Castle 6x05

Das passiert in der Castle-Folge Time Will Tell:
Castle (Nathan Fillion) hält es einfach nicht mehr aus: Er kann mit Pi (Myko Olivier) nicht mehr unter einem Dach leben. Doch als Alexis (Molly C. Quinn) ihm eröffnet, dass sie plant, mit Pi in eine eigene Wohnung zusammenzuziehen, da gefällt dem Herrn Papa das noch viel weniger.
Etwas Ablenkung verschafft ihm der neue Fall, den Beckett (Stana Katic) und er bearbeiten. Eine Bewährungshelferin ist ermordet worden. Ein Zeuge hat den vermeintlichen Killer vom Tatort fliehen sehen. Und der Bruder (Tim Russ, Star Trek: Voyager) des Opfers berichtet davon, dass sie in den letzten Tagen vor ihrem Tod das Gefühl hatte, verfolgt zu werden. Als die Polizei den Verdächtigen (Joshua Gomez, Chuck) schnappt, tischt dieser Beckett und Castle jedoch eine (fast) unglaubliche Geschichte auf: er ist angeblich aus der Zukunft gesandt worden, um eine furchtbare Katastrophe zu verhindern, die Milliarden Menschenleben kosten könnte...
Der Zeitreisende?
Es gibt zwei Momente, die diese Folge zu einer Fünf-Sterne-Folge machen, was immer man auch sonst vielleicht gegen sie einwenden könnte: Über all die Jahre hinweg hat Richard so viele verrückte Theorien ersonnen. Wir haben in der Serie Fälle gehabt, die scheinbar mit Geistern, Außerirdischen oder Zombies zu tun hatten; am Schluss aber immer mit einer natürlichen Erklärung für diese Phänomene aufwarten konnten. Am Ende von Time Will Tell wird Castle jedoch mit der Möglichkeit konfrontiert, dass die crazy theory tatsächlich der Wahrheit entsprechen könnte. Dass Simon tatsächlich aus der Zukunft stammt.
Castle ist völlig perplex. Und wir merken in diesem Augenblick: für ihn waren die verrückten Theorien immer halb Spaß, halb nützliches Instrument, den Fall aus einer anderen Perspektive zu sehen (was ja oft genug in der Vergangenheit dafür gut gewesen ist, die tatsächlichen Zusammenhänge zu durchschauen). Er hat jedoch nie wirklich an diese Theorien geglaubt. Als Simon aber plötzlich spurlos verschwindet, da macht ihn das doch einigermaßen sprachlos. Er nutzt den Moment noch nicht einmal, um gegenüber Beckett zu triumphieren (so nach dem Motto: „Ich hab's Dir doch gesagt...“).
Kaffeefleck
Das ist grandios und urkomisch und wird eigentlich nur noch von Becketts fassungslosem Blick übertroffen, als sie erkennen muss, dass sie selbst exakt den Kaffeefleck auf der Kopie des Briefs verursacht hat, die sie zuvor schon sichergestellt hatte.
SciFi-Ausflug
Man merkt es sicher schon: Mit Time Will Tell verhält es sich ganz ähnlich wie mit The Final Frontier im vergangenen Jahr. Castle-Fans, die gleichzeitig auch Science-Fiction-Fans sind, werden die Folge lieben. Die „Terminator“-Anspielungen! Die Erkenntnis, dass Espo (Jon Huertas) offenbar ein heimlicher Doctor Who-Fan ist! Und dann natürlich das Casting (Joshua Gomez, Tim Russ)! Superb!
Für alle anderen versucht die Folge zwar auch eine Interpretation des Falls anzubieten, die irgendwo auf realistische Weise Sinn ergibt. Aber die Nicht-SciFi-Fans werden bei der Episode wohl nicht annähernd den gleichen Spaß haben. Für sie wird es wohl eher eine durchschnittliche Folge sein. Sorry, Freunde!
Alexis
Der Handlungsstrang mit Alexis lieferte eine Stück weit das emotionale Gegengewicht zum abgedrehten SciFi-Krimi in der Haupthandlung. Wie viele Eltern in US-Serien (dort fällt es mir zumindest am meisten auf) kommt Richard etwas übergebühr beschützend, overprotective, herüber. Alexis ist nun wahrlich kein kleines Kind mehr. Und auch wenn Pi eine ziemliche Nervensäge ist, so dürfte auch Rick nicht entgangen sein, dass er ein ziemlich harmloser Zeitgenosse ist. Ein Loser? Check. Das Gegenteil von einem Traum-Schwiegersohn? Check. Aber jemand, dessentwegen man sich große Sorgen machen muss? Ganz sicher nicht.
Blick in die Zukunft
Ein Fest für Caskett-Fans dürfte unterdessen der Blick in die Zukunft sein, den wir über Simon erhalten (sofern wir denn annehmen, dass er tatsächlich aus der Zukunft stammt). Demnach werden Kate und Richard drei Kinder zusammen haben. Und sie wird ihre Karriere trotz allem doch noch machen - als Senatorin. Bis es jedoch so weit ist, werden die beiden noch viele verrückte Dinge erleben. Das ist doch mal eine schöne Vision der Zukunft, die einen sogar die bevorstehenden Energiekriege ertragen lässt...
Fazit
Abgedrehte SciFi-Folge, die besonders für Genrefans ein großer Spaß ist.
Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 22. Oktober 2013(Castle 6x05)
Schauspieler in der Episode Castle 6x05
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?