BBC-Serie Doctor Who, da es (logischerweise) noch keine Vorschau zur nächsten Episode gibt:

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Verfasser: Christian Schäfer am Mittwoch, 4. März 2020

Doctor Who 12x10 Trailer

Episode
Staffel 12, Episode 10
(Doctor Who 12x10)
Deutscher Titel der Episode
Die zeitlosen Kinder
Titel der Episode im Original
The Timeless Children
Erstausstrahlung der Episode in Großbritannien
Sonntag, 1. März 2020 (BBC One)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 24. September 2020
Autor
Chris Chibnall
Regisseur
Jamie Magnus Stone

Schauspieler in der Episode Doctor Who 12x10

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