Dark Matter 2x12

Dark Matter 2x12

Mit seinen Erinnerungen komplett intakt, leitet Four alles in die Wege, um den Thron von Zairon zurückzuerobern. Doch den Ausgang dieser Episode vorherzusagen, ist keine leichte Aufgabe, denn sie lässt ihre Zuschauer mit großen Augen zurück.

Die Crew der Raza infiltriert den Palast. / (c) Syfy
Die Crew der Raza infiltriert den Palast. / (c) Syfy

In der Episode Sometimes in Life You Don't Get to Choose der Serie Dark Matter setzt Four (Alex Mallari Jr.), nachdem er nun im Besitz seiner Erinnerungen ist, alles daran, den Thron von Zairon zurückzuerobern. Der Weg dahin ist allerdings von Fallen und Intrigen geprägt.

You guessed wrong

Zwar ist Four gewillt, alles Nötige zu tun, um durch seine Leitung den Krieg für Zairon zu gewinnen, jedoch verkündet er, dass er nicht die Absicht hat, dieses Ziel durch einen Coup zu erreichen. Nachdem er einen wichtigen General seines Bruder Hiro (Karl Ang) auf seine Seite zieht, organisiert er mit dessen Wissen einen Hinterhalt für den Herrscher.

Dabei überzeugt er seinen Bruder, den Thron an ihn abzugeben und ihre Mutter, die für den Tod ihres Vater und das Exil von Four verantwortlich ist, zur Rechenschaft zu ziehen. Dieser Plan geht jedoch nach hinten los, denn ihre Mutter (Mung-Ling Tsui) sichert sich die einmaligen Fähigkeiten der Seer, um die Schachzüge des rechtmäßigen Thronfolgers vorauszusagen.

Jodelle Ferland in %26bdquo;Dark Matter%26ldquo; © Syfy
Jodelle Ferland in %26bdquo;Dark Matter%26ldquo; © Syfy

Dadurch gerät Four in eine Falle, die ihm das Leben kosten könnte, denn im Schauprozess ordert seine Mutter seine Exekution an. Das lässt die Crew der Raza allerdings nicht zu. Sie kommt ihrem Freund zu Hilfe, indem sie im Palast Chaos anrichtet, während Five (Jodelle Ferland) dessen Bruder aus seinen Gemächern befreit. So kann dieser im Zuge des Showdowns im Thronsaal seine Mutter anklagen und den Thron an seinen Bruder übergeben.

Exil für die Kaiserin und eine Zusammenarbeit mit den Seers, damit er die Technologie des Blink-Drives nicht benötigt, um den Krieg zu gewinnen, klingen nach sinnvollen Voraussagen von Hansmeed (Daniel Fathers). Doch es kommt alles anders. Auf Fours Kommando massakrieren seine loyalen Wachen nicht nur sämtliche Seer und seine Mutter, er lässt zudem auch noch seinen Bruder hinrichten, was die übrigen Mitglieder seiner Crew mit Entsetzen zurücklässt. Four existiert nicht mehr. Lang lebe Ishida Ryo, Herrscher von Zairon.

I am Ishida Ryo

Alle Fans von Dark Matter können nun doppelt so froh sein, dass die Sci-Fi-Serie verlängert wurde, denn Sometimes in Life You Don't Get to Choose beweist eindrucksvoll, welches Potential in der Serie steckt.

Zunächst einmal stimmt in dieser Episode die Dynamik, denn die Geschichte um die Eroberung des Throns von Zairon ist keine Sekunde langweilig. Gleichzeitig fließen viele bekannte Aspekte wie das Teamwork der Crew und das Auftauchen bereits zuvor etablierter Figuren positiv mit ein. Doch was die Folge zu einem besonderen Genuss macht, von dem man sich mühelos mitziehen und treiben lassen kann, ist die Schwierigkeit, den Ausgang der Jagd nach dem Thron von Zairon vorausahnen zu können.

Zuvor wird thematisiert, ob die alten Erinnerungen eine neue Person aus Four (Alex Mallari Jr.) machen könnten. Five (Jodelle Ferland) macht sich, wie wir letztendlich fest stellen, zu Recht Sorgen um dessen subtile Transformation. Doch die Argumente von Six (Roger Cross) sind logisch und können in diesem Moment sowohl seine Kameradin als auch ein Stück weit den Zuschauer überzeugen.

