In Atlanta bricht ein tödliches Virus aus, wodurch ein großer Bereich unter Quarantäne gesetzt wird. So beginnt die Pilotfolge der neuen US-Serie Containment, das US-Remake des belgischen Serienthrillers Cordon.

Wer wird überleben in „Containment“? / (c) The CW
Wer wird überleben in „Containment“? / (c) The CW

Wie der Soderbergh-Film „Contagion“ vor einigen Jahren versucht sich die Serie Containment an einer realistischeren Geschichte über einen Virusausbruch und dessen Folgen, die nicht immer Zombies oder Vampire sein müssen. Als Vorlage diente die belgische Serie Containment, deren Handlung von Showrunner Julie Plec (The Vampire Diaries, The Originals) für das US-Remake nach Atlanta verlegt wurde.

Countdown zum Virenchaos

Ein Flash Forward informiert uns zunächst darüber, dass die Stadt im Bundesstaat Georgia am 13. Tag des Ausbruchs ganz schön vor die Hunde gegangen ist. Menschen laufen schreiend durch die Straßen, es herrscht Chaos und das Militär erschießt vorsichtshalber jene, die bereits aus den Augen bluten und aufgrund Anzeichen einer Ansteckung eine Gefahr für andere darstellen. Insgesamt kein schöner Anblick.

Hanna Mangan Lawrence im Flash Forward © The CW
Hanna Mangan Lawrence im Flash Forward © The CW

Die Quelle des ganzen Schlamassels scheint sich fast zwei Wochen zuvor im Atlanta Midtown Hospital zu finden, wo Dr. Rita Saunders in Quarantäne steckt, nachdem sie Kontakt zu einem auffälligen Patienten aus Syrien hatte und nun selbst verdächtige Symptome aufweist. Kurze Zeit später wurden bereits zwei weitere Krankenschwestern, drei Patienten und Ritas Freund als infiziert identifiziert, wie während eines Notstandmeetings mit dem CDC (Center for Desease Control), der Polizei von Atlanta und weiteren herauskommt. Die Inforunde wird von der resoluten Sabine Lommers (Claudia Black) von der Behörde Human Health and Services veranstaltet, die warnend anmerkt: „Most of you don't know me but the fact that I'm here should have you worried, cause I don't get called until things get bad.

Als erste Schutzmaßnahme vor einem womöglich weitreichenden Virusausbruch soll das Krankenhaus, aus welchem sich der vermeintliche „Patient Zero“ längst verabschiedet hat, abgeschottet werden, um weitere Ansteckungen zu verhindern. Mit was es die Ärzte vor Ort zu tun haben, ist noch nicht ganz klar. Fest steht nur, dass es nicht mehr gut um Dr. Saunders steht, die tatsächlich keinen gesunden Eindruck mehr macht. So muss auch Katie Frank (Kristen Gutoskie) mit ihren Grundschülern und ihrem Sohn Quentin im Krankenhaus bleiben, wo die Kinder den Patienten während eines Ausflugs ein Ständchen vorgetragen haben.

Auf der Suche nach Patient Zero

Sabine Lommers sucht ein persönliches Gespräch mit Major Carnahan (David Gyasi), der auch beim Meeting zugegen war und wie jemand scheint, dem die Leute Vertrauen schenken, weshalb er wertvoll sein könnte. Ein reibungsloser Ablauf, wenn es darum geht, Anweisungen an die Bevölkerung zu geben, sei wichtig. Carnahan, der gerade genügend Stress durch die Situation mit seiner unter Panikattacken leidenden Freundin Jana (Christina Marie Moses) hat, die wieder nicht bei ihm eingezogen ist, ist misstrauisch. Würde die Regierung auch so handeln, käme der angenommene Patient Zero nicht eher aus dem Nahen Osten? Lommers räumt schließlich ein, auch möglicher Bioterrorismus sei in die Überlegungen eingegangen und macht dem zunächst desinteressierten Polizisten klar, wie gefährlich sich die Situation entwickeln könnte, wenn die Eindämmung fehlschlägt.

