Castle 7x15

Nachdem Beckett (Stana Katic) im Cliffhanger der letzten Episode entführt wurde, setzt Castle (Nathan Fillion) alles daran, seine Ehefrau zu finden. Voller Wut und Sorge überschreitet er dabei - untypisch für ihn - so manche Grenze.
It ends tonight
Beckett ist verschwunden und für Castle ist klar, wer dahintersteckt: Jerry Tyson (Michael Mosley) kann sich vor unserem Lieblingsautoren nicht hinter der Identität von Michael Boudreau verstecken. Doch, als er diesen gewaltsam in dessen Apartment zur Kooperation zwingen will, wird er von Polizisten des NYPD zurückgehalten.
Als anschließend sowohl Boudreau als auch Dr. Nieman (Annie Wersching) von der Bildfläche verschwinden, bestätigt sich für Castle sein Verdacht. Dabei spielt 3XK ein düsteres und niederträchtiges Spiel mit ihm und dem 12. Revier. Er führt die Polizisten quasi mit einer Karotte vor der Nase im Kreis herum.
Innerhalb dieses sadistischen Spiels kreirt er außergewöhnlich aufwendige Illusionen, um Castle zu quälen und schreckt dabei ohne jegliche Gewissensbisse auch nicht davor zurück, Unschuldige für seine Zwecke zu opfern. Rick wird schließlich klar, dass er das Ruder selbst in die Hand nehmen muss, um eine Chance zu haben, Tyson zu stoppen und seine Frau zu retten.
Der Versuch, sich in den Kopf des Serienkillers hineinzuversetzen und dessen nächste Schritte vorherzusehen, tragen Früchte. Es gelingt ihm, den Unterschlupf Tysons ausfindig zu machen und er konfrontiert dort den gefährlichen Serienmörder. Dieser kann ihn zwar überwältigen, doch er rechnet nicht damit, dass Castle Verstärkung mitgebracht hat - somit bezahlt er dafür mit seinem Leben. Währenddessen gelingt es auch Beckett, sich - ebenfalls mit tödlichem Ausgang für ihre Gegenspielerin - aus dem Griff Dr. Niemans zu befreien.
You needed to know you were smarter than me
Eine große Frage nach der letzten Episode war, ob die aufgebaute Intensität und Spannung für den zweiten Teil beibehalten werden kann. Das ist erfreulicherweise der Fall. Getragen wird die Episode von der starken Performance sämtlicher Darsteller. Zunächst geht Rick in der Wohnung von „Boudreau“ wesentlich weiter, als man es zunächst vermutet hätte. Dabei ist der sonst so fröhliche Romanautor kaum wiederzuerkennen und es entsteht tatsächlich der Eindruck, dass er mehr als nur bereit war, Tyson ins Jenseits zu befördern.
Natürlich weiß der langjährige Zuschauer, dass Castle nicht einfach jemanden so kaltblütig erschießen würde und auch, dass unsere beiden Hauptdarsteller die Strapazen überleben werden, doch Reckoning (2) schafft es an vielen Punkten, den Zuschauer diese Grenze temporär vergessen zu lassen. Das spiegelt sich auch in kleinen Details wider, denn ich kann mich beispielsweise nicht daran erinnern, dass Esposito jemals so eindringlich und autoritär Befehle an andere Beamte verteilt hatte.
Viele ansprechende Momente gehen diese Folge von Captain Gates (Penny Johnson) aus. Es ist das erste Mal seit langem, dass sie einen essentiellen Beitrag zur Geschichte leistet und darüber hinaus als Sahnehäubchen noch einen emotional starken Momente mit Castle teilen darf. Es ist wirklich angenehm, dass sie endlich einmal wieder als Teil des Teams und nicht als die den Zeigefinger erhebende Autoritätsperson auftritt.

Annie Wersching durfte wieder für Gänsehaut sorgen und wusste nochmals mit ihrer Darstellung der unglaublich kalten und angsteinflößenden Dr. Nieman zu überzeugen. Kates verhaltene Reaktionen im Polizeirevier nach ihrer Tortur zeigen hierbei nachvollziehbar die Spuren ihrer Begegnung mit Nieman auf. Es ist sicherlich schon etwas anderes, in Todesangst im Nahkampf jemanden mit einem Skalpel zu erledigen, als eine Schusswaffe in Notwehr abzufeuern. Dementsprechend ist ihr trotz ihres Überlebens verständlicherweise nicht zum Feiern zumute gewesen. Anschließend überzeugt danach ebenso ihr Gespräch im Bett mit Castle. Weiterhin wurde Castles „Wiedereinstellung“ gut mit den Geschehnissen der Folge verbunden.
Ein kleiner Minuspunkt ist in Bezug auf den Abschluss der 3XK-Storyline aber doch zu verzeichnen: Zum einen scheint Esposito das Scharfschützengewehr mit dem kleinsten Kaliber der Welt geladen zu haben und zum anderen war das Ende des hochintelligenten Serienkillers ein wenig inkonsistent mit seinem bisherigen Verhalten. Er wurde oftmals als beinahe unmenschlich gerissen und unfehlbar dargestellt, doch am Ende rechnet er nicht mit so etwas Simplem wie der Verstärkung von Castle? Immerhin ist die Idee, dass Rick sich in ihn hineinversetzen musste und dass seine Arroganz und sein Geltungsdrang ihm schließlich zum Verhängnis wurden, durchaus ein guter Ansatz.
Zusätzlich darf an dieser Stelle ein Element erwähnt werden, welches oftmals keine ausdrückliche Beachtung findet: Die Musik untertrich gerade in dieser Episode auffällig gut die Spannung der gezeigten Bilder. Das darf in diesem Fall ruhig einmal außerordentlich anerkannt werden.
Fazit
Reckoning (2) schließt die 3XK-Storyline intensiv und würdig ab. Ein kleiner Minuspunkt in der Ausführung seines Abgangs geht dabei zum Glück in den starken Leistungen der Darsteller unter, was unterm Strich den diese Woche spannungsmäßig strapazierten Zuschauer auch dank des Happy Ends sehr zufrieden zurücklässt.
Trailer zur Episode „The Wrong Stuff“ (7x16) der US-Serie „Castle“:
Verfasser: Tim Krüger am Dienstag, 17. Februar 2015Castle 7x15 Trailer
(Castle 7x15)
Schauspieler in der Episode Castle 7x15
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?