Dept. Q Staffel 1 Episodenguide: Alle Folgen im Überblick!

Dept. Q Staffel 1

Dept. Q Staffel 1 Episodenguide

Review zu Dept. Q Staffel 1

Das passiert in der Serie „Dept. Q”

DCI Carl Morck (Matthew Goode hat in der Serie Dept. Q nach einer schweren Schussverletzung gerade erst seinen Dienst wieder aufgenommen, als er von seiner Chefin Moira (Kate Dickie) abserviert wird.

Nachdem die Aufklärung eines Cold Case die Beliebtheitswerte der Polizei in die Höhe schnellen lässt, drängt der Polizeipräsident auf die Gründung einer Sonderabteilung und stellt dafür ein hohes Budget zur Verfügung. Genau dieses Department Q soll Morck nun übernehmen, natürlich allein und lediglich mit dem Allernötigsten in den Keller verbannt. Doch Carl ist nicht nur ein unhöfliches Raubein, sondern auch klug genug, sich nach und nach die Mittel zu besorgen, die er benötigt, um seinen ersten Fall zu bearbeiten.

Gemeinsam mit dem Syrer Akram (Alexej Manvelov), DC Rose Dickson (Leah Byrne) und seinem Freund James Hardy (Jamie Sives), der nach einer Schussverletzung teilgelähmt ist, begibt er sich an die Arbeit. Mit Akribie, Spürsinn und Intelligenz vergräbt sich das Team in das Verschwinden der Staatsanwältin Merritt Lingard (Chloe Pirrie), die seit vier Jahren für tot gehalten wird, aber in Wirklichkeit in einer Druckkammer eingesperrt vor sich hinvegetiert. Nach und nach stoßen Carl, Akram, Rose und „Hardy“ auf brisante Spuren, die auf eine Entführung aus Rache hindeuten...

Szenenfoto aus der 1. Staffel der Netflix-Serie „Dept. Q“
Szenenfoto aus der 1. Staffel der Netflix-Serie „Dept. Q“ - © Netflix

Diskrepanzen

Es ist schon interessant, wie weit hierzulande die Bewertungen von professionell Rezensierenden von jenen des Publikums abweichen können. Die bisher neunteilige KrimiserieDept. Q“ ist ein gutes Beispiel dafür. Lesen sich die Reviews einschlägiger Portale und Newssites eher verhalten und suggerieren pures Mittelmaß, sieht die Lage bei IMDb, Rotten Tomatoes und den Google-Rezensionen schon ganz anders aus.

Eine 8,3 beim ersten genannten Beispiel, 93 Prozent beim zweiten und satte 4,6 (von 5) beim dritten sprechen eine deutliche Sprache. Nach der Begutachtung der hoffentlich ersten von mehreren Staffeln möchte ich mich klar auf der Seite der Zuschauenden positionieren.

Verhaltener Start

Um der Wahrheit die Ehre zu geben, stellte sich das typische Binge-Watch-Suchtgefühl allerdings erst nach etwa 45 Minuten der ersten Debütfolge ein, nicht zuletzt, weil die Serie zunächst ein wenig zäh erscheint. Die Geschichte steigt mit einer typischen Exposition ein und klärt uns darüber auf, wer die Hauptfigur ist und was sie durchgemacht hat. Carl und sein Kollege Hardy betraten einen Mordtatort, für den sie nicht zuständig waren und wurden dort offenbar von einem Killer erwartet, der die beiden Detectives schwer verletzte und einen weiteren Polizisten erschoss.

Schnell wird klar, dass die Tat nicht nur Entsetzen, sondern teilweise sogar so etwas wie Schadenfreude auslöst, denn Morck ist besserwisserisch, streitsüchtig, und auch anderweitig ein recht unangenehmer Zeitgenosse.

Seine Chefin möchte ihn am liebsten loswerden und nutzt die Gelegenheit der Gründung einer Cold-Case-Abteilung, um den DCI in den Keller zu verbannen, wo er nach und nach ein Team zusammenstellt und sich eines interessanten Falls annimmt.

Nebenbei erfahren wir mehr über sein Privatleben, lernen seinen rebellischen Stiefsohn und den Philosophie-Doktoranden Martin (Sanjeev Kohli) kennen und erleben mit, wie er sich durch seine von oben angeordneten Therapiestunden bei der sympathischen Psychologin Rachel (Kelly Macdonald) quält.