Claudia Black und David Gyasi © The CW
Claudia Black und David Gyasi © The CW

Carnahans Kollege Jake Riley (Chris Wood) macht unterdessen den syrischen Mann ausfindig, der noch immer schwer krank bei seiner in den USA lebenden Familie untergekommen ist. Erst vor wenigen Tagen war er an Bord eines Cargo-Fliegers ins Land gekommen, um militanten Gruppen aus dem Weg zu gehen, die ihn rekrutieren wollten. Unter Quarantäne macht Katie den vom Virus übel zugerichteten Mann durch Zufall aus, nachdem ihr Sohn verschwunden ist, um sich heimlich Laborratten anzusehen. Auf der Suche nach ihm dringt sie mit Officer Riley schließlich in den Quarantänebereich vor, wo die Leichen von Dr. Saunders und ihrem Freund gelagert sind. Die Situation für die Eingesperrten wird abermals dramatischer, als ein Arzt nicht fern von Jake zu niesen beginnt.

Wie schrecklich Patient Zero und die von ihm als Erstes Infizierten am Virus zugrunde gegangen sind, wird von Dr. Cannerts (George Young) beschrieben, der die Polizei und Behörden informiert und schließlich den Virus als modifizierte Influenza identifiziert. Eine beim Urpatienten gefundene Probe macht dies zu einem Fall der nationalen Sicherheit, woraufhin ein großer Bereich Atlantas zur Gefahrenzone erklärt und unter Quarantäne gestellt wird. Unter jenen, die nun von ihren Lieben getrennt sind, befinden sich nicht nur die schwangere Teresa (Hanna Mangan Lawrence), die eigentlich mit ihrem Freund Xander (Demetrius Bridges) durchbrennen wollte, sondern auch Carnahan, der nun doch bei der Durchführung der Abriegelung mithilft, sowie Jana, die ihm gerade gesagt hatte, dass sie doch bei ihm einziehen würde.

Fazit

Es gibt sicher nicht wenige, für die Virenthriller zu den unheimlichsten Filmen und Serien überhaupt zählen. Schließlich ist die nicht komplett unmögliche Horrorvorstellung des unsichtbaren Killers, der sich erst durch unverheißungsvolle Anzeichen am eigenen Körper zu erkennen gibt, wenn es meistens schon zu spät ist, schrecklicher als jedes Monster. Dementsprechend ist das Grundszenario von Containment speziell für leicht hypochondrisch veranlagte Zuschauer besorgniserregend genug, um so oder so zu einem gewissen Grad spannend und fesselnd zu sein. Die Frage ist eher, ob das Drumherum auch etwas taugt.

Ein Motiv der Serie ist die Verbundenheit von Menschen und wie diese Beziehungen das Leben lebenswert machen, aber auf andere Weise auch gefährlich werden können. Visuell wird das durch die auf dem Bildschirm angezeigten Anrufer-IDs der sich anrufenden Charaktere hervorgehoben, die auch einige Querverbindungen zueinander aufweisen. Die Serienfiguren allein vermögen allerdings nicht unbedingt, mit dem Serienvirus anzustecken und wirken zumindest im Piloten noch sehr zweidimensional. Inwiefern sich das in den nächsten Folgen ändert, muss sich zeigen.

Der xenophob anmutende Plot des Syrers, der den Virus ins Land gebracht hat, steht auch noch etwas unglücklich im Raum. Zwar stehen die Chancen nicht schlecht, dass sich im Lauf der Handlung noch eine ganz andere Partei als mitverantwortlich entpuppt, doch so wie hier gezeigt wird zunächst auf jene automatisierte Angst vor Fremden und was sie nicht alles Schlimmes ins Land schleppen, gebaut, die aktuell nicht wenige Amerikaner nach aberwitzigen Mauern und Einreiseverboten für Bevölkerungsgruppen schreien lässt.

Serientrailer zur US-Serie „Containment“:

Serienjunkies erklärt: Was ist Was ist eine Pilotepisode??

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