CSI: Crime Scene Investigation 11x04

CSI: Crime Scene Investigation 11x04

In den letzten Jahren hat noch jede CSI-Staffel den Zuschauern einen Serienmörder der besonderen Sorte präsentiert - und die elfte macht da keine Ausnahme. Nur: diesmal ist es schlimmer… Serienjunkies.de-Redakteur Vladislav Tinchev überprüft jeden Abend den Dachboden und schaut unters Bett.

Confess! - Ausschnitt aus der Episode „Sqweegel“ der US-Serie CSI / (c) CBS
Confess! - Ausschnitt aus der Episode „Sqweegel“ der US-Serie CSI / (c) CBS

Die vierte Episode der elften CSI: Crime Scene Investigation-Staffel ist etwas Besonderes - in vielerlei Hinsicht. Ihre Atmosphäre erinnert an alte, dunkle CSI: Crime Scene Investigation-Zeiten, als die blau-schwarze Oberfläche der Las Vegas-Nächte durch das Licht der Ermittler-Taschenlampen zum Leuchten gebracht wurde, um mit ihren blutigen Geheimnissen den Zuschauerblick gleichzeitig zu schockieren und zu faszinieren.

Sqweegel ist zugleich ein kleines mediales Ereignis: CSI: Crime Scene Investigation-Schöpfer Anthony Zuiker baut mit dieser Episode eine fiktionale Figur in die CSI: Crime Scene Investigation-Welt ein, die er direkt aus seiner Buchreihe Level 26 übernommen hat, welche bislang zwei multimediale Romane umfasst. Die Level-26-Story (Level 26: Dark Origins) bietet sowohl Lese- als auch Sehvergnügen: Abschnittweise ist die Erzählung auch verfilmt worden; beim Lesen des Buches kann man sie zusätzlich auf der entsprechenden Homepage anschauen.

Genau am Ausstrahlungstag der CSI: Crime Scene Investigation-Episode Sqweegel erschien der zweite Band von "Level 26: Dark Prophecy" (Dark Prophecy: A Level 26 Thriller Featuring Steve Dark). Sqweegel lautet der Name des Serienmörders, um den es in den Büchern geht und der jetzt den Sprung auf den TV-Bildschirm geschafft hat. Es sieht so aus, als wäre Zuiker die Verbindung des Printmediums Buch mit dem Fernsehen und dem Internet gelungen - und das ausgerechnet mit einer grausamen Erzählung über einen Mörder, der keine Spuren hinterlässt.

Wir dürfen wohl damit rechnen, dass Sqweegel der wiederkehrende Mörder der neuen CSI: Crime Scene Investigation-Staffel sein wird. Denn am Ende der Episode entwischt er - und nicht nur wir, sondern auch die Ermittler wissen kein bisschen mehr über den Unbekannten als zuvor.

Sqweegel - gespielt von Daniel Browning Smith, der den Mörder auch in den Internet-Videos mimt - trägt einen schwarzen Ganzkörper-Latexanzug (online einen weißen!). Nur seine Augen können wir sehen: das eine blau, das andere braun. „I am no one“, sagt er am Ende in die Kamera, bevor er den Reißverschluss über der Mundöffnung seines Kostüms schließt. Zwar hat er beim Kauf des Latexkostüms einen Namen hinterlegt, Ian Moone - aber als Ray (Laurence Fishburne) die Buchstaben auseinander- und wieder zusammenpuzzelt, kommt eben "I am no one" heraus.

Das einzige, was man über den Serienmörder und sein Beuteschema weiß, ist, dass er berühmte, von der Stadt Las Vegas für ihre Leistungen ausgezeichnete Menschen verfolgt und sie zwingt, der Öffentlichkeit ihre dunklen Geheimnisse mitzuteilen, ihre Sünden zu beichten - die sie tatsächlich begangen haben! Sqweegel spielt das schwarze Gewissen dieser Menschen, das… unter ihrem Bett liegt.

Genau dort hält sich der Mörder nämlich auf: unter den Betten seiner Opfer. Er beobachtet sie geduldig, aber nicht von außen, sondern von innen. Er kennt ihre Geheimnisse: „I know, confess!“ sagt er zu Margot Wilton (Ann-Margret), First Lady of Vegas aka Miss Philantrophy, als er sie ein zweites Mal mit seiner zweischneidigen Rasierklinge zu schlitzen beginnt. Sqweegel ist der Postmann, der zweimal klingelt: einmal als Warnung (indem er die Opfer nur an den Armen verletzt) - und ein zweites, letztes Mal als Überbringer der endgültigen, tödlichen Botschaft.

Sqweegel geht nicht wirklich aufrecht, sondern bewegt sich wie eine Mischung aus "squirrel" (Eichhörnchen) und Spiderman. Geradezu unmenschlich elastisch und zugleich "falsch" muten seine Bewegungen an, theatralisch, versetzt und fließend zugleich. Vor seinen Opfern inszeniert er sich als undefinierbares Wesen: lackschwarz glänzend, fast "flüssig", sich windend (wriggle) und nicht zu greifen, wie… nun: wie ein schlechtes Gewissen eben.

Seinen Namen bekommt er von dem kleinen Mädchen Alise (Emily Skinner), dessen Mutter er brutal in der Waschanlage ermordet. Laut Captain Brass (Paul Guilfoyle) bezeichnet sie damit wahrscheinlich die Geräusche der Waschanlage - aber wir wissen, dass dieses Unwort auch das Erscheinungsbild und das blutige Handwerk des Mörders trifft, nicht zu vergessen das Quietschen (squeak) seines Latexanzuges.

Man darf gespannt sein: nicht nur darauf, wie sich die Handlung weiter entwickelt, sondern auch darauf, welche weiteren Story-Stücke Zuiker & Co. Level 26 entnehmen und bei CSI: Crime Scene Investigation umsetzen werden.

Verfasser: Vladislav Tinchev am Montag, 18. Oktober 2010
Episode
Staffel 11, Episode 4
(CSI: Crime Scene Investigation 11x04)
Deutscher Titel der Episode
Wer ist Sqweegel?
Titel der Episode im Original
Sqweegel
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 14. Oktober 2010 (CBS)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 22. September 2011
Regisseur
Jeffrey G. Hunt

Schauspieler in der Episode CSI: Crime Scene Investigation 11x04

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?