Defiance 1x07

Während ein Sturm aus Blechteilen und Schrott über Defiance zieht sind die Bewohner gezwungen, sich in den Häusern aufzuhalten. Diese Ausgangssituation ermöglicht in der Episode Goodbye Blue Sky einige interessante Konstellationen. Doch einige der Handlungsstränge fühlen sich aufgesetzt und halbherzig an.
Zusammenleben
Kulturelle Missverständnisse und Probleme sind immer wieder ein Thema in der Serie Defiance, aber in der Episode Goodbye Blue Sky steht das ungewöhnlich stark im Vordergrund. Leider wirken die einzelnen Ausprägungen wenig durchdacht. Der Sturm wäre die Gelegenheit gewesen, verschiedene, komplizierte Aufeinandertreffen zu kreieren und es scheint als wenn das auch die Idee der Autoren gewesen ist. Doch das Resultat lässt zu wünschen übrig.
Die Story, die sich zwischen Stahma (Jaime Murray) und Kenya (Mia Kirshner) entwickelt, schon das Aufeinandertreffen und erst recht die sexuelle Beziehung, kommt aus dem Nichts. Doch statt aus diesem Überraschungsmoment Spannung zu ziehen, brechen die Autoren auf irritierende Weise mit dem Charakter Stahma. Stahma wurde als starke Frau aufgebaut, als machtbewusst, manchmal gar ein bisschen arrogant. Oft schien es als wenn sie gar nicht unbedingt hinter ihrem Mann stehen würde, sondern auf Augenhöhe, vielleicht gar noch manipulativer als er agiert. Doch was wir in dieser Defiance-Episode geboten bekommen, fühlt sich für den Charakter befremdlich an. Andererseits ist es eine willkommene Storyline für Kenya, da es ihr eine weitergehende Integration in die Geschehnisse ermöglicht, endlich eine, die über die Beinahfreundin des Gesetzeshüters hinausgeht.
Auch der Streit zwischen Alak (Jesse Rath) und Christie (Nicole Muñoz) bleibt oberflächlich. Und fühlt sich besonders deswegen deplatziert an, weil die Beziehung der beiden bisher reines Mittel zum Zweck geblieben ist. Es geht um die familiären Verwicklungen, um den Romeo-und-Julia-Effekt, aber es ging bisher nie um die beiden und wieso sie sich füreinander entschieden haben. Das macht es schwierig, sich für die kleinen, alltäglichen Streitereien der beiden zu erwärmen.
In beiden Fällen bleibt abzuwarten, ob mehr dahinter steckt.
Der Ursprungskonflikt
Möglich ist es allerdings auch, dass die Konflikte zwischen Kenya und Stahma wie auch der zwischen Alak und Christie nur als Spiegel für das zentrale Paar dienen sollen. Als Untermalung für die kulturellen Unterschiede, die sich zwischen Nolan (Grant Bowler) und Irisa (Stephanie Leonidas) auftun. Er hat sie als seine Tochter angenommen, doch er hat sie nach seinen Anschauungen erzogen und ihre Herkunft dabei außer Acht gelassen. Das rächt sich nun. Irisa macht sich auf, ihre Wurzeln zu suchen und stößt dabei nicht gerade auf Unterstützung durch Nolan.
Das ist ein Konflikt, der seit einigen Episoden vorbereitet wird und alleine schon deswegen von Interesse ist, weil wir die Beziehung der beiden seit der ersten Episode begleiten und anders als im Fall von Christie und Alak echten Anteil daran nehmen können. Dass Nolan Sukar (Noah Danby) nicht vertraut und ihn tötet, treibt einen Keil zwischen die beiden, der schwerwiegend sein dürfte.
Abseits von allem
Die Vorgänge im Hause McCawley könnten durchaus zur Spannung beitragen, doch sie sind nach wie vor von allen anderen Storys abgeschnitten. Was Nicky (Fionnula Flanagan) bezwecken will, wieso Quentin (Justin Rain) weiterhin seinen Bruder halluziniert und was das alles mit den mysteriösen Gegenständen zu tun hat, die Rafe (Graham Greene) eigentlich unbedingt loswerden will, das könnte langsam etwas deutlicher werden.
Fazit
Defiance versucht zu einem großen Teil von den kulturellen Konflikten und den Charakterzeichnungen zu leben. Doch dafür bleiben die Figuren oft zu oberflächlich. Diese Schwäche tritt in der Episode Goodbye Blue Sky ganz besonders auffällig hervor. Der Sturm tritt in den Hintergrund um den kulturellen Konflikten Platz zu machen, doch das lohnt sich kaum.
Verfasser: Serienjunkies.de am Mittwoch, 5. Juni 2013(Defiance 1x07)
Schauspieler in der Episode Defiance 1x07
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