Doctor Who 11x03

Doctor Who 11x03

In der Folge Rosa der UK-Serie Doctor Who landet unsere Crew dank der TARDIS in der Vergangenheit, genauer gesagt im US-Bundesstaat Alabama der 50er Jahre, in dem die Rassentrennung gang und gäbe ist. Es gilt, die Geschichte der Rosa Parks zu bewahren, die am 1. Dezember 1955 ein Zeichen setzte.

Rosa

Es ist immer riskant, Zeitreisen in die Vergangenheit durchzuführen beziehungsweise Zeitreisende mit bedeutenden geschichtlichen Ereignissen und Figuren zu konfrontieren. Kleinste Interaktionen können eine Veränderung bewirken, die nicht nur, wie Krasko (Joshua Bowman) es anstrebt, den Verlauf der Geschichte anders gestalten, sondern eben auch die Bedeutung historischer Figuren - in diesem Falle Rosa Parks (Vinette Robinson) - unterminieren.

Die wirklich große Hürde, der Malorie Blackman und Chris Chibnall sich hier stellen müssen, ist es folglich, Rosa Parks weit genug auf Distanz von unseren vier Helden zu halten, damit diese nicht ihre Entscheidung beeinflussen. Einer der größten Fehler wäre es gewesen, hätte der Doctor (Jodie Whittaker) erst bewirkt, dass Rosa im entscheidenden Moment nicht aufsteht. Aber auch ein möglicher Einfluss von Ryan (Tosin Cole) oder Yasmin (Mandip Gill) auf die titelgebende Figur - beispielsweise indem sie ihr berichten, welche Bedeutung ihr baldiges Handeln für die Zukunft hat - wäre negativ gewesen. Parks Entscheidung musste aus eigener Überzeugung gefällt werden und Rosa schafft es tatsächlich, diesen wichtigen Punkt zu vermitteln und damit die historische Figur nicht zu verwässern.

In Sachen Spannung ließe sich vielleicht bemängeln, dass die Geschichte trotz aller Widrigkeiten vorhersehbar abläuft. Überhaupt ist die ganze Angelegenheit eine der ruhigeren Geschichten der Serie. Dennoch liefert die Episode größere Schockmomente ab, die bereits in den ersten Minuten und beim ersten Aufeinandertreffen von Rosa mit dem Busfahrer James Blake (Trevor White) hervortreten, und ich kam gegen Ende nicht umhin, mitzufiebern, ob Rosa ihre geschichtlich relevante Sache tatsächlich durchzieht oder nicht.

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Bildung und Doctor Who

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Ich weiß nicht, wie gut Ihr mit den Ursprüngen von Doctor Who vertraut seid. Aber, als die Serie damals im Jahre 1963 auf Sendung ging, gab es nicht wenige Folgen, die sich mit historischen Ereignissen oder Figuren befassten und neben dem allseits präsenten Science-Fiction-Element auch eine gute Portion Bildung vermitteln wollten. Ob gelungen oder nicht, sei mal dahingestellt, aber zumindest bei den ersten beiden Doctor Whos (gespielt von William Hartnell und Patrick Troughton) gab es stets Episoden, die sich mit historischen Themen oder Figuren befassten. Später wurden derartige Folgen fallengelassen und wenn, gerade seit dem Neustart in 2005, doch einmal geschichtlich relevante Materialien oder Personen behandelt wurden, dann weniger aus bildungstechnischen Gründen.

Unter Chris Chibnall scheint man jetzt zu diesen Ursprüngen zurückzufinden. Denn der Science-Fiction-Faktor - hier hauptsächlich durch Krasko präsent - wird gewaltig zurückgeschraubt, während wir allerhand über Rosa Parks und ihren Tagesablauf am 1. Dezember 1955 erfahren. Obendrein wird auch die heutige Relevanz des Themas Rassismus aufgezeigt, wie beispielsweise eines der kleineren Gespräche zwischen Yas und Ryan aufzeigt. Bloß, weil auf dem Papier die Hautfarbe heutzutage keine Rolle mehr spielt, ist das im Realfall leider auch heute noch nicht wirklich so. Da ist es immer gut, einmal mehr darauf aufmerksam zu machen.

Die größten Schockmomente dieser Episode rühren dann auch daher, dass uns die ungleiche Behandlung bisweilen recht brutal aufgezeigt wird. Vielleicht schon zu brutal, als Ryan sich beispielsweise zu Beginn einen Schlag ins Gesicht einfängt. Andererseits unterstreichen solche Momente und die Tatsache, dass auch die Begleiter des Doctor nicht davor geschützt sind, das Thema dieser Woche. Einen richtigen Knoten im Magen bekommt man zudem, als Graham (Bradley Walsh) gegen Ende seine Rolle erkennt und kein Teil davon sein will.

Charaktere

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Zu unserem Team kann ich nur schreiben, dass man diese Woche eine bessere Balance gefunden hat. Yasmin (die ich vorher gerne etwas bemängelt habe) wirkt weniger wie das fünfte Rad am Wagen, sondern erhält wichtige Aufgaben und genug Screentime mit den anderen, die sie als einen wesentlichen Teil des Teams präsenter gestalten. Da ist zwar noch weiterhin Luft nach oben, aber insgesamt ist sie besser in die Handlung integriert als in den ersten beiden Episoden dieser Staffel.

