Dexter 9x02

Dexter 9x02

Dexter aka Jim Lindsay lernt seinen Sohn Harrison besser kennen, als sie sich dem Suchtrupp anschließen, der sein jüngstes Opfer aufspürt. Debra sucht ihren Bruder derweil als Stimme aus dem Jenseits heim, um ihn zu warnen.

Szenenfoto aus der Episode Storm of Fuck der Serie Dexter - New Blood (c) Showtime
Szenenfoto aus der Episode Storm of Fuck der Serie Dexter - New Blood (c) Showtime
© zenenfoto aus der Episode Storm of Fuck der Serie Dexter - New Blood (c) Showtime

Storm of Fuck, die poetisch betitelte zweite Episode des Dexter-Revivals „New Blood“, dreht sich voll und ganz um das Thema Elternschaft: Dexter alias Jim Lindsay (Michael C. Hall) verbringt Quality time mit seinem entfremdeten Sohn Harrison (Jack Alcott), während sie wie der Rest von Iron Lake nach dem verschollenen Störenfried Matt (Steve M. Robertson) suchen. Dexters Mordopfer hatte natürlich ebenfalls einen Vater, der uns nun als Kurt Caldwell (Clancy Brown) vorgestellt wird. Der Truckshop-Unternehmer gilt wegen seines Einflusses als inoffizieller Bürgermeister der Kleinstadt. Ihm ans Bein zu pinkeln, kann gefährlich werden. Früher oder später dürfte er wohl auf Dexters Todestisch landen, wo schon Matt sein Ende fand...

Noch eine weitere Elternschaft steht im Zentrum der neuen Folge, nämlich die von Angela (Julia Jones) und ihrer Tochter Audrey (Johnny Sequoyah). Als Dexters Freundin von der Ankunft seines zuvor nie erwähnten Sohnes überrumpelt wird, reagiert sie nicht etwa mit Wut, sondern mit Verständnis. Tatsächlich wachsen die Zwei sogar fester zusammen, als die Polizistin ihrem Liebhaber eröffnet, dass sie Audrey adoptiert hat. Parallel kommen sich übrigens auch Audrey und Harrison näher, was die Patchwork-Situation insgesamt noch komplizierter machen könnte. Wer hätte gedacht, dass der Einzelgänger Dexter bei seiner Rückkehr sich und uns so schnell so tief in Beziehungsgeflechte verstrickt?

Was passiert?

Der titelgebende „Storm of Fuck“ besteht in einer Polizeieinheit, die ausgerechnet bei Dexters Holzhütte ihr Lager aufschlägt, um im Wald nach Matt zu suchen. Angeleitet wurde das Ganze natürlich von Angela, die nun auch Harrison kennenlernt. Wie bereits gesagt, reagiert sie überraschend positiv auf ihren Quasi-Stiefsohn. Dexter nutzt derweil den guten alten Trick, sich der Suchmannschaft anzuschließen, die sein Mordopfer aufspüren will, um heimlich Beweise zu vernichten. So kann er es am Ende sogar so aussehen lassen, dass Matt gar nicht tot ist, sondern auf der Flucht, nachdem er ein geschütztes Tier auf geschütztem Territorium erschossen hat (das Thema Ureinwohner darf gern noch ein größere Rolle spielen).

Für Angela reicht diese Erklärung, doch Matts Vater Kurt lässt nicht locker. Er weiß, dass sein Sohn bei Schwierigkeiten ihn um Hilfe gebeten hätte. Nun ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis er die Verbindung zu Dexter beziehungsweise Jim Lindsay herstellt und nach Rache strebt. Dabei könnte er ganz Iron Lake gegen seinen Gegner aufhetzen, denn wir sehen ja, wie viel Macht er in der eisigen Stadt hat. Ob er nun aber auch zum Staffelschurken aufgebaut wird, bleibt weiter abzuwarten. Es gibt ja auch noch einen gewissen Öltycoon namens Edward Olsen (Frederic Lehne), der es auf Audrey und ihre Ökoaktivisten-Freunde abgesehen hat (die diesmal zum Glück keine peinlich ausgedachten Protestrufe von sich lassen).

Was merkwürdig ist: Edward und Kurt schlagen charakterlich mehr oder weniger in dieselbe Kerbe. Sie beide sind reiche Männer, die denken, die Stadt gehöre ihnen, weil sie hier und da mal was für die örtliche Feuerwehr oder das Krankenhaus spenden. Vielleicht soll so auch nur gezeigt werden, dass sie unter einer Decke stecken und wohl noch viel sinistere Machenschaften in Iron Lake treiben als Fracking. An dieser Stelle bleibt einfach abzuwarten, was genau mit der Durchreisenden Lily (Kimmy Anne Dunn) passiert, die in ihrem Zimmer eingesperrt wurde...

