Castle 7x05

Als nach dem Mord an einem Social-Media-Starlett Bilder des Tatorts im Internet auftauchen, wird Beckett (Stana Katic) und Castle (Nathan Fillion) schnell klar, dass es sich um einen nach Aufmerksamkeit haschenden Serienkiller handelt. Dieser versucht mit allen Mitteln, die Ermittlungen der Polizei zu diskreditieren. Selbst, als die Ermittler den TĂ€ter ausfindig machen, sind dessen âSpieleâ noch lĂ€ngst nicht vorbei.
Netslayer
Der gewaltsame Tod von Abby Smith (Emily Davenport ), einer in Social-Media-Kreisen aktiven jungen Frau, ruft das Team um Castle und Beckett auf den Plan. Zeitnah tauchen im Internet Bilder des blutigen Verbrechens auf. Der Mörder scheint ein nicht unerhebliches Interesse am öffentlichen Rampenlicht zu haben.
ZunĂ€chst fĂŒhrt die Spur zu einem Expolizisten, der von den Ermittlern in Gewahrsam genommen wird. Doch, als der TĂ€ter Bilder von der Verhaftung auf seinem Fotoaccount postet und dabei die Polizei verhöhnt, wird schnell deutlich, dass er sich noch auf freiem FuĂ befindet. Ăber BilderrĂ€tsel fĂŒhrt er Castle und Kollegen zu seinem nĂ€chsten Opfer, welches ebenfalls ein bekanntes Gesicht auf Social-Media-Plattformen gewesen ist. Ăber seinen Kanal verhöhnt er zunehmend die Arbeit der Polizei, wodurch Beckett und Castle in Zugzwang geraten.
Als es ihnen schlieĂlich gelingt, den jungen TĂ€ter aufzuspĂŒren, bedeutet dies jedoch nicht das Ende fĂŒr dessen perfides Spiel. Erst in allerletzter Sekunde gelingt es Team Castle durch Becketts raffinierte Verhörmethoden, die beiden letzten Opfer, ĂŒber deren Tod die Internetgemeinde per Abstimmung entscheiden sollte, aus der Falle des Killers zu retten.
Social Needya
Meme Is Murder ist eine Episode, in der fast ausschlieĂlich der Fall der Woche behandelt wird und keine parallelen oder ĂŒbergeordneten HandlungsstrĂ€nge zum Vorschein kommen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Folgen dieser Kategorie kommen hier verhĂ€ltnismĂ€Ăig wenige auflockernde humoristische Elemente zum Einsatz.

Eine Folge von Castle mit wenig Humor - funktioniert das? Wenn die Handlung den Zuschauer vor den Bildschirm bannen kann, dann sicherlich. Das ist hier erfreulicherweise auch der Fall. Das Thema Social-Media-awareness ist aktuell und stellt einen Bezug her, den mittlerweile fast jeder Erwachsene und so gut wie alle Jugendlichen kennen.
Der dadurch erkennbare Unterton darf hierbei sicherlich als PlĂ€doyer fĂŒr zurĂŒckhaltenderes Verhalten von Internetnutzern und selbststĂ€ndige Kontrolle der eigenen PrivatsphĂ€re angesehen werden. An vielen Stellen werden Seitenhiebe auf das generelle Verhalten von Nutzern verteilt. Sei es derjenige, der freiwillig zum glĂ€sernen BĂŒrger wird, oder auch diejenigen, die durch den Schutz der AnonymitĂ€t Dinge manipulieren und in ein anderes Licht rĂŒcken.
Once something is out there you have no control
Becketts Verzweiflung, als der TĂ€ter die Wahrnehmung der Polizeiarbeit fĂŒr seine Zwecke verdreht, und ihr damit einhergehendes vorĂŒbergehendes GefĂŒhl der Hilflosigkeit, sind fĂŒr den Zuschauer gelungen nachvollziehbar. GlĂŒcklicherweise fĂŒr unsere Protagonisten stĂ€rkt ihnen Gates (Penny Johnson) an dieser Stelle ohne zu zögern den RĂŒcken. SpĂ€testens die Szene, welche die Möglichkeit einrĂ€umt, wie einfach es wĂ€re, sich Zugang zu SchlĂŒsselduplikaten zu verschaffen, vermag es, die GĂ€nsehaut der Figuren auf den Zuschauer zu ĂŒbertragen. Ob das Ganze so konkret funktionieren wĂŒrde, ĂŒberlasse ich allerdings an dieser Stelle lieber den âMythbustersâ.
Auch die Einbindung von Cybermobbing und die damit einhergehende Wandlung vom Opfer zum TĂ€ter ist im Rahmen des Falles glaubhaft gelungen. Die Endsequenz, in der die Internetuser ĂŒber Leben und Tod einer Person abstimmen können, ist ein realistisch wirkendes Szenario, welches gekonnt den Spiegel in Bezug auf Moral, Unbedarftheit und Neugier vor unsere Gesellschaft hĂ€lt. Als zusĂ€tzlicher positiver Aspekt ist der Auftritt von Stana Katic im Verhörraum zu vermerken, welcher schauspielerisch sehr ansprechend umgesetzt ist.
Doch an dieser Stelle offenbart sich die schwĂ€chere Seite der Episode. Zwar ist die Idee, den TĂ€ter nach der Festnahme noch im Spiel zu halten, grundsĂ€tzlich nicht verkehrt - der Umsetzung des letzten Aktes mangelt es jedoch an Spannung. Zu keinem Zeitpunkt hat man Bedenken, dass Beckett den Killer rechtzeitig knacken und zu einem Fehler zwingen kann. Der Hinweis („Their screams will echo off the tiled walls as they take in their last breath of stale air.“) fĂŒhlt sich als Dialogtext nicht sonderlich authentisch an und auch die Ableitung der Ermittler daraus in so kurzer Zeit ist etwas weit hergeholt.
Die Rettung innerhalb circa fĂŒnf verbleibender Minuten im New Yorker Stadtverkehr in der Sekunde, in welcher der Countdown ablĂ€uft, ist zudem ein abgegriffenes Klischee. DarĂŒber hinaus ist die Tendenz, Castle zu albern darzustellen, ein schmaler Grat, welcher an dieser Stelle zwar mit dem Thema der Folge verknĂŒpft ist, mir allerdings in dieser Form etwas zu viel war.
Fazit
Eine Episode, die aufgrund ihrer stark inszenierten Thematik ĂŒber kleinere SchwĂ€chen in der Handlung und ein wenig spannendes Ende hinwegtrösten kann.
Verfasser: Tim KrĂŒger am Dienstag, 28. Oktober 2014Castle 7x05 Trailer
(Castle 7x05)
Schauspieler in der Episode Castle 7x05
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?