Ryan ist diese Woche mal wieder verstärkt im Vordergrund, aber seine Differenzen mit Graham werden auf ein Minimum reduziert. Wir merken vor allem bei der gemeinsamen Aufgabe, Blakes Angelausflug madig zu gestalten, wie gut die beiden zusammenarbeiten können. Die Fronten schlichten sich somit und ein echtes Vater-Sohn-Verhältnis rückt ein gutes Stück näher.

Unser neuer Doctor ist natürlich auch dabei, darf Aufgaben verteilen und muss mehrere Situationen - oft aus dem Bereich der Science-Fiction - erklären. Mir gefällt Whittakers Art nach wie vor und sie ist auch in diesem Abenteuer ein wichtiges Element. Dennoch lässt sie den anderen genug Spielraum, was in Anbetracht des Themas nur verständlich ist.

Zu Rosa Parks muss man nicht viel sagen. Großartig gespielt und natürlich ein integraler Bestandteil des Abenteuers. Ob man Martin Luther King (Ray Sesay) unbedingt hätte zeigen müssen? Aus rein geschichtlichen (und bildungstechnischen) Gründen bestimmt. Aber Ryans Aufeinandertreffen mit ihm hatte eher humoristische Züge, was zwar vollkommen okay ist, aber eben nicht so ganz zum Rest der Folge passt.

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Kommen wir jetzt zu den Bösewichten. An erster Stelle sei der „historische Bösewicht" James Blake genannt, der von Trevor White grandios verkörpert wird - seine Rolle kauft man ihm jederzeit ab. Eine hassenswerte Figur, wie sie im (Geschichts-)Buche steht. Ähnliches gilt für die anderen weißen Gastdarsteller, die verstärkt auf die Rassentrennung hinweisen, aber eben nur kurz vorkommen.

Zuletzt müssen wir aber auch noch den einzigen wirklichen Schwachpunkt der Episode betrachten. Der heißt Krasko und ist im Grunde genommen überflüssig. So ganz wollten Chibnall und Blackman aber wohl nicht auf Science-Fiction verzichten, weshalb sie diesen Gegenspieler einbauten, der zwar einige (teils bekannte) Gimmicks besitzt, aus der Zukunft kommt und auch eine „Stormcage"-Referenz machen darf, aber einen der schwächsten Bösewichte überhaupt darstellt. Ganz zu schweigen davon, dass Bowman sein Charisma scheinbar vor den Dreharbeiten abgeben musste, wirkt er nie bedrohlich. Im Folgenverlauf offenbart sich vielmehr, dass er nur stark begrenzt handeln kann/darf und obendrein verliert er ein Gadget nach dem anderen, was ihm auch das letzte bisschen Gefährlichkeit raubt. Den muss ich bestimmt nicht wiedersehen, auch wenn die Anlehnung an den Time Meddler aus einem der 1965er Abenteuer der Serie anderes vermuten lässt...

Besser wäre es gewesen, die Autoren hätten Krasko schlicht aus dem Drehbuch gestrichen. Ähnlich wie bei Marty McFlys (Michael J. Fox) erstem Abenteuer in „Zurück in die Zukunft“ (1985) wäre es effektiver gewesen, unsere Zeitreisenden zu Beginn der Episode das Problem selbst verursachen zu lassen. Einfach eine kleine Veränderung herbeiführen (was Krasko die ganze Zeit probiert, mehrfach) und anschließend probieren, die Geschichte wieder in die korrekte Bahn zu bringen...

Fazit

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Rosa ist ein riskantes, aber größtenteils gelungenes Experiment, welches die Serie zurück zu ihren Ursprüngen führt. Dominiert von eher ruhigen, aber trotzdem sehr intensiven Szenen, wird die Rassentrennung thematisiert und zwar, ohne dabei historische Figuren zu verwässern. Charakterlich wissen fast alle Figuren zu überzeugen, wobei unser kleines Team ausbalancierter als zuvor wirkt. Der einzige echte Schwachpunkt ist der Gegenspieler Krasko, auf den man auch gut hätte verzichten können. Von mir gibt es erneut vier von fünf Sternen.

Der Trailer zur Episode Arachnids in the UK (11x04) der UK-Serie Doctor Who:

Verfasser: Christian Schäfer am Dienstag, 23. Oktober 2018

Doctor Who 11x03 Trailer

Episode
Staffel 11, Episode 3
(Doctor Who 11x03)
Titel der Episode im Original
Rosa
Erstausstrahlung der Episode in Großbritannien
Sonntag, 21. Oktober 2018 (BBC One)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 14. Februar 2019
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Donnerstag, 14. Februar 2019
Autoren
Malorie Blackman, Chris Chibnall
Regisseur
Mark Tonderai

Schauspieler in der Episode Doctor Who 11x03

Darsteller
Rolle
Bradley Walsh
Tosin Cole
Mandip Gill

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