Castle 7x08

Die Suche nach einem Zeugen nimmt eine unerwartete Wendung fĂŒr Detective Esposito (Jon Huertas), als dieser ihn und einen kompletten Wagon voller Menschen in der New Yorker U-Bahn als Geiseln nimmt. Doch wieso wird ein ansonsten unauffĂ€lliger Aktivist und Hacker zum gefĂ€hrlichen Geiselnehmer? Genau das versuchen Castle und sein Team herauszufinden, bevor die ohnehin brandgefĂ€hrliche Situation weiter auĂer Kontrolle gerĂ€t.
The Taking of Espo 123
Als ein Ermittler fĂŒr Vertragsangelegenheiten der Regierung erschossen im Park aufgefunden wird, fĂŒhrt die Spur fĂŒr Castle und sein Team zu einem Zeugen, der kurz zuvor mit dem Opfer telefoniert hatte. Doch als Ryan (Seamus Dever) und Esposito diesen ausfindig machen und Espo ihn in der U-Bahn anspricht, reagiert dieser Ă€uĂerst unerwartet: Er gelangt nicht nur an die Waffe einer Beamtin der Transitpolizei, er ist darĂŒber hinaus auch mit einer Sprengstoffweste als MeinungsverstĂ€rker ausgestattet.
Mit Esposito und mehreren FahrgĂ€sten als Geisel wird die Situation zunehmend brenzlig. Dank einer Kamera können Castle und Kollegen das Geschehen im Wagon mitverfolgen und versuchen darĂŒber hinaus alles, um mehr ĂŒber den zum TĂ€ter gewordenen Zeugen in Erfahrung zu bringen. Dieser fordert die Freilassung seiner inhaftieren Freundin, die ebenso wie er als Hackerin bekannt ist.
Gemeinsam mit der Transitpolizistin gelingt es Espo, eine Gelegenheit zu nutzen, den TĂ€ter trotz dead man's switch-Vorrichtung zu ĂŒberwĂ€ltigen. Doch damit enden die Strapazen noch nicht, denn der TĂ€ter war mit einem tödlichen Virus infiziert, das zu allem Ăberfluss auch noch durch die Luft ĂŒbertragbar ist.
Zum GlĂŒck finden Castle (Nathan Fillion) und Beckett (Stana Katic) heraus, dass eine Firma, die unter Beobachtung des Mordopfers stand, diesen Virus nicht nur im Labor vorrĂ€tig hat, sondern auch einen Impfstoff entwickelt hat, der den Fortschritt der Krankheit auch nach Verbreitung zu stoppen vermag. Doch wie es sich bald herausstellt, gehört der Konzern nicht zu den Guten. In Zusammenarbeit mit der Chefin des Mordopfers wurde von diesem ein Plan entwickelt, den Umsatz seines Impfstoffes durch einen gezielten Ausbruch mithilfe des unwissenden Geiselnehmers zu verbreiten.

Maybe I'm ready to move forward
Kill Switch wirft den Zuschauer dieses Mal ohne groĂe EinfĂŒhrung direkt an den Schauplatz des Mordes. Dadurch wirkt bereits der Start der Episode etwas unsanft und abrupter als gewohnt. Schön anzusehen hingegen ist der kurze Dialog zwischen Castle und Kate, deren Auftritte allerdings in dieser Folge deutlich rarer sind als sonst.
Vielmehr liegt der Fokus auf Esposito. Das ist durchaus angebracht, da dessen Figurenzeichnung in letzter Zeit qualitativ eher blass geblieben ist. Gelungen ist dabei sein Dialog mit Ryan in Bezug auf dessen ZukunftsplĂ€ne und mögliche Vaterrolle, der an dieser Stelle ruhig noch ein wenig weiter hĂ€tte ausgebaut werden dĂŒrfen. Doch dafĂŒr, dass sein Charakter im Mittelpunkt steht, kratzen die Autoren letzten Endes eher an der OberflĂ€che und schöpfen die Zeit, die sie Esposito geben, nicht vollends aus.
Espo und die Polizistin gaben an sich ein schönes Paar ab, was sich aus meiner Sicht nicht wirklich ĂŒber Lanie (Tamala Jones) und ihn sagen lĂ€sst. Als die Transitpolizistin gegen Ende der Folge Espo mit ihren Worten in Richtung Lanie lenkt, tut es einem beinahe leid, dass aus ihm und der Fremden nichts wird - was so von den Autoren sicherlich nicht beabsichtigt ist. Das kann aber auch zum Teil daran liegen, dass die Dialoge und die Dynamik der beiden das Highlight der Episode sind, da diese sehr gut ihre bestimmte Wirkung erreichen.
So wie „Esplanie“ momentan zusammen dargestellt werden, wirken sie nicht wirklich ĂŒberzeugend. Sicherlich trĂ€gt Lanie letztendlich ihren Teil zum Fall bei, doch die Umarmung der beiden und die knappen Worte machen einen halbherzigen Eindruck. Sie erwecken nicht das GefĂŒhl, dass sich hier zwei Liebende nach einer lebensgefĂ€hrlichen Situation begegnen.
Der Fall der Woche fĂ€llt fĂŒr diese Folge in die Kategorie âdurchschnittlichâ. Das liegt zum einen an den vielen Momenten, die zufĂ€llig wirken und der wenig durchdachten Ausgangssituation des ziemlich naiven Geiselnehmers. Als halbwegs intelligenter Mensch glaubt er wirklich, dass er per Sprengstoffweste tatsĂ€chlich die Freilassung von Gefangenen veranlassen kann?
Die Instruktionen so blind zu befolgen, dass Team Castle gĂŒnstigerweise mitbekommt, dass er Zeit schindet, obwohl er eigentlich keinen Grund dazu hĂ€tte, kommt dem Plot schon sehr gelegen. Und wie bekommt die böse Pharmafirma ein Virus, das sich durch die Luft verbreitet, in dessen Inhalator, ohne dass er es mitbekommt? DarĂŒber hinaus ist die Story eines Pharmakonzerns, der sein eigenes Virus freisetzt, um mehr Umsatz zu machen, eine ziemlich ausgelutschte Idee.
ZusĂ€tzlich wirken sowohl die Kamera im Wagon als auch deren Entdeckung zum ungĂŒnstigen Zeitpunkt ziemlich konstruiert. Dazu kann die Transitpolizistin Lippen lesen und bekommt Javiers Worte, bevor er den Geiselnehmer dingfest macht, mit, was an dieser Stelle auch ein wenig kĂŒnstlich wirkt. Sicherlich muss Castle keine Ode an den Realismus sein, doch insgesamt wirken die Dinge in dieser Folge nicht so rund wie gewohnt. Gerade in Anbetracht der sehr gelungenen letzten Episoden.
Fazit
Nach den starken letzten Episoden wird hier ein Gang zurĂŒckgefahren. Dass es wenige „Caskett“-Momente gab, muss nicht zwangslĂ€ufig etwas Schlechtes bedeuten, wenn dafĂŒr andere Figuren im Mittelpunkt stehen und entsprechend vertieft werden. Doch diese Möglichkeit wird in Kill Switch nicht ausreichend genutzt. Auch der dazugehörige Fall ist dieses Mal auf verhĂ€ltnismĂ€Ăig mittelmĂ€Ăigem Niveau, was als Gesamtwerk eine der schwĂ€cheren Folgen dieser Staffel darstellt.
Der Trailer zur Episode:
Verfasser: Tim KrĂŒger am Dienstag, 25. November 2014Castle 7x08 Trailer
(Castle 7x08)
Schauspieler in der Episode Castle 7x08
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?