Dark Matter 1x03

Dark Matter 1x03

Bereits die dritte Episode von Dark Matter fühlt sich wie der erste Lückenfüller an. Das ohnehin gemütliche Erzähltempo wird weiter gebremst. Werden dadurch die Charaktere sinnvoll ausgebaut oder herrscht Stagnation auf ganzer Linie?

Marc Bendavid und Melissa O'Neil in „Dark Matter“ / (c) Syfy
Marc Bendavid und Melissa O'Neil in „Dark Matter“ / (c) Syfy

Eine unerwartete Fehlfunktion zwingt die Raza zum Stillstand an einer für die Crew äußerst gefährlichen Stelle. Ein unglücklicher Zufall? Oder befindet sich unter ihnen jemand, der diese Situation durch Manipulation des Schiffs absichtlich herbeigeführt hat?

Dead bodies, hacked stasis pods and now this

Als Five (Jodelle Ferland) bei ihrer Erkundung des Schiffs die Leiche eines Jungen entdeckt, sorgt dieser Fund des jüngsten Crewmitglieds für weiteres Unbehagen und Misstrauen innerhalb der Gruppe, da möglicherweise einer von ihnen für die tödliche Schusswunde verantwortlich ist.

Außerdem kommt ihr Wissen über die Manipulation der Stasiskammern ans Licht - und die Tatsache, dass sie die Erinnerungen der anderen träumt, die womöglich in ihr Unterbewusstsein transferiert wurden. Damit einher geht auch die Erkenntnis, dass der Gedächtnisverlust sehr wahrscheinlich absichtlich von einem Crewmitglied hervorgerufen wurde.

One (Marc Bendavid) kommt in diesem Zusammenhang die Idee, die Androidin (Zoie Palmer) als Lügendetektor zu benutzen, um herauszufinden, ob sich unter ihnen nicht doch noch jemand befindet, der seine Verantwortung in dieser Sache verschweigt. Doch keiner von ihnen scheint sich der Involvierung in den Vorfall bewusst zu sein, als das Verhör von Three (Anthony Lemke) jäh unterbrochen wird. Das Schiff stoppte zuvor nicht nur außerplanmäßig den Flug in Lichtgeschwindigkeit, eine tödliche Dosis Strahlung scheint sich nun zusätzlich langsam seinen Weg durch die Schilde zu bahnen, sollte ein bestimmtes Ersatzteil an der Außenhülle des Schiffes nicht ersetzt werden.

Ein perfekter Job für die wesentlich strahlungsresistentere Androidin. Die gerät jedoch während ihres Einsatzes nach verrichteter Arbeit in Schwierigkeiten gerät, woraufhin sich die Crew zwecks eines Rettungseinsatzes spaltet. Schließlich lässt sich dieser Konflikt zwar nur unter Zuhilfenahme von Schusswaffen zur Meinungsverstärkung, dafür aber unblutig klären. Die Androidin darf sich anschließend direkt bei Six (Roger R. Cross), der bei der Aktion in höchste Lebensgefahr gerät, mit einer fachkundigen Wiederbelebung für ihre Rettung bedanken.

Überraschenderweise scheint der ausgefallene Schiffspart nicht manipuliert worden zu sein, sodass sie ihren Flug in Richtung der nächstgelegenen Raumstation unbehelligt fortführen können. Doch dort scheint bereits die nächste Überraschung auf sie zu warten.

Tabula Raza

Langsam füllen sich die Charakterbögen unserer Protagonisten auf der Raza, sodass sich zumindest erste Rudelbildungen erahnen lassen. Während Three (Anthony Lemke) und Four (Alex Mallari Jr.) erste Allianzen schmieden, scheint sich zwischen Six (Roger R. Cross) als eine Art großem Bruder und Five (Jodelle Ferland) ein geschwisterliches Verhältnis aufzubauen. Ganz anders ist es bei One (Marc Bendavid) und Two (Melissa O'Neil), die sich auf eine romantische Weise näherkommen.