Gab es Warnsignale in seinem Verhalten? Er war in erster Linie gesprächiger als gewohnt und hatte hin und wieder sogar ein für ihn untypisches Lächeln auf den Lippen. War das alles nun nur eine Scharade? Konsequent und kompromisslos ist er auch zuvor bereits gewesen, was also durchaus mit seiner letzten Entscheidung übereinstimmt. Zudem liefert er der Androidin (Zoie Palmer) die Möglichkeit, sich selbst zu finden und erklärt Two (Melissa O'Neil), dass sie ihm als Empathie empfindende, selbstsichere Anführerin wesentlich besser gefällt, als die rücksichtslose Portia Lin. Allerdings ist Empathie genau das, was er im Thronsaal eben in keinster Weise zeigt. Stattdessen demonstriert er die eisige logische Kälte, die man in ihm nicht mehr so deutlich vermutet hätte.

Die Autoren mögen sich für die Szene im Thronraum etwas von Game of Thrones inspiriert haben lassen, doch die gelungene Inszenierung spricht für sich. Das Schockierende am Exekutionskommando von Four ist nicht der Tod der Seer oder die Ermordung seiner Mutter, es ist die Entscheidung, seinem Bruder ein blutiges Ende zu bereiten, die seine Persönlichkeitsveränderung effektiv verdeutlicht. Schließlich war dieser in Grunde genommen stets auf seiner Seite und hatte sich lediglich von seiner Mutter blenden lassen. Gleichzeitig ist nun auch Fours Rolle in Bezug auf den Suizid des Bruders von Nyx (Melanie Liburd) von den Seern offenbart. Wie zu erwarten, hat Nyx diese Nachricht mit ungläubigem Entsetzen aufgenommen, was definitiv das Ende ihrer Beziehung markiert, denn es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass sie ihm dies jemals verzeihen wird.

Ellen Wong und Alex Mallari Jr. in %26bdquo;Dark Matter%26ldquo; © Syfy
Ellen Wong und Alex Mallari Jr. in %26bdquo;Dark Matter%26ldquo; © Syfy

Die Vorschläge von Hansmeed klangen so versöhnlich und nach glücklichem Ende für alle Beteiligten, dass dies wie ein runder Abschluss wirkte. Doch diese fröhliche Schlusssequenz wird überraschend und rabiat mit dem Schwert zerteilt und ist genau deswegen so gelungen. Was wird Ryo nun mit seiner Crew anstellen? Sie waren sichtlich entsetzt von seiner Entscheidung, welche von seiner langjährigen Freundin Misaki (Ellen Wong) so willentlich ausgeführt wurde. Er könnte sich als formidabler Antagonist erweisen - schließlich ist ein ehemaliger Freund und Verbündeter als Feind eine emotional wesentlich größere Hürde als ein kaum bekannter Bösewicht.

Six hat ihm unmissverständlich klar gemacht, dass er den Blink-Drive nicht in die Hände bekommen soll, doch ohne die Hilfe der Seer ist der Antrieb der einzige Vorteil, der ihm bleibt, um das Blatt des Krieges noch zu wenden.

Während in der letzten Episode auf technischer Seite noch etwas Kulissen-Recycling angesagt war, so muss man in diesem Fall im Kontrast auch anmerken, dass die Raumschlachten beziehungsweise Effekte durchaus ansehnlich waren und das Set-Design des Palastes ebenfalls überzeugen konnte.

Fazit

Sometimes in Life You Don't Get to Choose ist von Spannung und Dynamik geprägt und endet mit einem Paukenschlag, für den wir gerne die Höchstwertung aus dem Hut ziehen. Dark Matter schwankte diese Staffel qualitativ gelegentlich, steigert dafür sich zum Endspurt erfreulicherweise deutlich.

Verfasser: Tim Krüger am Montag, 12. September 2016
Episode
Staffel 2, Episode 12
(Dark Matter 2x12)
Deutscher Titel der Episode
Episode Fünfundzwanzig
Titel der Episode im Original
Sometimes in Life You Don't Get to Choose
Erstausstrahlung der Episode in Kanada
Freitag, 9. September 2016 (Syfy)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 26. September 2016
Autoren
Joseph Mallozzi, Paul Mullie
Regisseur
William Waring

Schauspieler in der Episode Dark Matter 2x12

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?