Doctor Who 12x04

Doctor Who 12x04

In der Folge Nikola Tesla's Night of Terror der UK-Serie Doctor Who erwartet uns ein Ausflug in die Geschichte. Nikola Tesla und Thomas Edison stoßen zum Team TARDIS hinzu, wobei es mal wieder gilt, eine außerirdische Bedrohung zu stoppen.

Szenenfoto aus der Doctor-Who-Folge Nikola Tesla's Night of Terror (c) BBC One
Szenenfoto aus der Doctor-Who-Folge Nikola Tesla's Night of Terror (c) BBC One
© zenenfoto aus der Doctor-Who-Folge Nikola Tesla's Night of Terror (c) BBC One

Nikola Tesla's Night of Terror

Nina Metivier darf diese Woche die Feder schwingen, während Nida Manzoor auf dem Regiestuhl sitzt. Zu Beginn fehlt vom Doctor (Jodie Whittaker) und ihren Begleitern jedoch noch jede Spur, während uns Nikola Tesla (Goran Visnjic) und Dorothy Skeritt (Haley McGee) ins kommende Abenteuer einführen. Schnell wird klar, dass hier außerirdische Mächte im Spiel sind und dabei nichts Gutes im Schilde führen. Ob sie auf eigene Faust handeln oder auf Geheiß von Teslas Konkurrenten Thomas Edison (Robert Glenister) agieren, ist eine der ersten Fragen, die der Doctor und wir uns stellen dürfen.

Und damit zerbricht die Folge bereits nach gut fünfzehn Minuten. Denn während Nikola Tesla - auch dank des Charismas von Visnjic - stets als Sympathieträger fungiert, erhält Edison nie die Chance und wird hauptsächlich als kapitalistischer Möchtegern vorgestellt, der seine Ideen von anderen Leuten hat. Wer sich ein bisschen mit den beiden Persönlichkeiten beschäftigt, wird sicher über Themen wie den Stromkrieg oder Teslas finanzielle Probleme stolpern, aber in meinen Augen wird Edison zu Unrecht zu jemandem gemacht, der er vermutlich nie war. Hätte man ihm wenigstens eine gewisse Entwicklung während der Episode zugestanden, die ihn umdenken lässt, könnte ich da vielleicht ein Auge zudrücken.

Ansonsten tritt die außerirdische Bedrohung hier ungemein störend auf. Mal wieder werden mitunter der ganze Planet und die gesamte Menschheit bedroht. Dabei ist es überhaupt nicht notwendig, die Skala so hoch anzulegen. Im Gegenteil, oft sind es die kleineren Bedrohungen - ohne große Armeen, überlegene Technik et cetera - die für mehr Anreiz sorgen, unsere Protagonisten (und uns) länger rätseln lassen oder für interessante Twists sorgen. Gut, die Skithra klauen sich alles von anderen zusammen, aber das ist nicht der Punkt. Zudem scheint die „Queen Skithra“ (Anjli Mohindra) eine direkte Anleihe von Monstern wie beispielsweise der Racnoss-Königin (oder -Imperatorin?) aus The Runaway Bride zu sein - hier halt Skorpion- statt Spinnenkörper - aber wer bitteschön hält so was für eine gute Idee? Da nehme ich lieber einen Frosch als Gegenspieler, tauche trotzdem ins Trashlevel ein, aber muss mich nicht mit offensichtlich blöd maskierten Darstellern in eine Folge wagen, die aufgrund der Maske ohnehin nicht bedrohlich wirken.

Und, äh, was hält die Skithra jetzt eigentlich davon ab, noch mal wiederzukommen?

Figuren

Was zweifelsohne zu Recherchen einlädt, ist die Figur des Nikola Tesla. Wie bereits angemerkt, wird dieser von Goran Visnjic sehr sympathisch und charismatisch porträtiert, erhält viel Screentime mit unserem Doctor (aber nicht nur mit ihr) - die beiden verstehen sich nach den anfänglichen Differenzen verdammt gut - und es gibt im Verlauf der Episode viele (wahre) Anmerkungen zu Teslas Schaffen, seinen Visionen und Fähigkeiten. Manche werden vielleicht ein wenig zu plump eingebracht, aber insgesamt lädt die Folge dazu ein, sich mit dieser historischen Persönlichkeit im Nachhinein noch ein bisschen mehr zu beschäftigen.

Im Vergleich dazu schneidet Thomas Edison viel schlechter ab. Schade, denn Robert Glenister ist ein alter Veteran im „Whoniverse“ - er spielte in The Caves of Androzani als Salateen mit, dem letzten Abenteuer des fünften Doctors (Peter Davison) - und hätte mit Blick auf seine jetzige Rolle eine etwas ansprechendere Natur verdient. Zumal die Skithra in etwa so vorgehen, wie es ihm hier angedichtet wird, und sich fremder Erfindungen und Technologien zum eigenen Vorteil bedienen - wie oben bereits angemerkt, hätte sich da eine Entwicklung dieser (viel zu fiktiv dargestellten) Figur angeboten.