Szenenfoto aus der 1. Staffel der Serie „Dept. Q“ beim Streamingdienst Netflix
Szenenfoto aus der 1. Staffel der Serie „Dept. Q“ beim Streamingdienst Netflix - © Netflix

Mit Spannung weiter

Insgesamt gelingen die einzelnen Versatzstücke mal mehr, mal weniger gut und sorgen sogar hier und da für kleine Längen - bis Carls neuer Helfer Akram ins Spiel kommt. Der syrische Expolizist sorgt für die moralische Grauzone in der Serie, da nie ganz klar wird, welcher Einheit er in seiner Heimat eigentlich zugeteilt war.

In einer Szene im dritten Teil wendet er Gewalt an, um eine Information zu bekommen und geht wenig zimperlich mit ein paar jugendlichen Punks um. Andererseits ist er stets fokussiert, höflich und legt Wert auf die Einhaltung sowohl der Regeln als auch der Befehlskette.

Zu dem ungleichen Duo gesellt sich die kluge, flippige Rose, die zwar letztlich ebenfalls erst in Folge drei zum Team stößt, aber von Anfang an prominent aus dem Cast hervorsticht. Auch daran, dass Hardy das Ermittlerquartett komplettiert, besteht von Anfang an kaum ein Zweifel.

So betrachtet haben wir es hier also mit dem Runterspulen altbekannter Versatzstücke und Figurenkonstellationen zu tun. Diese wissen aber aufgrund des zynischen Grundtenors und den mittels eines langen Flashbacks eingeführten Cold Case zu gefallen. In der letzten Viertelstunde des Staffeleinstiegs nimmt die Handlung zudem rasant an Fahrt auf, so dass der Wunsch, mehr zu erfahren, stark genug zum Weiterschauen ist.

Die Figuren bringen es

Dept. Q“ präsentiert dem Publikum einen von Anfang an undurchsichtigen und mysteriösen Fall, der dank einiger Flashbacks, den Ermittlungen des Q-Teams und diversen Zeugenaussagen vorangetrieben wird. Um die Spannung zu erhöhen, setzen die Showrunner Scott Frank und Chandni Lakhani weiterhin auf gut getimte Szenen, in denen wir mehr über Merritts Schicksal erfahren. Mit Rücksicht auf potentiell neue Zuschauende wollen wir hier nicht weiter auf das Thema eingehen. Verraten sei nur, dass der Plot einige nette Wendungen und falsche Spuren bereithält, die das Mitraten fördern.

Neben der ansehnlichen Storyline sind es aber ganz klar die Darstellenden und ihre fiktiven Alter Egos, die für eine gesunde Mischung aus Abwechslung, den richtigen Schuss Humor, ein wenig Dramatik und Thrillerfeeling sorgen.

Morck ist nicht unbedingt der nette Kerl von nebenan und hat offensichtlich ein Problem in Sachen Sozialkompetenz. Dennoch trägt er das Herz am rechten Fleck. So versucht er redlich, die Beziehung zu seinem Stiefsohn zu verbessern, wird zu einer Art Mentor für die talentierte aber unerfahrene Rose und entwickelt großen Respekt für Akrams Ermittlerfähigkeiten.

So mancher Spruch seinerseits geht unter die Gürtellinie, wobei er zum Leidweisen seines Kollegiums meistens recht hat. Matthew Goode gelingt es dank seiner ruhigen Art, die genannten Eigenschaften prägnant auf den Bildschirm zu transportieren, wobei er die psychische Schieflage seiner Figur aber keineswegs außer Acht lässt.

Alexej Manvelov strahlt die gefährliche Ruhe eines Mannes aus, dem Gewalt alles andere als fremd ist, der aber andererseits seinem Glauben und seinem Gewissen verpflichtet ist. Akram und Carl sind sich in gewisser Weise ähnlich, obwohl der eine stets höflich und der andere das genaue Gegenteil davon ist...

Beide sind indes extrem zielstrebig, klug und besitzen die Eigenschaft, sich in Dinge verbeißen zu können. Dasselbe trifft auf Rose zu, die den humorigen Teil mit ihrer Standhaftigkeit gegen Carls Übellaunigkeit sanft unterstreicht, ohne aber ins Kitschige abzudriften. Sie kleidet und schminkt sich auffällig, hat aber ebenfalls einiges im Kopf und lernt schnell. Das einfühlsame Spiel von Leah Byrne sorgt dafür, dass man sie schon beim ersten Kennenlernen mag.

