Constantine 1x11

Constantine 1x11

In der Folge „A Whole World Out There“ der US-Serie Constantine werden John und sein ehemaliger WeggefĂ€hrte Ritchie in ein Abenteuer verstrickt. Es gilt, ein paar Studenten vor deren tödlichen Schicksal zu bewahren.

Matt Ryan und Harold Perrineau in der Episode „A Whole World Out There“. / (c) NBC
Matt Ryan und Harold Perrineau in der Episode „A Whole World Out There“. / (c) NBC
© (c) NBC

Fall der Woche

Die vier Studenten Adam (Shamier Anderson), Miranda (Skyler Day), Lily (Erinn Westbrook) und Carter (William R. Campbell) lassen sich auf ein Abenteuer mit ungeahnten Konsequenzen ein, als sie durch ein magisches Ritual die Welt von Jacob Shaw (William Mapother) betreten. Scheinbar mit einem Schrecken davon gekommen, mĂŒssen sie bald feststellen, dass Shaw ihnen auch in der realen Welt nachsetzt, um sie zurĂŒck in seine Dimension zu holen. Dort hat er sich der Menschenjagd verschrieben und es gelten andere Regeln. Stirbt man allerdings in dieser Dimension, so ist man auch in der realen Welt tot.

Das Abenteuer gleicht einem der vielen Slasher-Filme, die seit 1996 mit Wes Cravens „Scream“ wieder vermehrt in den Kinos liefen. Die Episode als solches ist dabei ein wilder Mix aus verschiedenen Vertretern des Horror-Genres. Als hĂ€tte man sich Querbeet ĂŒberall ein bisschen bedient und versucht, anhand einer spaßigen Aneinanderreihung von Aha-Momenten mit etwas „Hellraiser“ (1987), „Nightmare on Elm Street“ (1984), „Mirrors“ (2008) und Co. eine Folge Constantine zu schaffen, die als Hommage an das Genre als solches gerichtet ist.

Nur klappt das hier leider nicht. Die Idee ist sicher nicht verkehrt und hĂ€tte als Einzelfolge außer der Reihe eine gute Abwechslung bieten können. Es fehlt aber an Konsistenz und als Zuschauer interessiert man sich zudem kaum fĂŒr die vier Opfer von Shaw, die auf die tödliche Reise geschickt werden. Von daher lĂ€sst sich höchstens begrenzt mit den Gastfiguren mitfiebern, die Kill-Scenes sind relativ langweilig (sofern wir sie ĂŒberhaupt zu sehen bekommen) und so tangiert es uns auch nicht, wenn drei der vier Figuren schließlich im Jenseits landen.

Am Ende bricht auch die ganze PrĂ€misse in sich zusammen. Shaw wird in seiner Welt als nahezu allmĂ€chtig dargestellt. Er kann seine Opfer dort wiederbeleben, um erneut Jagd auf sie zu machen. Die Idee, auf ewig immer wieder von einem Killer gejagt zu werden und keine Chance auf Flucht zu haben, gefĂ€llt durchaus. Aber man fragt sich, weshalb Jacob ĂŒberhaupt erst die Figuren in seine Welt zurĂŒckholen muss - hĂ€tte er nicht einfach auch seine Beute erschaffen können, so wie er sich sein Haus erschaffen hat und zu seinen Gunsten verĂ€ndern kann? Und wie kommt es, dass Ritchie (Jeremy Davies) am Ende so leichtes Spiel mit ihm hat?

Es ist per se nichts gegen eine andersartige Folge einzuwenden, aber die AusfĂŒhrung lĂ€sst doch trotz der ganzen Anspielungen auf andere Werke stark zu wĂŒnschen ĂŒbrig und wartet mit einem schwachen Finale auf. Etwas durchdachter und mit Chas (Charles Halford), Zed (Angelica Celaya), John (Matt Ryan) und Ritchie als diejenigen, die Shaws Welt zu Beginn ausgeliefert werden, hĂ€tte sich ein viel besseres Abenteuer ergeben können.

Team Constantine

In den letzten Episoden hat man sich stĂ€rker auf die Hauptfiguren der Serie konzentriert. Da wundert es natĂŒrlich, dass Zed und Chas diese Woche wieder pausieren. Nach A Whole World Out There warten nur noch zwei Episoden auf uns. Es widerspricht allen gĂ€ngigen Serienmotiven, wesentliche Figuren plötzlich und nicht mehr weit vom Staffelfinale entfernt wieder außen vor zu lassen.