Unser Doctor hat mir derweil wieder gut gefallen - ich glaube, hier haben die Macher mittlerweile den Dreh raus und Whittaker ist ohnehin eine sehr gute Darstellerin. Vielleicht wird es diese Woche ein wenig mit der Informationsflut übertrieben und für das Finale hätte ich mir einen größeren Einsatz von Tesla gewünscht, der bloß darauf wartet, seinen umfunktionalisierten Wardenclyffe Tower zu aktivieren. Aber das wären nur Kleinigkeiten. Außerdem bin ich gespannt, wann das Thema „Gallifrey“ wieder aufgegriffen wird, welches sie offenbar weiterhin beschäftigt - sichtbar zum Beispiel bei der Frage der Königin, ob sie schon einmal einen toten Planeten gesehen hat.

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BBC One - © BBC One

Graham (Bradley Walsh), Yas (Mandip Gill) und Ryan (Tosin Cole) sind natürlich auch wieder dabei. Hier und dort bekommen sie auch ein wenig zu tun, wobei sich tatsächlich ein paar Vorzüge eines so großen Teams bemerkbar machen - beispielsweise, wenn man sich in mehrere Gruppen aufteilen muss oder falls es mal wirklich darum gehen sollte, jemanden zu beschatten. Dafür müssten die Autoren der Folgen lediglich die passenden Situationen finden, was eigentlich nicht so schwerfallen dürfte. Persönliche Nebenhandlungen bleiben diese Woche allerdings aus, dafür liegt der Fokus auch zu sehr auf den anderen Persönlichkeiten.

Kleine Anmerkung noch zur Skithra-Königin: Anjli Mohindra war als Rani Shandra in The Sarah Jane Adventures dabei. Daher ist es schade, dass sie hier eine so undankbare Rolle erhält, die sicher nicht lange im Gedächtnis bleiben wird - ähnlich wie die Skithra insgesamt. Denn jede andere außerirdische Rasse, die unser Doctor erwähnt, weckt doch mehr Interesse als dieser skorpionhafte Bienenstock von Plünderern. Ganz zu schweigen davon, dass es wieder auf ein „Geht-der-Königin-an-den-Kragen-und-die-Drohnen-sind-nicht-mehr-bedrohlich-Szenario“ hinausläuft. Gähn. Mich hätte auch eher diese uralte Spezies interessiert, von der die kleine Sphäre stammte - aber derartige Hoffnungen muss ich mir wohl für die Zukunft aufheben. Selbst die Silurianer wären mir als Gegner lieber gewesen, obwohl die bei mir nicht hoch im Kurs liegen.

Sonstiges

- Ähnlich wie letzte Woche ein vielversprechender Anfang, der aber nach dem ersten Drittel wieder stark abfällt. Zum Glück nicht in allen Belangen und weniger extrem. Aber eine gute Episode von Doctor Who sieht einfach anders aus.

- Historische Episoden mit historischen Persönlichkeiten sind nach wie vor willkommen. Mir hat in der elften Staffel die Episode Rosa ja auch gut gefallen und mit Tesla (aber leider nur ihm) wurde es diese Woche schon verdammt gut getroffen. Aber da muss einfach mehr drin sein. Vincent and the Doctor kommt einem da schnell ins Gedächtnis, aber es gab bereits in der alten Reihe viel bessere Folgen, die sich mit geschichtlichen Figuren auseinandergesetzt haben. Fehltritte natürlich auch, keine Frage. Aber mit ein wenig Anstrengung hätte halt auch diese Tesla-Folge bedeutend besser sein können.

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BBC One - © BBC One

- Bitte an die Macher: Schraubt die Bedrohungen zurück und setzt mehr auf kleinere Geschichten. Davies und Moffat konnten unter ihrer Leitung da stets was zaubern, ohne dass es direkt um die ganze Welt gehen musste - wie mittlerweile in jeder Folge dieser Staffel. „Klein, aber fein“ sollte das Motto sein. Zum Staffelfinale darf gerne mehr aufgefahren werden, aber bis dahin hoffe ich schon auf ein paar kleinere Schmuckstücke.

Fazit

Eine leichte Steigerung im Vergleich zur Vorwoche, aber leider nur eine kleine. Nikola Tesla als Tony Stark ist gut und macht Spaß. Unser Doctor ist voll in ihrem Element, während man mit den Begleitern vielleicht mehr hätte anstellen können. Aber sonst lässt die Episode viel zu wünschen übrig, was mitunter an dem Charakterdesign von Edison und der außerirdischen Bedrohung liegt. Für mich ist die Folge insgesamt im unteren Bereich anzusiedeln. Mehr als 2,5 von 5 Sternen sind da meinerseits nicht drin. Und von Euch?

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Hier abschließend noch der Trailer zur nächsten Episode, Fugitive of the Judoon (12x05), der UK-Serie Doctor Who:

Verfasser: Christian Schäfer am Dienstag, 21. Januar 2020

Doctor Who 12x04 Trailer

Episode
Staffel 12, Episode 4
(Doctor Who 12x04)
Deutscher Titel der Episode
Unter Strom
Titel der Episode im Original
Nikola Tesla's Night of Terror
Erstausstrahlung der Episode in Großbritannien
Sonntag, 19. Januar 2020 (BBC One)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 13. August 2020
Regisseur
Nida Manzoor

Schauspieler in der Episode Doctor Who 12x04

Darsteller
Rolle
Bradley Walsh
Tosin Cole
Mandip Gill

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