Dark Matter 1x02

Im direkten Anschluss an den ersten Teil der Pilotepisode versucht die sechsköpfige Crew inklusive der Schiffsandroidin nicht nur, die schockierenden Informationen über ihre Identitäten zu verarbeiten, sie müssen sich zudem zwischen ihrem Gewissen und ihrem Auftrag entscheiden.
Not knowing would make me wanna know all over again
Piraterie, Diebstahl und Mord. Diese Dinge hat fast die gesamte Crew gemeinsam, denn sie alle scheinen nicht die Sorte von Umgang zu sein, die ein aufrechter Bürger pflegen würde. Als Söldner von einem Großkonzern angeheuert, um die Arbeiter eines kleinen Minenplaneten auszulöschen, müssen sie sich entscheiden, ob sie ihren Auftrag ausführen. Schließlich wäre es keine gute Idee, sich einen neuen mächtigen Feind zu schaffen.
Unter Anweisung von Two (Melissa O'Neil), die die Leitung des Schiffes übernommen hat, beschließen sie, die Minenarbeiter nicht vom Planeten zu fegen, sondern ihnen stattdessen einen Teil ihres Waffenarsenals als Unterstützung zu lassen. Doch, bevor sie wieder aufbrechen können, ist bereits Ärger im Anflug: Ein Schiff ihres Auftraggebers samt kleiner Privatarmee betritt den Orbit, um ihren überfälligen Job für sie zu erledigen.
Nachdem die „Verhandlungen“ eskalieren und sie die Vorhut gemeinsam mit den Minenarbeitern und deren Familien blutig niederschlagen, steht ihnen ein erneuter bewaffneter Konflikt, in dessen Zügen sie nun unweigerlich auf der Seite der Hilfsbedürftigen Fraktion gelandet sind, kurz bevor.
Gemeinsam mit den Bewohnern des Planeten an ihrer Seite begeben sie sich in einen schier ausweglosen Kampf, während ein anderer Teil der Crew einen Notfallplan in die Tat umsetzt, der letztendlich die Rettung darstellt: Two entscheidet sich spontan, einen rivalisierenden Konzern um Hilfe zu bitten und kehrt mit zwei zusätzlichen Kreuzern als Verstärkung im Schlepptau zurück. Mit dieser Unterstützung haben sie nicht nur die überlegene Feuerkraft, sondern auch noch eine Vereinigung, welche die Minenarbeiter unter ihren Schutz stellt. Somit macht sich die Crew gemeinsam mit ein paar Freunden und einem mächtigen Feind mehr auf der Liste auf den Weg in zukünftige Abenteuer.
Gut, böse oder vielleicht beides?
Nachdem der erste Teil des Piloten zwar interessant, aber abrupt endete, ist es durchaus sinnvoll, den zweiten Teil der Episode der Syfy-Serie ebenfalls zu beleuchten. An der Tonart der Serie ändert sich grundsätzlich, wie zu erwarten war, nichts. Prinzipiell lässt sich Episode 2 in die ruhige Hälfte, die grundsätzlich dasselbe Tempo wie bisher aufweist, und eine actionlastige Hälfte aufteilen.
Dabei werden die Eindrücke, die die Figuren bisher gemacht haben, noch vertieft und ihre Kernstrukturen bleiben erhalten. Etwas überraschend tauen Three (Anthony Lemke) und Four (Alex Mallari Jr.) im Verlauf der Folge ein wenig auf. Im Fall von Four war dies auch bitter nötig, so war er bisher doch nicht viel mehr als das wandelnde Klischee, nach dem alle Asiaten Nahkampfexperten und Schwertenthusiasten sind. Auch Three bewahrt sich zwar grundsätzlich sein Image als „harter Hund“, doch insgesamt wirkt er weitaus zugänglicher als zuvor. Vielleicht ist der Funken Humor, der immer wieder auch bei anderen Crewmitgliedern durchsickert, ein sinnvoller und gut ausbaufähiger Ansatzpunkt für die Zukunft.
Etwas schnell wirkte der Wandel beziehungsweise die Entscheidung der Crew, sich auf der gerechten Seite und nicht auf der Seite des Geldes einzuordnen. Dass wir nun nicht die Bande von Mördern und Verbrechern, welche sie höchstwahrscheinlich einmal gewesen sind, verfolgen werden, war abzusehen. Doch etwas widerwilliger hätten sie sich grundsätzlich ruhig anstellen dürfen. Aber dafür ist ja noch in zukünftigen Folgen Platz, in denen sie anstelle der Wandlung von Böse zu Gut hoffentlich noch ein paar Grauzonen durchlaufen.

Der Schießerei merkt man die professionelle Produktion, aber ein kleines Budget deutlich an. Während die Kameraaufnahmen und die Choreografie ansehnlich sind, beschleicht einen ein wenig das Gefühl, dass möglichst billig in einem verlassenen Industriekomplex gedreht wurde. Ein weiterer negativer Punkt sind die gesichtslosen Soldaten, welche massenweise wie Fallobst als Kanonenfutter dienen, während unsere Elitetruppe kaum den Eindruck macht, als sei sie ernsthaft in Gefahr. Auch wenn sie Profis sind, sollte sich der Zuschauer trotzdem Sorgen um die Truppe machen können.
Weiterhin bleibt der angenehme Eindruck, dass, wie Serienschöpfer Joseph Mallozzi es in unserem Interview ankündigte, großer Wert auf die Charakterentwicklung gelegt wird. Wichtig ist nun, von den zahlreichen Inspirationen und Vorbildern, so gut diese auch sein mögen, ein wenig abzuweichen, um sich so eine eigene Identität zu schaffen. Das Potential dafür ist auf jeden Fall vorhanden.
Fazit
Auch nach der Betrachtung des kompletten Serienstarts bleibt Dark Matter auf einem Weg mit guten Tendenzen, hat aber nach wie vor mit der einen oder anderen Schwäche zu kämpfen. Auch wenn diese sich hauptsächlich in den durch das Budget geschuldeten Einschränkungen und der Suche nach einer eigenen Persönlichkeit widerspiegeln. Letztendlich ist das Ganze auf jeden Fall ausreichend, um die Neugier aufrechtzuerhalten, der Serie eine Chance zu geben und zu hoffen, dass sie sich in eine gute Richtung entwickelt.
Verfasser: Tim Krüger am Montag, 22. Juni 2015(Dark Matter 1x02)
Schauspieler in der Episode Dark Matter 1x02
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?