Clipped (2024) 1x01

© FX on Hulu/Disney+
Bei Hulu ging am Dienstag, den 4. Juni die FX-Miniserie Clipped (2024) an den Start. Das Label „FX on Hulu“ (für diejenigen Produktionen des US-Kabelsenders, die vorab bei dem Streamer veröffentlicht werden) ist durch Erfolge wie Devs, Reservation Dogs, The Bear, Fleishman Is in Trouble und Shogun zu einem echten Qualitätssiegel geworden. Hierzulande kann man die „FX-on-Hulu“-Formate bei Disney+ abrufen. So nun auch im Fall des Neustarts „Clipped“, der nach Sichtung der Auftaktepisode „White Party“ die Qualität insgesamt kaum nach unten zu reißen scheint.
Als Vorlage für den sportlichen Sechsteiler fungiert der erfolgreiche ESPN-Podcast „The Sterling Affairs“. Für die Serienadaption zeichnet die Autorin Gina Welch (Under the Banner of Heaven) verantwortlich, während der Regisseur Kevin Bray (The Patient) die Inszenierung übernimmt. Übrigens sind auch die genannten früheren Projekte der beiden sogenannte FX-on-Hulu-Titel...
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Für die Hauptrollen in „Clipped“ wurden der Fernsehveteran Ed O'Neill (Modern Family, Married with Children) und Laurence Fishburne („Matrix“, „John Wick“) angeheuert. Ersterer spielt den Milliardär Donald Sterling, der 2014 mit einem Rassismusskanal für Schlagzeilen sorgte. Fishburne ist als Basketball-Coach Doc Rivers mit von der Partie, der das alles damals von der Seitenlinie verfolgen musste und selbst nicht glauben konnte, wie unprofessionell sein Chef agiert.
Darum geht es in der Sportserie „Clipped“
Die Geschichte der Serie setzt im Jahr 2013 an, als Doc Rivers gerade frisch bei den Los Angeles Clippers anheuert und sich reale Chancen ausrechnet, das pechgeplagte Team zur ersten Meisterschaft zu führen. Die Einzelteile der Clippers - also Spieler und Infrastruktur - sind auf dem Papier recht vielversprechend. Doch der Coach muss bald erkennen, dass das Unternehmensklima das Problem darstellt. Hauptverantwortlich dafür ist der Besitzer Donald Sterling, der in Sachen Sexismus und Rassismus noch in den 1960er Jahren festzustecken scheint.

O'Neill spielt den kontroversen Charakter herrlich dröge, was seine unentschuldbaren sozialen Aussetzer vielleicht noch unentschuldbarer erscheinen lässt (er ist zumindest sehr viel weniger unterhaltsam als manch ein anderer Geschäftsmann mit rasstischen und sexistischen Tendenzen namens Donald). Sterling wird in seiner eigenen Serie in den Hintergrund geschoben - was auch erklären könnte, dass man sich beim Serientitel nicht für „The Sterling Affairs“, sondern „Clipped“ entschieden hat.
Die Serienmacher:innen scheinen selbst früh begriffen zu haben, dass die Arbeit von Doc Rivers und vor allem die Fehde zwischen Sterlings Gattin Shelly (Jacki Weaver) und seiner „Assistentin“ V. Stiviano (Cleopatra Coleman) sehr viel spannenderes Material hergibt. Hierauf ruhen die Hoffnungen, dass man im Lauf der sechs Episoden Szenen zustande kriegt, die die Adaption überhaupt rechtfertigen. Die Serie muss ja irgendeinen Mehrwert im Vergleich zum Podcast bringen.
Die Stärken und Schwächen von „Clipped“
„Clipped“ gelingt es in Episode eins nur anzudeuten, dass der Rassismusskandal rund um den US-Milliardär Donald Sterling schon zehn Jahre danach eine Aufarbeitung als Serie benötigt. Die Darbietung von Ed O'Neill macht auf alle Fälle Spaß, doch es sind eher die Nebenfiguren - Laurence Fishburne als Doc Rivers, Jacki Weaver als Shelly Sterlin und Cleopatra Coleman als V. Stiviano -, die einem das Gefühl geben, dass der Sechsteiler noch interessanter werden könnte.
Sportfans werden von der Serie enttäuscht sein, denn Basketball oder die Spieler der Los Angeles Clippers finden nur im Hintergrund statt. Die Chefproduzentin Gina Welch scheint sich lieber auf die politischen und medialen Implikationen zu konzentrieren, statt auf das, was auf dem Spielfeld passiert.
Dafür gibt es von uns dreieinhalb von fünf Basketbällen.
Hier abschließend noch der aktuelle Trailer zur neuen Sportserie „Clipped“:
Verfasser: Bjarne Bock am Mittwoch, 5. Juni 2024(Clipped (2024) 1x01)
Schauspieler in der Episode Clipped (2024) 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?