Check Check 1x01

© heck Check (c) Joyn
Check Check ist eine weitere Originalserie von Joyn, die mit Hauptdarsteller, Produzent und Mitentwickler Klaas Heufer-Umlauf, die Streaming-Plattform weiter als ernst zu nehmenden Serienproduzenten etablieren und an ihre bereits bekannte Comedyserie Jerks anknüpfen soll. In der ersten Folge der Serie (Der Terror) kehrt der arrogante Jan (Klaas Heufer-Umlauf) aus Berlin in seine Geburtsstadt Simmering zurück, um seinen Vater zu besuchen. Zu seinem Entsetzen stellt er fest, dass dieser an Demenz erkrankt ist und er beim Provinzflughafen als Security-Mitarbeiter arbeiten muss, um sich um seinen Vater zu kümmern. Dabei trifft er auf alte Bekannte, die er seit seiner Schulzeit nicht mehr gesehen hat und die sich in eine gänzlich andere Richtung entwickelt haben. Jan ist natürlich von seinem neuen Beruf wenig begeistert, sieht das Ganze als Übergangslösung und möchte so schnell wie möglich wieder nach Berlin.
So, und du bist jetzt also so richtig Chefin hier, oder was?
Die Probleme der Serie sind in jeder einzelnen kreative Entscheidung der Macher, Lars Jessen und Ralf Husmann (Stromberg) zu finden. Wieder einmal wird eine Provinzkomödie erzählt, die sich an den immergleichen Mustern abarbeitet, statt neue Ideen umzusetzen. Die Komik, wenn man in „Check Check“ überhaupt davon sprechen kann, entsteht nicht durch interessante Figuren und originelle Gags, sondern aus den klischeehaften Unterschieden von Stadt und Land, die von Jan und seinen Kollegen auch immer wieder brav heruntergebetet werden. Kaum eine Szene kommt ohne musikalische Untermalung aus, die dem Zuschauer sagt, welche Emotion(en) er zu fühlen hat. Soll die Szene lustig sein, wird heitere und fröhliche Musik gespielt, die auch die Intromusik einer Scripted-Reality-Show sein könnte. Wenn es doch mal ernster sein soll, kommt sanfte Klaviermusik zum Einsatz.
Weder die Figuren noch ihre Dialoge wirken authentisch oder lebendig und stets nur wie bereits bekannte Klischees: Jans disziplinierte Chefin Sabine trägt Brille, Pferdeschwanz und ist immer noch stolz, dass sie in der Schule die Beste war, sein Kollege Ertu ist ein beleibter Mann mit Migrationshintergrund, der mit Ethnolekt spricht und nur knapp einer Gefängnisstrafe entkommen ist und dessen Schwester Samira, die im Duty-Free-Shop des Flughafens arbeitet, ist mit ihren tief ausgeschnittenen Leopardenblusen eine billige Version von Kim Kardashian. Protagonist Jan stört allerdings noch mehr als die restlichen Figuren. Er ist so arrogant und unsympathisch geschrieben, dass man sich weder für seine Vergangenheit noch für seine Zukunft interessiert und eigentlich auf Szenen hofft, in denen er nicht vorkommt. Von denen gibt es aber leider keine...
Statt durch interessante Gespräche zwischen den Charakteren Bindung zu den Figuren aufzubauen, besteht jeder Dialog entweder nur aus Informationen für den Zuschauer oder bietet Aufbau für einen Gag, der aber zu keinem Zeitpunkt zündet. Selbstverständlich gehören zu so einer belanglosen Inszenierung auch langweilige 08/15-Bilder, die keine eigene Handschrift tragen.
Fazit
„Check Check“ arbeitet ohne frische Ideen die bekannten Klischees aus Provinzkomödien ab, allerdings ohne, dass sie funktionieren. Daher kommt weder ehrliches Lachen noch ehrliches Mitfühlen mit den Figuren auf. Es wird sicherlich den einen oder anderen Zuschauer geben, der sich an der Einfallslosigkeit der Serie nicht stört und tatsächlich über uralte und schlecht inszenierte Gags noch lachen kann, aber für einen Zuschauer, der eine originelle Serie sehen möchte, ist „Check Check“ kaum zumutbar.
Verfasser: Mira Winthagen am Montag, 21. Oktober 2019Check Check 1x01 Trailer
(Check Check 1x01)
Schauspieler in der Episode Check Check 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?