Doctor Who 12x11

© octor Who (c) BBC One
Revolution of the Daleks
Revolution of the Daleks ist gleich in mehrfacher Hinsicht eine Fortsetzung. Seit dem letzten Staffelfinale The Timeless Children sitzt unser Doctor (Jodie Whittaker) im HochsicherheitsgefĂ€ngnis der Judoon fest, wo sie offenbar schon einige Jahrzehnte verbracht hat und erstmal entkommen muss. Auf der Erde sehen wir derweil, was mit den Ăberresten des Daleks aus Resolution passiert ist, dessen Geschichte nun ebenfalls eine Fortsetzung findet. Im Zuge dessen kehrt Chris Noth als Jack Robertson zurĂŒck, den wir zuletzt in Arachnids in the UK gesehen haben. AuĂerdem erhalten wir zunĂ€chst kleinere Einblicke auf das weitere Leben von Yas (Mandip Gill), Ryan (Tosin Cole) und Graham (Bradley Walsh), die seit Monaten ohne unseren Doctor ihr Leben verbringen. Und oh, Captain Jack Harkness (John Barrowman) mischt ebenfalls mit.
Autor und Showrunner Chris Chibnall hat sich fĂŒr das Special einiges vorgenommen und etabliert im ersten Teil eine durchaus interessante Ausgangssituation. Daleks oder vielmehr ihre robotischen HĂŒllen als Mittel zur crowd control, was frĂŒher oder spĂ€ter schiefgehen muss. Unsere Begleiter, die ohne den Doctor das Abenteuer in Angriff nehmen. Und natĂŒrlich unser Doctor selbst, deren Flucht aus dem GefĂ€ngnis zunĂ€chst unmöglich scheint. Gespickt wird das ganze mit guten Portionen Fanservice, die sich vor allem im Handlungsstrang des Doctors blicken lassen - ich hĂ€tte ja gerne gesehen, wie es den Judoon gelungen ist, einen Weeping Angel festzunehmen.
Im weiteren Verlauf macht sich allerdings bemerkbar, dass nicht besonders viel aus den Ausgangssituationen gemacht wird. Es kommt keine groĂe Diskussion ĂŒber den Einsatz der Roboter zustande, unsere Begleiter scheitern bei der ersten Konfrontation mit Robertson klĂ€glich und die Flucht unseres Doctor erscheint mit der Hilfe von Jack viel zu einfach. Im Anschluss erwartet uns ein eher gewohntes Abenteuer, wobei zwar immer wieder versucht wird, persönliche Momente und Probleme unserer Protagonisten anzuschneiden, aber keiner davon will so richtig zĂŒnden. Am ehesten vielleicht noch das GesprĂ€ch zwischen Yas und Jack ĂŒber den Doctor und Begleiter im Allgemeinen, aber insgesamt wirken die charakterlichen Motive und Probleme - selbst die Auseinandersetzung unseres Doctors mit der eigenen IdentitĂ€t als timeless child - relativ belanglos.
Was am Ende bleibt, ist ein trotzdem unterhaltsames Abenteuer mit Teils humorvollen Momenten, irrwitzigen Ideen und jeder Menge RĂŒckblicken auf und Erinnerungen an die Vergangenheit der Serie. Dieses Special mag nicht als eines der besten in die Geschichte eingehen, aber man kann durchaus seinen SpaĂ damit haben.
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The Doctor
Irgendwie hatte ich mir etwas mehr von den ersten Augenblicken erhofft, als wir Thirteen (ist die Bezeichnung jetzt noch richtig?) wiedersehen. Ein Nachhallen der Erkenntnisse aus dem letzten Staffelfinale zum Beispiel, welches stĂ€rker auf ihren Schultern lasten sollte. Der triste GefĂ€ngnisalltag zusammen mit den zahllosen Strichen an der Wand mag uns aufzeigen, wie es um ihre Stimmung bestellt ist und spĂ€ter werden die Ereignisse aus The Timeless Children auch angefĂŒhrt.
Aber richtig tief dĂŒrfen wir nie in ihren Charakter blicken, was schon ein wenig verwundert. Vorherige Inkarnationen wirkten da oft emotional viel offener, auch im Umgang mit ihren Begleitern.
DafĂŒr hat mir das Wiedersehen mit Captain Jack allerdings sehr gut gefallen, der unserem Doctor zu Hilfe kommt und ein paar nĂŒtzliche Gadgets ins GefĂ€ngnis schmuggeln konnte (wir fragen besser nicht, wie er das geschafft hat). Die gemeinsame Flucht verlĂ€uft zwar hindernislos und damit zu einfach fĂŒr meinen Geschmack, aber Barrowman hat die Rolle noch immer drauf, da ist es stets ein VergnĂŒgen, ihm zuzuschauen.
Aber zurĂŒck zum Doctor. Wenn das Abenteuer erstmal durchstartet und Leos (Nathan Stewart-Jarrett) Klonfabrik in Osaka entdeckt wird, ist sie wieder voll in ihrem Element. Wie sollte es auch anders sein, wenn sich eine neue Generation von Daleks (der neue Look gefĂ€llt) daran macht, wild herumzuexterminieren? Die Lösung? Mehr Daleks mĂŒssen her, um die neuen aufzuhalten.