Anfangs konnte man noch hoffen, dass Manny (Harold Perrineau) vielleicht diese Woche eine grĂ¶ĂŸere Rolle bekommt, aber selbst der Engel bleibt eine Randfigur, auch wenn er dieses Mal etwas deutlichere Worte von sich gibt als es sonst der Fall ist.

Somit bleiben John und Ritchie als Kernfiguren der Folge ĂŒbrig und das Team aus Ryan und Davies kann sich durchaus sehen lassen, schaffen sie es doch, die Episode halbwegs zu tragen. Dabei wird erneut die gemeinsame Vergangenheit thematisiert, womit auch Newcastle, die „Rising Darkness“ und der verstorbene Gary Lester (Jonjo O'Neill) Einzug in die Geschichte erhalten. Letzteren sehen wir auch im magischen Spiegel in Johns HĂŒtte.

FĂŒr den Fall, dass Ritchie auch in den beiden kommenden Folgen eine Rolle spielt, war das zusĂ€tzliche Bild, was wir von ihm bekommen, sicher nĂŒtzlich. Ähnlich wie John ist er mit magischen KĂŒnsten ausgestattet, was sich aus seinem letzten Auftritt in der Pilotfolge noch nicht erschließen ließ.

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;A Whole World Out There%26ldquo;. © NBC
Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;A Whole World Out There%26ldquo;. © NBC

WĂ€hrend die beiden sich ganz gut im Verlauf der Episode schlagen, was vor allem am angespannten VerhĂ€ltnis und den verbalen Auseinandersetzungen liegt, kann das Finale wiederum nicht ĂŒberzeugen. Beide machen sich auf in Shaws Welt um Lily zu retten, wo der sonst so mĂ€chtige und gewitzte John Constantine bei der ersten Konfrontation mit Jacob festgenagelt und außer Gefecht gesetzt wird. Klar, man will sich dort auf Ritchie konzentrieren. Aber es mutet schon arg merkwĂŒrdig an, dass John so einfach auf die Ersatzbank verwiesen wird.

Anschließend kam schon der Showdown, der alles andere als spannend war. Wie schon in anderen Episoden kommt die Lösung zu plötzlich, wirkt wie aus der Luft gegriffen und ist zu einfach fĂŒr unsere(n) Protagonisten. Sowohl Jacob als auch Ritchie sind also in der Lage, Welten zu erschaffen und nach ihren Wunschvorstellungen auszustatten. Ritchies KrĂ€fte sind grĂ¶ĂŸer, weshalb er Jacob besiegen kann. Fertig.

Ritchies Wandlung kommt einfach zu schnell und wird mal eben aus dem Hut gezaubert. Ebenso wie seine Entscheidung, am Ende doch nicht in seiner Wunschwelt zu verweilen. Man stelle sich jetzt einmal vor, er wÀre (vorerst) dort geblieben. Welche Auswirkungen hÀtte das wohl auf John gehabt? Noch ein WeggefÀhrte, den er verloren hÀtte. Mehr Ballast, den er mit sich rumschleppen und verarbeiten muss. Vom dramaturgischen Faktor her wÀre es klar die bessere Lösung gewesen und auch der Zuschauer hÀtte an einem solchen Ende zu knabbern gehabt.

Fazit:

Leider nicht das Gelbe vom Ei und auch nicht sehr weit von einem Totalausfall entfernt. Ritchie und John retten die Folge zwar ĂŒber weite Strecken, und Jeremy Davies darf gerne noch öfter auftreten, aber als kleines Experiment mit zahlreichen Anspielungen auf Vertreter des Horror-Genres funktioniert die Episode im besten Fall nur begrenzt. Uninteressante Gastfiguren und zurechtgebogene magische Regeln durchziehen das Geschehen, welches mit seinem Ende klĂ€glich scheitert. Von mir gibt es zwei von fĂŒnf Sternen.

Hier der Trailer zur nÀchsten Episode:

Verfasser: Christian SchÀfer am Samstag, 31. Januar 2015

Constantine 1x11 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 11
(Constantine 1x11)
Titel der Episode im Original
A Whole World Out There
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 30. Januar 2015 (NBC)
Autoren
Davita Scarlett, Sneha Koorse
Regisseur
Thomas J. Wright

Schauspieler in der Episode Constantine 1x11

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