Dead End: Mit den Cowboys kam das Verbrechen - Review

Dead End: Mit den Cowboys kam das Verbrechen - Review

Mit Dead End ist bei ZDF Neo eine frische deutsche Crimeserie mit Antje Traue in der Hauptrolle gestartet. Kann das Vater-Tochter-Duo, das in der brandenburgischen Provinz Kriminalfälle löst, überzeugen?

Fabian Busch und Antje Traue in „Dead End“ (c) ZDF Neo
Fabian Busch und Antje Traue in „Dead End“ (c) ZDF Neo
© abian Busch und Antje Traue in „Dead End“ (c) ZDF Neo

Die Forensikerin Emma (Antje Traue) hat in ihrem Beruf Karriere in den USA gemacht. Als sie zum 75. Geburtstag ihres Vaters (Michael Gwisdek) zurück in ihren überschaubaren Heimatort in Brandenburg kehrt, kommt ihr etwas an einem vergangenen Fall, der ihren Vater als Rechtsmediziner beschäftigt, komisch vor. Könnte es vielleicht Mord und nicht nur ein Unfall gewesen sein?

Was geschieht in der ersten Episode von „Dead End"?

Emma entwickelt Interesse an dem vermeintlichen Unfall, als sie einen Fehler ihres Vaters entdeckt, der das Ganze in ein neues Licht taucht, denn, da die Möglichkeit besteht, dass der verstorbene Landstreicher bereits, bevor er in einer Scheune verbrannte, tot gewesen ist, liegt nun Mord als Schlussfolgerung auf dem Tisch. Nachdem sich ihr Verdacht erhärtet, setzt sie nach und nach die Puzzlestücke zusammen, denn offenbar haben einige Dorfbewohner etwas zu verbergen. Schließlich kommt sie dahinter, wie die mysteriösen Mordanschläge auf die lokale Finessclubbesitzerin mit dem Fall in Zusammenhang stehen, was sich als lebensbedrohlich für sie erweist...

Passiert ja immer irgendwas hier. Also oft. Oder manchmal. Nich, oder?

Dead End (2019) sucht sich als Setting das Örtchen Mittenwalde in Brandenburg aus und etabliert ein Vater-Tochter-Duo als ungleiches Forensikerteam. Dabei setzt man vor allem auf den skurillen Charme seiner Protagonistin, deren Faszination mit toten Organismen der Job, den sie in den USA nachging, quasi mit sich bringt. Soziale Interaktionen sind hingegen nicht so wirklich ihr Ding, denn, wenn sie nicht gerade kurz angebunden ist, enden die Konversationen unter anderem mit merkwürdigen Anekdoten, die ihr Gegenüber schon einmal die Flucht ergreifen lassen.

Problematisch ist dabei nicht, dass die Stimmung der Serie auf düster getrimmt ist oder die Skurrilität, die in den Dialogen reflektiert werden soll, sondern, dass speziell die Dialoge sehr seltsam wirken. Aber eben eher seltsam im Sinne von unnatürlich, denn mehrfach beißen sich Schauspiel und Dialoge, was an einigen Stellen die Szenen sehr künstlich wirken lässt. Die Haupdarstellerinnen Antje Traue und ihre Kollegin Victoria Schulz machen, was ihr Spiel betrifft, einen guten Eindruck, alle anderen Figuren fallen eher negativ auf, denn die Interaktionen wirken oftmals nicht gerade authentisch.

Da hilft es zusätzlich auch nicht, dass der Fall ziemlich übersichtlich verläuft, wenig Spannung aufkommt und er nicht wirklich schwierig vorherzusagen ist. Ganz seltsam mutet vor allem an, dass das Anschlagsopfer am Ende zugibt, ganz genau zu wissen, wer versucht, sie umzubringen und dass er es bereits mehrfach probiert hat. Aber, nachdem nach ihrer Aussage aus Liebe Hass geworden ist, scheint sie absolut nichts dagegen zu unternehmen, dass er immer wieder versucht, sie ins Jenseits zu befördern. Frei nach dem Motto: „Wenn's denn mal klappt, ist es eben so.“ Lethargisch bis in den Tod.

Fazit

Holprige Dialoge und ein ziemlich schnarchiger erster Fall verhindern, dass Spannung in Mittenwalde aufkommt, auch wenn man sich sichtlich Mühe gibt, dem Ganzen eine düstere und bizarre Note zu verleihen. Doch unterm Strich ist selbst dies zu milde gehalten, um sich wirklich abzuheben und einprägsam zu sein. Vielleicht mag das im Vorabendprogramm reichen, wo die Serie ehrlich gesagt auch laufen könnte. Mehr Ambitionen sollte Dead End (2019) aber nicht an den Tag legen, es sei denn die nachfolgenden Episoden legen in vielerlei Hinsicht eine Schippe drauf.

Die gesamte erste Staffel mit insgesamt sechs Folgen ist in der ZDF-Mediathek abrufbar.

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