Klingt nicht gerade nach einem schlauen Plan, aber da die neue Generation genetisch verunreinigt ist, geht der direkt auf, was sogar amĂŒsant zu betrachten ist, wenn die beiden Fraktionen aufeinanderstoĂen. Schwieriger wird es, nachdem Robertson unseren Doctor verrĂ€t und die Aufmerksamkeit der tödlichen Salzstreuer auf sie lenkt. Aber auch das kann sie zum Vorteil nutzen, mit einem weiteren, waghalsigen Stunt - eine TARDIS in Reserve kann schon praktisch sein.
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Begleiter
Wie eingangs kurz erwĂ€hnt, mĂŒssen unsere Begleiter zunĂ€chst ohne den Doctor auskommen. Yas hat sich in der TARDIS eingenistet und versucht herauszufinden, was mit dem Doctor passiert ist. Hier deutet sich bereits an, dass sie diejenige sein wird, die auch am Ende die TARDIS nicht verlĂ€sst. Denn wĂ€hrend Graham und Ryan ins normale Leben zurĂŒckgefunden haben, ist sie daran offenbar nicht interessiert. Wobei Chibnall es versĂ€umt, tatsĂ€chlich ein paar Szenen zu schreiben, in denen wir Ryan mit seinen Freunden sehen. Tibo (Buom Tihngang), den wir zuletzt in Can You Hear Me? gesehen haben, hĂ€tte sich da zum Beispiel angeboten.
Als die drei den Dalek entdecken und die Spur zu Robertson fĂŒhrt, wollen sie ihn zur Rede stellen, kommen aber nicht weit. Schade, dass sie hier nicht mehr Einfallsreichtum zeigen und mindestens einen zweiten Versuch starten. SchlieĂlich sind die Gadgets des Doctors zwar oft praktisch und nĂŒtzlich, aber wenn es drauf ankommt auch nicht immer notwendig. Ich hĂ€tte es jedenfalls interessant gefunden, wenn Yas, Ryan und Graham als Team bereits Fortschritte im Abenteuer gemacht hĂ€tten, ehe der Doctor mit Jack im Schlepptau auftaucht.
Das Wiedersehen fĂ€llt dann auch nicht gerade herzlich aus, weil die TARDIS mit zehn Monaten VerspĂ€tung eintrifft. Zwar kennen unsere Begleiter die UnzuverlĂ€ssigkeit der Telefonzelle, aber VorwĂŒrfe werden trotzdem gemacht, was gerade mit Blick darauf, wie lange der Doctor im GefĂ€ngnis war (getrennt von der „Familie“), ungerechtfertigt erscheint. Aber gut, immerhin wird sich im weiteren Verlauf mit Yas beschĂ€ftigt, deren weiterer Werdegang als Begleiter mit Hilfe von Jack gefestigt wird.
Der im Vorfeld angekĂŒndigte Ausstieg von Tosin Cole und Bradley Walsh aus der Serie lĂ€sst derweil Böses ahnen, als sie zusammen mit Jack aufbrechen, um die Dalek-Untertasse vom Himmel zu holen. Aber ĂŒberraschenderweise ĂŒberstehen alle drei den Ausflug unbeschadet, selbst Jack, der verdĂ€chtig oft von frĂŒheren Toden und seiner Unsterblichkeit berichtet, bleibt verschont.
Apropos Jack, da hĂ€tte ich mir am Ende doch eine gröĂere Abschiedsszene gewĂŒnscht. Der Abschied von Ryan und Graham lĂ€sst das gerade bestandene Abenteuer derweil tatsĂ€chlich wie Standardkost wirken, wird die Freude ĂŒber die Rettung des Planeten doch mit diesen Szenen auf einer eher traurigen Note beendet. Mir gefĂ€llt zwar, dass die beiden freiwillig (also, lebend) ihre Reise mit der TARDIS und dem Doctor abbrechen und wir sie anschlieĂend dort vorfinden, wo wir sie zu Beginn der elften Staffel getroffen haben (selbst Grace (Sharon D. Clarke) lĂ€sst sich kurz blicken), aber ein Happy End fĂŒhlt sich anders an.
Jetzt haben wir also das bekommen, was sich nicht wenige Leute bereits gewĂŒnscht haben. Der Doctor hat mit Yas nur noch einen Begleiter. Ich persönlich finde es schade, dass die Serie mit dem Trio rĂŒckblickend nicht ganz so gut funktioniert hat. In Staffel elf war ich noch zuversichtlich, aber nach Staffel zwölf wĂŒrde ich auch meinen, dass es besser und vielleicht auch einfacher fĂŒr die Autoren ist, wenn nur eine oder maximal zwei Personen den Doctor begleiten. HĂ€tte ich die Wahl gehabt, wĂ€re ĂŒbrigens Graham an Bord geblieben, denn eine junge Begleiterin hatten wir in New Who gefĂŒhlt schon viel zu oft. Wen hĂ€ttet ihr gerne an Bord der TARDIS behalten?
Fazit
Zu Beginn macht das Special einen sehr interessanten und vielversprechenden Eindruck, lĂ€sst im Verlauf aber Potenzial auf der Strecke und ist am Ende bloĂ besserer Durchschnitt. Fraglos unterhaltsam gestaltet und vergangene Geschehnisse berĂŒcksichtigend (nicht nur Fanservice), aber fĂŒr mich bleiben zu viele Charaktere zu oberflĂ€chlich, als dass dieses Special groĂartig in Erinnerung bleiben wird. Von mir gibt es (mit einem zugedrĂŒckten Auge) 3,5 von 5 Sternen. Und von euch?
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Verfasser: Christian SchÀfer am Samstag, 2. Januar 2021Doctor Who 12x11 Trailer
(Doctor Who 12x11)
Schauspieler in der Episode Doctor Who 12x11
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