Castle 7x06

Ein mysteriöses Artefakt befördert Castle (Nathan Fillion) in eine ihm fremde Parallelwelt, in der alle Personen, die er kennt, inklusive Castle selbst, einem anderen Leben nachgehen. Doch Castles Liebe und Hartnäckigkeit beweisen, dass er und Beckett (Stana Katic) sich überall finden, egal, wie die Umstände aussehen.
I've never seen this man before in my life
Als Castle und Beckett den Mord an einem Limousinenfahrer und seinem Fahrgast untersuchen, führt sie die Spur in ein altes Kohlekraftwerk. Dort geraten die Dinge außer Kontrolle und sie in eine Schießerei. Castle wird mit dem Artefakt in der Hand, welches die Gangster erbeutet haben, durch eine Granatenexplosion von Beckett getrennt.
Doch, als er sich nach vergeblicher Suche nach Kate zurück aufs Revier begibt, ist alles anders. Niemand scheint ihn wiederzuerkennen. Befindet er sich in einer Parallelwelt? Alle Hinweise deuten darauf hin. „Captain" Beckett ist nämlich wohlauf, erkennt ihren geliebten Romanautoren jedoch auch nicht. Castle versucht, sich trotzdem an den Fall dranzuhängen, denn er ist sich sicher, dass das Artefakt, welches er in der Hand hielt, etwas mit den Geschehnissen zu tun hat.
Die Welt an sich ist zwar noch dieselbe, doch es ist so, als hätten er und Beckett sich nie getroffen. Ryan (Seamus Dever) ist noch solo und auch Espositos (Jon Huertas) und Lanies (Tamala Jones) Verhältnis ist eindeutig nicht mehr das gleiche. Auch seinen Wohnsitz findet Castle verändert vor. Anscheinend ist seine Mutter diejenige mit dem großen Durchbruch, während er mit seinen neuen Büchern nur wenig Erfolg hatte. Außerdem hat Alexis (Molly C. Quinn) jetzt nicht nur dunkle Haare, sie und ihr Vater sind sowohl lokal als auch emotional voneinander abgedriftet.
Doch Castle beharrt auf seiner Version der Realität und ermittelt schließlich auf eigene Faust den Aufenthaltsort des Artefakts. Das bringt ihn in eine äußerst prekäre Lage, in der er sich den bewaffneten Dieben und deren Auftraggeber gegenübersieht. Captain Beckett steht ihm dabei überraschend zur Seite. Doch die Situation eskaliert und Castle wirft sich vor sie und fängt sich so eine tödliche Kugel ein. Kurz darauf findet er sich allerdings in seiner vertrauten Welt wieder. War das Ganze real oder nur ein Traum?

Von den Ereignissen inspiriert, entschließt er sich, seine Beziehung mit Beckett direkt und ohne Vorlauf auf die ultimative Ebene zu heben. Die beiden heiraten im kleinen Kreis vor dem Sonnenuntergang und tanzen kurz darauf zum Song das erste Mal als Ehepaar.
Wrong World, Writer-Boy
Sie haben also den großen Schritt gewagt. Es war überfällig und es war schön. Aber kommen wir zunächst zum Fall, denn der war dieses Mal ebenfalls in vielen Belangen außerhalb der gewohnten Norm. Die Episode erzählt ein Szenario mithilfe des Schmetterlingseffekts als Prämisse. Beckett und Castle als Fremde sowie viele weitere bekannte Gesichter nach einem anderen Verlauf der Geschichte zu sehen, ist durchaus interessant. Zusätzlich dazu darf noch sein mugshot erwähnt werden, welcher wirklich lustig ist.
Castles Gespräch mit Alexis zeigt seine Evolution als Vater und als Mensch. Er und seine Tochter haben so viel zusammen durchgemacht und voneinander gelernt, dass Rick nicht lange braucht, um die Verbindung zu ihr zu reparieren. Die Episode geht nicht so weit, Aussagen über die Definition eines Menschen zu treffen. Es wird also nicht erklärt, ob wir letztendlich nur die Summe unserer Erinnerungen sind, aber es wird an der Theorie, dass es so etwas wie Schicksal im Fall von Beckett und Castle gibt, gekratzt. Beckett steht ihm in einem kritischen Moment zur Seite, ist das Zufall oder Schicksal?
Dass Castle überall sein Leben für Beckett geben würde, ist sicher der ultimative Beweis dafür, dass er auf emotionaler Ebene bereit für den großen Schritt ist. Ob es ein Traum war oder nicht, er zieht zeitnah die Lehren aus seinem Erlebnis, widergespiegelt durch seine Ermutigung für Martha (Susan Sullivan) und natürlich auch durch seine Entscheidung zur sofortigen Hochzeit.
The moment I met you my life became extraordinary
Die Zeremonie selbst ist kurz, aber wirklich gelungen. Vielleicht hätte man dem Ganzen einen echten anstelle eines CGI-Sonnenuntergangs spendieren können, doch das wird aufgrund des schönen Moments sowie der bewegenden Ehegelübde schnell in den Hintergrund gedrängt. Die Szenen, auf die viele seit der sechsten Staffel, ja vielleicht sogar seit Beginn der Serie gewartet haben, hinterlassen ein gutes Gefühl. Hierbei stört auch nicht der verkleinerte Kreis der Gäste, da so der Fokus auf dem Wesentlichen liegt.

Es hätte allerdings keinen Cliffhanger gebraucht, denn ein gutes Ende einer Geschichte braucht keine überraschenden Elemente, um zu wirken. Aber das Gefühl, dass eine Ära zu Ende geht, lässt sich nicht völlig abschütteln. Schließlich schauen viele unter uns diese Serie schon seit vielen Jahren. Was bleibt, ist die Frage, was jetzt noch kommt. Die kürzlich gewagten Schritte in Richtung Mystery sowie Sci-Fi-Szenarien ergaben einerseits zwar innovative Folgen. Sie sind andererseits eventuell aber auch ein Indikator, dass es schon so viele Dinge bereits gegeben hat, weshalb jetzt tiefer ins „Denkarium" gegriffen werden muss.
Es bleibt also zu hoffen, dass die Kreativität weiterhin ihr Niveau hält. Dementsprechend blicke ich beinahe so gespannt wie noch nie in Richtung der Autoren und der zukünftigen Folgen.
Fazit
Besser spät als nie. The Time of Our Lives rundet einen lang ersehnten Schritt ab, der sich beinahe wie ein (Serien-)Abschluss anfühlt. Hierbei dürfen wir einer Hochzeit beiwohnen, die nicht künstlich in die Länge gezogen wird und emotional den richtigen Ton trifft. Auch wenn der Cliffhanger des letzten Versuchs nicht gänzlich überzeugen konnte, so bin ich doch froh, drangeblieben zu sein. Da bleibt eigentlich nur noch, den beiden viel Glück zu wünschen.
Verfasser: Tim Krüger am Dienstag, 11. November 2014Castle 7x06 Trailer
(Castle 7x06)
Schauspieler in der Episode Castle 7x06
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?