Trotz dieser Entwicklungen fühlt sich die Episode wie ein typischer Lückenfüller an. Das liegt unter anderem daran, dass die gesamte Geschichte um den unfreiwilligen Zwischenstopp die eigentliche Hauptstory in keiner Weise voranbringt. Dabei hat man mit einer gewissen Vorhersagbarkeit zu kämpfen, zumal sich das Problem der Androidin (Zoie Palmer) deutlich im Voraus ankündigte und auch die dementsprechende Spaltung der Crew bezüglich der Rettungsaktion in eben diese Konstellation wirklich keine große Überraschung war. Dadurch fügt sich diese gesamte Krise als nicht sonderlich aufregender Faktor in den Hauptteil der Episode ein. Dabei lässt sich aus dem Szenario des gestrandeten Schiffs viel mehr herausholen, was Firefly beispielsweise mit der unglaublich gelungenen Episode Out of Gas seinerzeit demonstrierte.

Dark Matter soll sich natürlich nicht auf das Kopieren anderer Science-Fiction-Serien beschränken, schließlich bieten sich genug Möglichkeiten, auf eigene Weise zu glänzen. Dazu würde etwa gehören, die düstere Atmosphäre des zum Teil spärlich beleuchteten Schiffs weiter auszunutzen. Man muss zwar nicht gleich ins Horror-Genre abdriften, doch Filme wie „Event Horizon“ oder auch „Pandorum“ könnten als Inspiration dienen, sich die Vorteile des gewählten Settings und Art-Designs des Inneren der Raza zunutze zu machen und so das ruhige Erzähltempo mit unterschwelliger oder auch direkter Spannung zu untermalen.

Szenenbild aus %26bdquo;Dark Matter%26ldquo; © Syfy
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Zu Anfang baut man durch den Fund der Leiche ein wesentlich spannenderes Mysterium auf, das jedoch schnell wieder auf Eis gelegt wird, um zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgegriffen zu werden. Dies gilt ebenso für den doppelten Jace Korso, der glücklicherweise zum Schluss einer verhältnismäßig langatmigen Folge durch sein Auftauchen Lust auf die nächste Episode macht, da er mit seiner Existenz zu vielen spannenden Spekulationen anregt. Ist er ein Zwilling? Oder vielleicht ein Klon? Und wer oder was ist dann der sich an Bord befindende One?

Könnten die Mitglieder der Raza-Crew eventuell Klone sein? Das könnte die fehlenden Erinnerungen erklären - doch dann bleibt die Frage, wie das mit Fives Visionen einer absichtlichen Gedankenlöschung zusammenpasst. Der Fokus auf spannende Mysterien kann einen erheblichen Unterhaltungsfaktor von Dark Matter ausmachen, weswegen es auch nach drei Episoden völlig in Ordnung ist, neue Fragen aufzuwerfen statt erste Antworten zu liefern.

Dazu müssen aber auch die Interaktionen der Charaktere funktionieren, und der Eindruck von etwas holprigen Dialogen, die an der einen oder anderen Stelle vorkommen, sollte eine Seltenheit sein. Insbesondere mit Zoe Palmers Darstellung der Androidin, die in dieser Folge viel Screentime bekam, kann ich mich (noch) nicht wirklich anfreunden, ohne direkt mit dem Finger auf das konkrete Problem zeigen zu können. Aber noch hat die Serie ein wenig Zeit, ihren Rhythmus zu finden. Dafür dürfte man aber gerne bald eine Episode mit einem gewissen Wow-Effekt aus dem Hut zaubern, die bisher noch ausgeblieben ist.

Fazit

Mit Episode Three bremst sich die Serie selbst aus, denn das Ganze wirkt wie eine Füllepisode, von denen man sich so früh und bei insgesamt 13 Episoden pro Staffel nicht allzu viele erlauben sollte. Dafür sollte den Figuren mehr Tiefe gegeben werden, was hier nur bedingt gelingt. Stattdessen werden neue und zugegebenermaßen auch sehr spannende Mysterien eingeführt, die trotz einer langatmigen und teilweise ziemlich vorhersagbaren Episode das Interesse an Dark Matter bewahren können.

Der Trailer zur nächsten Episode „Dark Matter“

Verfasser: Tim Krüger am Montag, 29. Juni 2015
Episode
Staffel 1, Episode 3
(Dark Matter 1x03)
Deutscher Titel der Episode
Episode Drei
Titel der Episode im Original
Episode Three
Erstausstrahlung der Episode in Kanada
Freitag, 26. Juni 2015 (Syfy)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 29. Juni 2015
Autor
Martin Gero
Regisseur
Paolo Barzman

Schauspieler in der Episode Dark Matter 1x03

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