Dark Matter 1x01

Dark Matter 1x01

Syfy schickt sich mit Dark Matter erneut an, den Weltraum zu erobern. Doch kann die Geschichte um eine Schiffscrew ohne GedÀchtnis den Zuschauer in den Bann ziehen oder hÀtten sie besser in ihren Stasiskammern bleiben sollen?

Der Cast von „Dark Matter“ / (c) Syfy
Der Cast von „Dark Matter“ / (c) Syfy
© (c) Syfy

Sechs Fremde erwachen in einem Raumschiff, können sich jedoch nicht daran erinnern, wer sie sind oder was sie dort machen. Nur langsam enthĂŒllen sich ihre Spezialgebiete und FĂ€higkeiten, wĂ€hrend sie sowohl dem Zielort als auch dem Zweck ihrer Mission immer nĂ€her kommen.

The dark place underneath

Kaum aus der Stasis aufgewacht muss erst einmal das Lebenserhaltungssystem wiederhergestellt werden. Danach gibt es fĂŒr die sechs Menschen an Bord eines unbekannten Raumschiffes ein wenig Zeit sich kennenzulernen, doch aufgrund eines Falles von akuter Allgemeinamnesie haben sie sich nicht sonderlich viel zu erzĂ€hlen.

Also nummerieren sich die Erinnerungslosen kurzerhand - anstatt sich Namen zu geben - durch und machen sich auf, das Schiff zu erkunden. Dabei machen sie gleich mehrere Ă€ußerst interessante Entdeckungen: Anscheinend transportieren sie Waffen in großem Stil und besitzen genĂŒgend Feuerkraft, um eine kleine Armee auszurĂŒsten.

Zudem finden sie schnell heraus, dass sie nicht alleine an Bord sind, denn sie machen Bekanntschaft mit einer Androidendame (Zoie Palmer), die aufgrund des aktivierten Sicherheitsprotokolls zunĂ€chst gewaltsam unter ihnen aufrĂ€umt, bevor sie sie deaktivieren können. Einen Reboot spĂ€ter erhalten sie von ihr allerdings nur wenig neue Infos, die nur geringfĂŒgig zur AufklĂ€rung ihrer aktuellen Situation beitragen können.

Immerhin gelingt es, den ursprĂŒnglichen Kurs wiederherzustellen, der die Bande von Fremden auf einen Planeten verschlĂ€gt, auf dem sich Minenarbeiter gerade auf die Ankunft eines Killerkommandos der großen Konzerne vorbereiten und dementsprechend zu Verteidigungszwecken auf eine Waffenlieferung warten. In dem Glauben, im Besitz dieser Lieferung zu sein, stimmen die Crewmitglieder eins bis sechs darĂŒber ab, ob sie den Minenarbeitern einen Teil ihrer Feuerkraft fĂŒr deren kommendes Gefecht leihen. Doch zu ihrer Überraschung sind die sich an Bord befindenden Waffen eben nicht fĂŒr die Kolonialisten gedacht. Denn, nachdem sie einige Daten aus dem Schiffscomputer wiederherstellen, erfahren sie eine unangenehme Wahrheit ĂŒber sich und ihre Mission.

Scary Lizard People

Dark Matter wird mit Joseph Malozzi und Paul Mullie von Produzenten erschaffen, die im Science-Fiction-Genre bereits durch ihre Involvierung im Stargate SG-1-Universum auf einen reichhaltigen Erfahrungsschatz zurĂŒckgreifen können. Dabei ist das Szenario mit Menschen, die mit Amnesie zusammen in einer fĂŒr sie scheinbar unbekannten Umgebung erwachen, sicherlich alles andere als eine neue Erfindung, doch grundsĂ€tzlich enthĂ€lt solch eine PrĂ€misse eine Menge Potential.

Technisch lÀsst sich die Pilotepisode als solide charakterisieren. Die Aufnahmen und das Setting innerhalb des Raumschiffs sind ziemlich stimmig und auch der optische Eindruck des Weltalls, der Planeten und des Schiffs ist durchaus in Ordnung, allerdings auch nicht spektakulÀr. Das ist ein QualitÀtsmerkmal, welches sich an vielen Stellen der ersten Folge manifestiert.

