Dark Matter 2x10

In der Episode Take the Shot der Serie Dark Matter hat die Crew zunächst mit gefährlichen Halluzinationen zu kämpfen. Als sich die Situation auf der Raza weiterhin verschlimmert, muss sich die Besatzung die Frage stellen, ob die Androidin (Zoie Palmer) eine Gefahr darstellt, oder ob sie die einzige ist, welche das Schiff noch retten kann.
Function or malfunction. That's the question.
Two (Melissa O'Neil) und Four (Alex Mallari Jr.) sehen sich plötzlich gefährlichen Feinden gegenüber, während Three (Anthony Lemke) eine Begegnung mit seiner verstorbenen Ehefrau in seinem Quartier hat. Nachdem Four feststellt, dass er sich lediglich mit einer Illusion von Misaki (Ellen Wong) ein Duell geliefert hat, und Five (Jodelle Ferland) Nyx (Melanie Liburd) zusammen mit Six (Roger Cross) auf die Suche schickt, um nach Two und Three zu sehen, können sie die Situation gerade noch unter Kontrolle bringen.
Die Suche nach der Ursache der Visionen, die für die Crewmitglieder beinahe tödlich endeten, ist schnell gefunden: Die Androidin berichtete ihnen zuvor von seltsamen Träumen und lässt während ihres Aufladezyklus ihr Abbild mit Standardeinstellungen zurück.
Dieses berichtet ihnen, dass ein neues Programm in der Androidin aktiviert wurde, das die Schiffsprotokolle überschreibt, um die Kontrolle zu übernehmen. Gleichzeitig drängt das Abbild die Crew zur Eile und warnt, dass nicht mehr viel Zeit bleibt, bis die Androidin sich den alleinigen Zugriff auf die Schiffssysteme einverleibt.
Von diesem Ultimatum getrieben diskutiert die Besatzung darüber, ob sie das Problem mit einer Kugel im Kopf ihres potentiell gefährlichen Crewmitglieds lösen muss. Doch Five glaubt nicht an die Behauptung des Abbilds und findet bei ihren Nachforschungen heraus, dass das Programm selbst vom Computervirus gekapert wurde. Gemeinsam mit der Androidin gelingt es Two mit einer waghalsigen Aktion schließlich, dem Virus Einhalt zu gebieten und die Kontrolle über eine angeschlagene Raza wiederzuerlangen.
It's all in your head
Take the Shot beschäftigt sich mit der Frage der Zugehörigkeit der Androidin (Zoie Palmer), welche seit Beginn der Serie immer größere Veränderungen durchlaufen hat. Durch das Treffen mit der außergewöhnlichen Gruppe anderer Androiden, die temporäre Aktivierung des Emotionschips und ihre immer menschlicher wirkenden Wesenszüge gelangt sie zu sozialen und emotionalen Statusfragen, die sie sich stellt:
Sind die Besatzungsmitglieder der Raza meine Freunde? Wie passe ich in die Gruppe hinein und wäre ich an einem anderen Ort besser aufgehoben? In ihrem Traum repräsentiert Victor (Brendan Murray) eine mögliche Antwort, laut welcher sie besser bei den „freien“ Androiden aufgehoben wäre. Allerdings können weder Victor noch ihr Abbild genug Zweifel an ihrem Gefühl aufkommen lassen, dass die Raza ihr Zuhause und die Crew ihre Familie geworden ist.
Die ausbleibenden Einwände über den Neuaufbau des Neurolinks bestätigen ihre logische Schlussfolgerung, dass sie und die Mannschaft mittlerweile Freunde sind, die sich gegenseitig ihr Leben anvertrauen würden. Es war diesbezüglich in dieser Episode interessant mitanzusehen, wie Zoie Palmer neben der Androidin, die immer mehr menschliche Nuancen assimiliert und in ihr emotionales Repertoire aufnimmt, auch eine kühle und tödliche Variante in Form der Simulation übernehmen durfte. Gerade dieser Kontrast machte wunderbar die Entwicklung deutlich, die sie seit ihrer Inbetriebnahme in der Pilotepisode gemacht hat.

Gleichzeitig wurde uns ein Einblick in die Psyche von drei weiteren Hauptfiguren gewährt: Two (Melissa O'Neil) plagen immer noch Ängste, wieder zurück in das Labor von Rooke gebraucht zu werden, während ihre Nanobots sie erneut vor einem sicheren Tod bewahrt haben, den sie zum Wohl des Schiffs ohne zu zögern in Kauf genommen hätte. Zwar ist Threes Reaktion auf die illusorische Rückkehr seiner Frau zunächst verständlich, doch passte es nicht ganz ins Bild, dass er so weit gegangen wäre, sich das Leben zu nehmen. Zum einen ist er nicht wirklich der Persönlichkeitstyp, der solche Tendenzen zeigt und zum anderen hatte er die Fassade eigentlich bereits frühzeitig durchschaut.
Die größte Veränderung einer Figur wurde von diesen Halluzinationen bei Four (Alex Mallari Jr.) ausgelöst. Dieser ist nun fest entschlossen, nach Zairon zurückzukehren. Allerdings gelang seinem Alter Ego in der Parallelwelt die Eroberung des Throns nur, weil er noch wusste, wem er dort vertrauen kann. Diese Informationen würden ihm nur zur Verfügung stehen, wenn er sich die an Bord gespeicherten Daten mit seinem alten Persönlichkeitsabbild und die damit einhergehenden Erinnerungen zunutze machen würde.
Fives (Jodelle Ferland) Vermutung ist es, dass „Parallel-Truffault“ ihnen mit dem Virus ein letztes Abschiedsgeschenk vermacht hat. Das klingt momentan eher wie eine halbherzige Theorie. Wenn man schon Mutmaßungen in diese Richtung anstellt, könnte der Saboteur auch auf der entkommenen zweiten Marauder zu finden sein. Schließlich bemühen sich die Autoren sicherlich, so viele Mysterien wie möglich miteinander zu verknüpfen.
Fazit
Nach Take the Shot sind trotz der erheblichen Persönlichkeitsveränderungen der Androidin nun keine Zweifel mehr übrig, wie stark ihre Verbindung mit der Crew der Raza geworden ist und dass diese auf Gegenseitigkeit beruht. Zwar liefert uns die Episode nur einen kleinen Blick in Richtung zukünftiger Geschehnisse, doch in Anbetracht der Verlängerung von Dark Matter wissen wir nun, dass sich die Autoren die Zeit durchaus nehmen können, einzelnen Charakteren im Fokus noch mehr Substanz zu verleihen.
Der Trailer zur nächsten Doppelfolge von „Dark Matter“ (2x11, 2x12)
Verfasser: Tim Krüger am Montag, 5. September 2016Dark Matter 2x10 Trailer
(Dark Matter 2x10)
Schauspieler in der Episode Dark Matter 2x10
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?