Szenenfoto aus der Episode Storm of Fuck der Serie Dexter - New Blood
Szenenfoto aus der Episode Storm of Fuck der Serie Dexter - New Blood - © Showtime

Am interessantesten für alte Dexter-Fans ist in der neuen Episode sicherlich das, was Harrison über seine Zeit in Argentinien mit seiner Stiefmutter Hanna (Yvonne Strahovski) erzählt. Sie sei vor ein paar Jahren an Krebs gestorben, wodurch er zum Sozialfall und zurück nach Miami geflogen wurde. Als er später durch einen zufälligen Fund bei Facebook sehen musste, dass sein Vater noch lebt, seien so viele Fragen in ihm aufgekommen, dass er ihn einfach finden musste. Dexter derweil beschäftigt vor allem eine Frage: Ist Harrison wie er? Hat auch er den Drang, Menschen zu töten?

Debra (Jennifer Carpenter) taucht immer wieder als Geist des Gewissens auf, um Dexter zu warnen, dass er Harrison nicht zu nah an sich herankommen lassen kann. Obwohl ihre Warnungen bald schon in Hohn und Hass umschlagen, was ehrlich gesagt ziemlich nervt (auch wenn sie vielleicht Recht hat). Genauso nervig sind übrigens die Teenagerfiguren rund um Harrison, Audrey und Co. Dabei hat der Drehbuch-Autor Warren Hsu Leonard mit Looking for Alaska, eine Coming-of-Age-Serie, an der er früher mal beteiligt war, bereits bewiesen, dass er es theoretisch besser kann.

Wie ist es?

Insgesamt muss man leider sagen, dass das Dexter-Revival auch in der zweiten Folge wieder von einigen Klischees gezeichnet ist. Hauptfiguren wie Dexter und Angela oder auch Harrison und Audrey bonden über allgemeinste menschliche Gemeinsamkeiten, was schlichtweg für faule Charakterarbeit spricht. Und die Schurken sind so unsympathisch, dass sie nicht faszinieren, sondern abstoßen. Das Writing der Serie hat eher Network- als Kabelniveau, also mit dem Ansatz, es möglichst massenkompatibel zu halten. Von der sehr speziellen alten Dexter-DNA ist jedenfalls nichts zu spüren.

Immerhin bleibt die Regie von Marcos Siega hübsch anzusehen, was aber vor allem der atmosphärischen Winterlandschaft geschuldet ist, die man theoretisch aber auch bei Fargo kriegen könnte. Es bleibt einfach der Eindruck, dass Dexter acht Jahre nach dem damaligen Serienfinale keine Lücke füllt, die nicht zum Beispiel auch durch artverwandte Formate wie Big Sky oder You gefüllt werden kann. Bislang wartet man noch auf die eine Szene, die einen sagen lässt: „Schön, dass 'Dexter' wieder da ist!“ Froüh ist man nur, Michael C. Hall wiederzusehen - aber warum nicht in einer neuen Serie?

Echte Dexter-Fans haben übrigens nach dem fehlenden Introsong nun noch einen zweiten Grund bekommen, persönlich beleidigt zu sein. Denn sollte Harrison die Wahrheit sagen, dass Strahovskis Hannah-Charakter einfach off-screen gestorben ist, wäre das ein ziemlich unwürdiges Ende dieser einst so wichtigen Rolle. Ganz so durchsichtig kann Harrison nicht sein, das wäre wirklich zu einfach. Irgendein Geheimnis schleppt er mit sich herum, anderenfalls wäre es sehr langweilig...

Der Trailer zur Episode Storm of Fuck der Serie Dexter:

Hier kannst Du „Dexter - Die komplette Serie (Blu-ray)“ bei Amazon.de kaufen

Dexter - Die komplette Serie (Blu-ray)

Verfasser: Bjarne Bock am Montag, 15. November 2021

Dexter 9x02 Trailer

Episode
Staffel 9, Episode 2
(Dexter 9x02)
Deutscher Titel der Episode
Mega-Scheiße
Titel der Episode im Original
Storm of Fuck
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 14. November 2021 (Showtime)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Sonntag, 14. November 2021
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Sonntag, 14. November 2021

Schauspieler in der Episode Dexter 9x02

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?