Defiance 1x09

Defiance 1x09

Eine tödliche Seuche breitet sich in Defiance aus von der auch wichtige Entscheidungsträger nicht verschont bleiben. Nur eine Gruppe von Aliens ist immun. Das führt in der Episode If I Ever Leave This World Alive zu einem neuen Kräfteverhältnis in der Stadt.

Zwei Familien sorgen sich um eine Kranke in der Serie „Defiance“. / (c) SyFy Media
Zwei Familien sorgen sich um eine Kranke in der Serie „Defiance“. / (c) SyFy Media

Mit der Episode If I Ever Leave This World Alive ist es wie schon so häufig in der Serie Defiance, auf dem Papier liest sich die Idee der Episode gut: Eine tödliche Seuche, die zur Internierung einer ganzen Bevölkerungsgruppe führt. Doch richtige Spannung kommt dann leider doch nicht auf. Und so plätschert diese Episode mehr oder weniger seicht vor sich hin. Ein kleiner Schockmoment kann den Zuschauer jedoch kurz aus der Gleichgültigkeit reißen.

Unterschiede machen

Die Serie Defiance versucht immer mehr, die Probleme und Missverständnisse zwischen den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen zum Gegenstand der Handlung zu machen. Doch diese eigentlich ganz vielversprechende Idee hapert an den Klischees, die die Serienmacher bei der Charakterisierung der Votaner herangezogen haben. Die Casthitaner sind noch die stärkste Gruppe, vielleicht auch deswegen weil sie in erster Linie durch die nur dreiköpfige Familie Tarr charakterisiert werden. Auf der einen Seite haben wir die machtbewussten Eltern, die sich an Kaltblütigkeit und Machtstreben je nach Episode übertreffen. Wer ist hier eigentlich wessen Handpuppe? Man weiß es nicht, aber eines ist deutlich: Diese stilvolle Zurückhaltung, die doch eigentlich nur ein mehr oder weniger aggressives Machtstreben überdeckt, charakterisiert die Casthitaner ein Stück weit auch als Gruppe. Dazu gehört auch die Ausnahme Alak Tarr (Jesse Rath), der sein Herz zwar einem Menschen geschenkt hat, aber im letzten Moment dennoch Amanda (Julie Benz) sabotiert, damit sein Vater Datak (Tony Curran) zum Angriff ansetzen kann.

Von den Indogenen sieht man wenig. Wenn hin und wieder kleine Rollen wie der Sekretärsposten der Bürgermeisterin zu besetzen sind, tauchen Indogene auf dem Bildschirm auf, die aber keine große Bedeutung spielen. Nur Doktor Yewll (Trenna Keating) sticht aus der Masse hervor.

Weniger gelungen sind jedoch die Irathier, die sich mittlerweile anfühlen wie eine willkürlich zusammengestellte Mischung aus Klischees über amerikanische Ureinwohner und andere indigene Völker. Dazu passt besonders auch die Besonderheit, die Irisa (Stephanie Leonidas) innehat, ihre höhere Bestimmung. Schade daran ist, dass wir abgesehen von der Tochter des Gesetzeshüters niemanden aus dieser Gruppe gut genug kennenlernen um uns ein differenzierteres Bild machen zu können.

Nun werden sie also interniert, was wenig Spannung hervorbringt, da wir wissen, dass Irisa nicht sterben wird und sonst niemanden wirklich kennen. Dass dann tatsächlich jemand umkommt, macht die Sache nicht besser, denn es ist einfach nur das zweite Mal, dass Irisa ihre Verbundenheit durch gemeinsame Trauer ausdrücken darf. Der eigentliche Konflikt fühlt sich viel zu aufgesetzt an und kommt zu platt daher.

Die großen Drei

Ein weiterer Grund, wieso die Episode If I Ever Leave This World Alive ein bisschen unmotiviert vor sich hinplätschert, könnte durch die Tatsache erklärt werden, dass die Personen, die für gewöhnlich im Zentrum stehen größtenteils ausgeschaltet sind. Irisa ist gefangen, während Nolan (Grant Bowler) und Amanda einen Teil der Episode krank verbringen. Das ist eine mutige Entscheidung der Autoren, die die anderen Figuren mehr in den Mittelpunkt rückt. Und das funktioniert auch für Datak, Rafe (Graham Greene) und Nicolette (Fionnula Flanagan), denen ein bisschen mehr Leben eingehaucht wird.

