Castle 6x06

Castle 6x06

Richard Castle wandelt auf den Spuren von Tom Hanks. Ein Mordfall bringt ihn und Beckett auf die Spuren eines historischen Rätsels. Wie der Da Vinci Code, nur in Wirklichkeit. Ein anderes Rätsel stellt sich ihm Zuhause: Was findet Alexis nur an ihrem bienenzählenden Hippie-Freund Pi?

Hier schauen alle noch recht freundlich... / (c) ABC
Hier schauen alle noch recht freundlich... / (c) ABC

Das passiert in der Castle-Folge Get A Clue:

Richard (Nathan Fillion) und Martha (Susan Sullivan) werden von Alexis (Molly C. Quinn) und Pi (Myko Olivier) zum Abendessen eingeladen. Doch Castle kann sich nicht beherrschen - und stichelt die ganze Zeit über gegen Pi und gegen die gemeinsame Wohnung der beiden. Am nächsten Tag ist Alexis wegen seines Benehmens wütend. Er wiederum ist aufgebracht, weil er sich ganz und gar nicht mit ihrem Freund und ihren aktuellen Lebensumständen anfreunden kann.

Gut, dass er und Beckett (Stana Katic) wieder einen Mordfall haben, mit dem er sich ablenken kann. Eine junge Frau ist mit einem Schwert hingerichtet worden. Die Wundmale, die sie an den Händen trägt, deuten auf einen rituellen Mord hin. Tatsächlich finden sie in der Wohnung der Opfers Literatur und Fotos zu mittelalterlichen Symbolen. Und auf einem Überwachungsvideo ist zu sehen, wie die Frau kurz vor ihrem Tod von einem Mönch verfolgt wurde. Kein Wunder, dass Castle sofort glaubt, dass es sich bei dem Fall um einen „Da Vinci Code in echt“ handelt.

Kein kleines Mädchen mehr

Fangen wir mal mit dem Ende an: Gut so, Alexis! So hart es auch für Richard ist, dass seine Tochter ihm buchstäblich die Tür vor der Nase zuschlägt, und so sehr man auch geneigt ist, mit ihm als Hauptfigur Mitgefühl zu empfinden. Aber in diesem Fall hat er sich die Strafe einfach verdient. Er muss endlich lernen, seine Tochter als Erwachsene zu behandeln. Ein Angebot, mit ihr ein Versöhnungs-Eis essen zu gehen, ist da die grundverkehrte Strategie. Er wird nicht darum herumkommen, ihr das gleiche Maß an Respekt und Akzeptanz für ihre Lebensentscheidungen entgegenzubringen, welches sie umgekehrt für ihn aufbringt. An dieser Argumentation ist nicht zu rütteln.

Sicher, die Umstände sind wahrscheinlich auch besonders schwierig für ihn. Alexis war von dem Moment an, als wir sie kennengelernt haben, eigentlich immer das gute Mädchen, ja, in Richards Augen - denken wir an die Pilotfolge zurück - das viel zu gute Mädchen, welches zu seinem großen Unverständnis das Lernen dem Spaßhaben vorgezogen hat. Bei allen Differenzen, die es zwischendurch mal gegeben haben mag, ist sie jedoch immer Daddy's Little Girl gewesen. Erinnern wir uns nur mal daran, wie schwer es beiden gefallen ist, als es darum ging, dass Alexis zum Studieren bei ihm Ausziehen sollte. Die beiden standen sich immer besonders nahe. Doch nun ist es für Alexis Zeit, ihre Eigentständigkeit zu beweisen - und ein Stück weit das zuvor ausgebliebene pubertäre Aufbegehren nachzuholen.

Und es ist sehr gut und überzeugend, dass die Autoren das nicht nur als einmaliges Event, als Handlung innerhalb einer Folge, die in der nächsten Woche schon wieder vergessen ist, inszenieren, sondern als einen Handlungsfaden, der sich offenbar zumindest über einen Teil der sechsten Staffel hinwegziehen wird.

Zu viel ist zu viel

Nun zum Fall selbst: dieser ist einerseits eine wunderbare Hommage an das Genre des Historien-Mysterythriller á la „The Da Vinci Code“. Andererseits, so ging es zumindest dem Rezensenten, kann man inzwischen ein bisschen das Gefühl bekommen: Zu viel ist zu viel! Nach der Zeitreise-Geschichte in Time Will Tell bekommen wir direkt im Anschluss mit Get A Clue nun also eine Symbol-Schnitzeljagd präsentiert, welche am Ende auch noch tatsächlich zur Entdeckung eines historischen Schatzes führt.

Was hier stört, hat weniger mit der Folge selbst zu tun, als vielmehr mit ihrer Platzierung innerhalb der Staffel. Episoden mit populärkulturellen Anspielungen auf andere Filme und Fernsehserien gehören mit zum Besten, was Castle zu bieten hat. Doch wenn sich eine Folge dieses Typs an die andere reiht, dann verlieren sie ihren Highlight-Charakter. Dann kann sich der Eindruck einstellen, dass es die Serie damit gerade etwas übertreibt.

En garde!

Für sich selbst genommen hat Get A Clue viele tolle, unterhaltsame Momente: Castles Protest, als Beckett ihrerseits mit dem wilden Spekulieren beginnt („Das bringt die natürliche Ordnung der Dinge durcheinander!“), sein Schwertkampf (der merkwürdigerweise Beckett nicht auf den Plan ruft...) und auch Ryans - halb genervte, halb scherzhafte - Bemerkung über Beckett („Manchmal wünschte ich mir, sie wäre in D.C. geblieben!“). Der Täter ist vielleicht ein bisschen sehr offensichtlich. Zumindest ging es dem Rezensenten so, dass er am Ende gedacht hat: Ja, klar, der kam mir am Anfang schon so verdächtig vor! Trotzdem gibt es an „Castle meets Da Vinci Code“ von Story und Inszenierung her eigentlich nichts auszusetzen.

Nur hätte es vielleicht zwischen Time Will Tell und dieser Folge einfach noch mal eine andere Folge geben sollen, die nach einem anderen Muster funktioniert.

Fazit

Für sich betrachtet eine sehr unterhaltsame Folge, deren Wirkung jedoch an dieser Stelle der Season, so dicht hinter Time Will Tell, etwas verloren geht.

Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 29. Oktober 2013

Castle 6x06 Trailer

Episode
Staffel 6, Episode 6
(Castle 6x06)
Deutscher Titel der Episode
Das Geheimnis des verborgenen Schatzes
Titel der Episode im Original
Get a Clue
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 28. Oktober 2013 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 7. Februar 2014
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Mittwoch, 24. August 2016
Autor
Christine Roum
Regisseur
Holly Dale

Schauspieler in der Episode Castle 6x06

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