Last, but not least ist die vermisste Staatsanwältin alles andere als eine Sympathieträgerin. Chloe Pirrie verleiht ihrer Merrit eine große Portion Arroganz, Sturheit, Verbissenheit und eine stark egoistische Neigung. Auf die andere Seite ihres tiefschichtigen Persönlichkeitsspektrums gehen wir (ebenfalls aus Spoiler-Gründen nicht näher ein und überlassen es den Zuschauenden, sich eine Meinung über sie zu bilden.

Der Stil

Abschließend noch ein Wort zur audiovisuellen Gestaltung der Staffel. Regisseur Scott Frank zaubert eine gewisse Tristesse auf den Bildschirm, wie wir ihn vornehmlich aus schottischen Krimiserien wie Shetland oder zahlreichen Nordic-Noir-Formaten kennen.

Die Rauheit der Landschaft scheint die Profile der Figuren geradezu zu formen, denen wir während der Ermittlungen begegnen. Viele der befragten Zeugen sind kantig und undurchsichtig, die Dialogführung entsprechend direkt oft mit Halbnahen im Wechselschnitt gestaltet.

Die Musik von Hollywood-Komponist Carlos Rafael Rivera (Lessons in Chemistry, The Queen's Gambit präsentiert sich geschickt akzentuiert, kann aber auch dramatische Elemente offenbaren (man achte auf den Beginn von Folge fünf). Die Titelkomposition lehnt sich stilistisch an schottischen Rock an, ist dabei aber auch dezent punkig arrangiert und passt hervorragend zur Hauptfigur.

Fazit

So macht Fernsehen Spaß. „Dept. Q“ ist - abgesehen von dem etwas zu langen Beginn - absolut sehenswert. Die Handlung ist spannend, die Figuren kontrastreich genug, um zu unterhalten und stilistisch gibt es nichts zu bemängeln. Wer Krimis mag, auf ungewöhnliche Teamkonstellationen steht und einen Hang für raues Wetter und kantige Figuren hat, dürfte sich mit den neun Teilen der ersten (?) Staffel bestens unterhalten fühlen.

Dafür gibt es von uns viereinhalb von fünf Verdächtigen.

«Dept. Q» Trailer

Dept. Q Staffel 1 Episodenguide

1x01 – Folge 1

DCI Carl Morck kehrt nach einem beinahe tödlichen Vorfall an seinen Arbeitsplatz zurück und findet sich als Leiter einer neuen Abteilung wieder. Ein Staatsanwalt hat einen harten Tag vor Gericht. weiterlesen

1x02 – Folge 2

Als Carl und seine neue Assistentin beginnen, in ihrem ersten ungeklärten Fall zu ermitteln, kann er nicht verhindern, dass seine persönlichen Dämonen in sein Berufsleben eindringen. weiterlesen

1x03 – Folge 3

Carl und Akram stellen die schicksalhafte Fährfahrt auf dem Weg zur Insel Mhòr nach. Eine frustrierte Rose plädiert für den Beitritt zu ihrer Abteilung. weiterlesen

1x04 – Folge 4

Rose begibt sich auf die Insel, um herauszufinden, was Carl nicht herausfinden konnte. Akram findet eine Notiz, die die Ermittlungen in eine völlig neue Richtung lenkt. weiterlesen

1x05 – Folge 5

Das Verschwinden des Staatsanwalts wird mit einem Todesfall in Verbindung gebracht. Ein Handgemenge in einem Zeitungsbüro bringt Carl in die Schlagzeilen, und Moira geht zu einem Therapeuten. weiterlesen

1x06 – Folge 6

Die Polizei nimmt einen Verdächtigen für die Schießerei im Leith Park fest. Carl kehrt an den Tatort zurück, bevor er erneut in der Öffentlichkeit die Beherrschung verliert. weiterlesen

1x07 – Folge 7

Carl macht einigen mächtigen Männern gegenüber gefährliche Anschuldigungen, während Rose einen neuen Ansatz verfolgt, um mehr Informationen über Sam Haig herauszufinden weiterlesen

1x08 – Folge 8

Die Entführer geben ihrem Opfer einen Hinweis, während sie sie zu einer Antwort auf ihre Frage drängen. Dept. Q kommt der Lösung seines eigenen Rätsels näher. weiterlesen

1x09 – Folge 9

Eine jahrzehntealte Aufzeichnung trägt dazu bei, dass sich alle Indizien zusammenfügen. Doch während der Druck in der Kammer und außerhalb der Kammer steigt, kann Carl es rechtzeitig schaffen? weiterlesen

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