Rafe spielt den Archetyp des Menschen, der seine Mitmenschen beschützen und dafür auch mal einen steinigen Weg gehen will. Dank des Charmes des Schauspielers bleibt die Figur dabei weitgehend sympathisch. Dabei hilft auch, dass sein Widersacher Datak sich in dieser Defiance-Episode als eine Art Psychopath zeigt, der ein Massaker anrichtet, das nicht nötig gewesen wäre.

Datak steht auch in Zusammenhang mit der einzigen Überraschung, die die Episode If I Ever Leave This World Alive bietet: Connor (Gale Harold) stirbt. Einerseits ist es immer eine schlechte Idee für eine Gastfigur ihr Geheimnis preiszugeben, weil es fortan keinen Zweck mehr für sie geben könnte. Doch Connor hat sich in kürzester Zeit mehr als echter Charakter etabliert als zum Beispiel Christie McCrawley (Nicole Muñoz) und ihr verwirrter Bruder es bisher geschafft haben. Ihn noch ein bisschen länger zu behalten hätte der Serie Defiance sicher nicht geschadet.

Sein Geheimnis ist schon ein kleiner Schocker, zumindest für das US-amerikanische Fernsehen: Amanda hat aus Angst ein Baby abgetrieben. Und das auch noch ohne den so freudigen Vater einzuweihen. Doch das ist nur eine Seite der Geschichte. Es wird sicher nicht lange dauern und wir erfahren Amandas Seite und dann wird aus der freien Entscheidung zur Abtreibung vermutlich eine verzweifelte oder gar heldenhafte Tat.

Nicolette zeigt sich von ihrer besten Seite, sie manipuliert Quentin, ihr den goldenen Gegenstand zu geben und schickt ihn auf eine Odyssee, die wohl kein gutes Ende nehmen wird. Doch so richtig Bösewichtqualitäten zeigt sie erst im Auto, als sie mit Doktor Yewll über die Zukunft des Planeten spricht. Nicolette ist symbolisch für die Serie, sie hat eine Aufgabe - die des Bösewichts - und die spielt sie so klischeehaft aus, dass es fast schon wieder amüsant ist, wenn sie die Zerstörung des Planeten in Aussicht stellt. Immerhin erfahren wir etwas über ihre Vergangenheit, wenn auch nur wenig. Die Story um den von Quentin gefundenen Gegenstand bleibt mysteriös und es ist schade, dass sie auch von den Figuren getragen wird, die nicht gerade vielschichtig daherkommen. Mehr über Nicolette zu erfahren, ihre Motive, ihre Vergangenheit zu kennen, ist ausschlaggebend, ob man dieser Story überhaupt mit Interesse folgen möchte.

Am Rande

Ach ja, die Hochzeit von Alak und Christie ist auch noch passiert. Doch nach wie vor ist es schwierig, Zugang zu diesem Paar zu finden. Beide haben Eltern, die immer wieder unter Schurkenverdacht geraten und die Liebe der beiden bringt eine menschliche, verletzliche Seite in diese drei Figuren. Viel mehr kann diese Beziehung jedoch nicht.

Auch Botschafterin Olfin Tennty (Jane McLean) zeigt sich in der Episode If I Ever Leave This World Alive als zahnloses Monster. Sie wurde als Erzfeindin für Defiance aufgebaut, aber fühlt sich eher wie eine aus der Verlegenheit geborene, kurze Verhinderung an. So heroisch ist die Rede von Nolan nun auch nicht, dass man dafür eine Blockade einbauen müsste, die sich dann ohne weitere Probleme auflöst. Aber es bringt Nolan und Connor näher zusammen, was jedoch auch merkwürdig wirkt wenn man weiß, dass dies sein letzter Auftritt sein wird.

Fazit

Die Serie Defiance ist immer dann am besten, wenn sie es schafft, einen Charakter zu entwickeln. Doch das kommt leider nur selten vor. Meistens teilen sich zu viele Figuren die knappe Zeit, bleiben blass und oft klischeehaft. Dazu kommt, dass in der Episode If I Ever Leave This World Alive der zentrale Aspekt, die Seuche, kaum Spannung aufbauen kann.

Verfasser: Serienjunkies.de am Dienstag, 18. Juni 2013
Episode
Staffel 1, Episode 9
(Defiance 1x09)
Deutscher Titel der Episode
Seuchenalarm
Titel der Episode im Original
If I Ever Leave This World Alive
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 17. Juni 2013 (Syfy)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 18. Juni 2013
Autor
Clark Perry
Regisseur
Allan Kroeker

Schauspieler in der Episode Defiance 1x09

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?