Der Cast ist dabei mit den verschiedensten Persönlichkeiten gemischt, so dass durch ihre unterschiedlichen WesenszĂŒge Konflikte und interessante Interaktionen untereinander garantiert sind. Doch eins haben sie alle gemeinsam: Sie sind so unglaublich cool, dass sie alle EiswĂŒrfel schwitzen. In einem gewissen Maß ist das ja durchaus vertretbar, aber an manchen Stellen wirkt ihr Verhalten einfach etwas ĂŒberstilisiert. Dabei bedienen sich die Macher einiger Figurenarchetypen, die nicht zum ersten Mal im Science-Fiction-Genre auftauchen. So scheint beispielsweise Hardliner Boone (Anthony Lemke) doch stark an Jayne aus Firefly angelehnt zu sein. Mit Roger R. Cross (Continuum) und Zoie Palmer (Lost Girl) gibt es immerhin ein paar Vertraute in der kanadischen Produktion zu entdecken.

Zoie Palmer und Alex Mallari © Syfy
Zoie Palmer und Alex Mallari © Syfy

Andere Crewmitglieder definieren sich zudem zu diesem frĂŒhen Zeitpunkt primĂ€r durch ihre Spezialgebiete und werden sich mit der Zeit sicherlich deutlich weiterentwickeln. Das ist eben ein generelles Problem der kurzen Zeit, die eine Pilotepisode bietet, wenn der Kern der Serie, sobald sie in die GĂ€nge kommt, character-driven sein soll. Doch dafĂŒr ist natĂŒrlich noch nicht genug Zeit. Die zweite Episode trĂ€gt den Titel „Pilot - Part 2“, woran man erkennen kann, dass die ersten beiden Episoden eigentlich zusammengehören. Es bleibt nach Pilot noch nicht viel hĂ€ngen beim Zuschauer.

Das bedeutet trotzdem nicht, dass man Dark Matter abschreiben sollte, denn nach wie vor ist die PrĂ€misse sehr interessant. Und auch das Ende der Episode ist eine Wendung, die dem Ganzen noch einmal Schwung fĂŒr die nĂ€chste Episode gibt. Damit ist der Weg frei fĂŒr eine Geschichte, die spannende Fragen aufwerfen dĂŒrfte. Will die Crew ihre Vergangenheit hinter sich lassen und nach Wiedergutmachung suchen? Können sie sich Ă€ndern und wollen sie es ĂŒberhaupt? Stoff fĂŒr dramaturgisch sinnvolle Gewissenskonflikte scheint also vorhanden zu sein. Wenn die Charaktere genug Zeit bekommen, sich vor den Augen des Zuschauers zu entwickeln, kann der mit frischen und etwas erfahreneren Darstellern gemischte Cast möglicherweise fĂŒr gute Unterhaltung sorgen. Momentan werden darĂŒber hinaus genug Geheimnisse und Mysterien platziert, die bisher zumindest ein gewisses Grundinteresse wecken können.

Fazit

Ich wollte Dark Matter wirklich mögen, da mir die PrĂ€misse und das Genre an sich zusagen, doch die Pilotepisode lĂ€sst eher Tendenzen statt wirkliche RĂŒckschlĂŒsse zu, da das GefĂŒhl bleibt, dass sie nur mit der zweiten Folge wirklich komplett ist. Dabei ordnet sich die Syfy-Serie bisher in allen Belangen als solide ein, wodurch in Richtung beider QualitĂ€tsspektren der Weg offen ist. Die durchstilisierte, auf pure Coolness getrimmte Inszenierung der Darsteller ist dabei ganz sicher ein treibender Faktor, der die Zuschauerschaft spalten wird.

Der Trailer zu „Dark Matter“:

Verfasser: Tim KrĂŒger am Samstag, 13. Juni 2015

Dark Matter 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(Dark Matter 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Episode Eins
Titel der Episode im Original
Episode One
Erstausstrahlung der Episode in Kanada
Freitag, 12. Juni 2015 (Syfy)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 15. Juni 2015
Regisseur
T.J. Scott

Schauspieler in der Episode Dark Matter 1x01

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?