The Crazy Ones 1x01

The Crazy Ones 1x01

Zumindest von den Namen her ist es einer der am meisten erwarteten Comedy-Starts der neuen US-Season: Robin Williams und Sarah Michelle Gellar in einer Serie von David E. Kelley. So ganz gerecht wird The Crazy Ones dieser Konstellation aber noch nicht.

Robin Williams und Sarah Michelle Gellar sind „The Crazy Ones“ / (c) CBS
Robin Williams und Sarah Michelle Gellar sind „The Crazy Ones“ / (c) CBS

Das passiert in der Pilot-Folge von The Crazy Ones:

Simon Roberts (Robin Williams, „Mork vom Ork“) ist der Chef und Gründer einer großen Werbeagentur. Seine Tochter Sydney (Sarah Michelle Gellar, Buffy the Vampire Slayer) arbeitet an seiner Seite als Creative Director der Agentur. Während er das... exzentrische Verkaufsgenie des Unternehmens ist (man könnte ihn auch durchgeknallt nennen), versucht sie, die Dinge am Laufen zu halten. Er ist derjenige, der furchtlos den Sprung ins Unbekannte unternimmt; sie dagegen ist das Netz unter ihm. Diese Metapher aus der Pilotfolge von The Crazy Ones beschreibt ihr Verhältnis schon sehr gut.

Als McDonald's die Agentur feuern will, gelingt es Simon mit einem sehr emotionalen Pitch, dass die Verantwortlichen ihnen noch eine Chance einräumen. Dazu müssen sie aber binnen eines Tages eine bekannte Sängerin finden, die bereit ist, einen McDonald's-Jingle aus den 70er Jahren neu aufzunehmen. Simon schafft es zwar, ein Treffen mit Kelly Clarkson zu arrangieren, sie aber von der Aufgabe zu überzeugen stellt sich schon als deutlich schwieriger heraus...

Keine schlechte Idee

The Crazy Ones ist vom Ansatz her gar nicht mal eine schlechte Comedy. Sowohl aus der Figurenkonstellation Vater und (erwachsene) Tochter als auch aus dem Setting einer Werbeagentur lässt sich einiges herauszuholen. Beides sind Ideen, die noch nicht zu Tode geritten sind. Von daher ist es gar nicht verkehrt, daraus mal eine Serie zu machen.

Auch das Pilotbuch - aus der Feder von Altmeister David E. Kelley (Ally McBeal, Boston Legal) -. ist solide geschrieben. Kein Brüller, aber ein netter überschaubarer Plot, dessen Sinn und Zweck ja zunächst überhaupt erst einmal darin besteht, uns mit der Grundsituation und den Figuren vertraut zu machen und uns ein Gefühl für Stimmung und Ton der Serie zu geben. Beides gelingt schon ziemlich gut.

Schlagkräftig

Die ganz großen Lacher gibt es in der Pilotfolge vielleicht noch nicht. Aber es ist durchaus etwas zum Schmunzeln (etwa als Buffy... äh... Sidney dem Roboter den Kopf abschlägt) und zum Kichern dabei (etwa als eine genervte Kelly Clarkson Sidney dazu nötigt, in einem vollen Restaurant mit lauter Stimme den Jingle anzustimmen). Das ist alles noch ausbaufähig, aber es hat, wie man so schön sagt, Potenzial.

Bezeichnend ist jedoch, dass bei den gerade genannten Beispielen nur Szenen mit Sarah Michelle Gellar dabei waren, die - allen Unkenrufen zum Trotz - ihre Sache sehr ordentlich macht.

Simon vom Ork

Robin Williams dagegen... Ein persönliches Wort vorab: ich mag Robin Williams eigentlich, wobei er mir in seinen etwas... geerdeteren Rollen wie in „Der Club der toten Dichter“ oder „Zeit des Erwachens“ am besten gefallen hat. Nachdem er zuletzt versucht hatte, von den Komödien Abstand zu nehmen - und stattdessen auf dunklere Stoffe wie „One Hour Photo“ oder „Insomnia“ gesetzt hatte, kehrt er mit The Crazy Ones zum Klamauk seiner „Mork vom Ork“-Tage zurück - mit den lustigen Stimmen und mimischen Verrenkungen.

Das Problem ist nur: The Crazy Ones ist eine Serie des Jahres 2013. Und irgendwie passt Williams' Art des Spiels nicht mehr so richtig in diese Zeit. Es wirkt auf alle Fälle etwas befremdlich. Es ist nicht so, dass er gänzlich unlustig wäre. Aber der Erfolg von The Crazy Ones wird wohl ziemlich maßgeblich davon abhängen, ob die Zuschauer von heute mit ihm - in dieser Interpretation seiner Rolle - warm werden und sich mit ihm werden anfreunden können. Oder eben nicht.

Zu den Nebenfiguren gibt es bislang nicht viel zu sagen, was aber nach einem 20-minütigen Piloten auch völlig in Ordnung ist: James Wolk (Lone Star) gibt den Büro-Charmeur und Amanda Setton (Gossip Girl) die nicht ganz so helle Assistentin, deren duftendes Haar aber immerhin sehr inspirierend wirkt. Das ist ja auch schon etwas!

Fazit

Keine Katastrophe, aber auch nichts, was man jetzt unbedingt gesehen haben müsste. Ich persönlich werde der Serie noch ein, zwei Folgen geben, um zu schauen, wie sie sich entwickelt - und ob ich mich mit Robin Williams in dieser Rolle anfreunden kann oder nicht, was der Knackpunkt für Zustimmung oder Ablehnung zu The Crazy Ones sein dürfte.

Verfasser: Christian Junklewitz am Freitag, 27. September 2013

The Crazy Ones 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(The Crazy Ones 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Simon sucht den Superstar
Titel der Episode im Original
Pilot
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 26. September 2013 (CBS)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 21. Mai 2014
Autor
David E. Kelley
Regisseur
Jason Winer

Schauspieler in der Episode The Crazy Ones 1x01

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