Castle 6x03

Das passiert in der Castle-Folge Need to Know:
Ein ehemaliger Sitcom-Star wird ermordet. Castle (Nathan Fillion), dem ohne Beckett (Stana Katic), dafür aber mit Pi (Myko Olivier) im Haus mehr und mehr die Decke auf den Kopf fällt, sieht darin eine gute Möglichkeit, endlich wieder mit seinen alten Freunden Ryan (Seamus Dever) und Esposito (Jon Huertas) an einem Fall zu arbeiten. Die beiden wollen ihn jedoch zunächst nicht dabeihaben, weil sie fürchten, dass Gates (Penny Johnson Jerald) dies erfahren könnte. Und genau das geschieht auch.
Gerade als Gates Castle hochkant rausschmeißen will, nimmt der Fall jedoch eine überraschende Wendung: Beckett und McCord (Lisa Edelstein) tauchen plötzlich in New York auf dem Polizeirevier auf und erklären den Fall zu einer Bundesangelegenheit, über die sie keine weiteren Auskünfte erteilen können. Das spornt Ryan und Esposito nun erst recht an herauszubekommen, was hinter dem Mord steckt. Und natürlich denkt jetzt niemand mehr daran, Castle loszuwerden, ist er doch der heiße Draht zu Beckett.
Verpasste Gelegenheit
Castle ermittelt gemeinsam mit Ryan und Espo in einem Fall - das ist als Grundidee eigentlich schon so schön, dass man sich fast ein bisschen ärgert, als Beckett und McCord auftauchen. Selbst als großer, großer Caskett-Shipper, der normalerweise nicht genug davon bekommen kann, die beiden gemeinsam auf dem Bildschirm zu sehen, wäre eine Kate-light-Folge, in der Beckett nur via Kameraphone präsent ist, zum jetzigen Zeitpunkt der Serie eigentlich genau das Richtige gewesen.
So hätte man auch als Zuschauer ein Gefühl für die schmerzhafte Trennung der beiden bekommen - und Castles Entscheidung für eine Wohnung in D.C. (dann in der darauf folgenden Episode) wäre noch ein Stück weit organischer aus der Handlung erwachsen. So wirkt Need to Know vor allem eines, nämlich etwas überhastet. Mit Castles Offenbarung, dass er die Wohnung gekauft hat, und Kates Rausschmiss in ein und der gleichen Szene.
Die Washington-Story
Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Das ist keineswegs als Plädoyer gemeint, dass die Washington- und Agenten-beim-Generalbundesanwalt-Story noch sehr viel länger hätte gefahren werden sollen. Ganz und gar nicht. Nur ein bisschen länger, um zumindest das dramaturgisch aus dieser Konstellation herauszuholen, was da an durchaus interessanten Elementen für die Figuren drin gewesen wäre. Wie zum Beispiel ein Fall, den Castle gemeinsam mit Ryan und Espo bearbeitet, ohne dass Kate überhaupt involviert ist. Need to Know wäre dafür die perfekte Gelegenheit gewesen.
Nun soll die Kritik aber auch nicht zu harsch ausfallen: Denn trotzdem ist Need to Know ja eine sehr unterhaltsame Folge. Vor allem durch die ungewohnte Team-Dynamik, in der Castle sich auf einmal zwischen zwei Seiten stehend wiederfindet - Ryan und Espo auf der einen und seine Verlobte Kate auf der anderen. Dabei ehrt es ihn, dass er, so weit es die Ermittlungen angeht, zu Ryan und Espo hält (gut, natürlich könnte man sagen, dass sie wohl auch die einzigen sind, die ihn mitmachen lassen).
Sitcom-Fan
Sehr gelungen ist auch die veränderte Rollenverteilung. Gegenüber Beckett ist ja gewöhnlich Castle derjenige, welcher den Nerd gibt, der sich für die abstrusesten Dinge interessiert und begeistert. In Need to Know ist es dagegen Ryan, der sich - sehr zur Verwunderung und Belustigung der anderen - als großer Fan der betreffenden Sitcom zu erkennen gibt und den Ermordeten für einen weit unterschätzten Schauspieler hält.
Kates Vertretung, Detective Sully (Joshua Bitton), wird hauptsächlich dadurch charakterisiert, dass er ihren Schreibtisch vollmüllt. Das ist ein bisschen dürftig. In der oben skizzierten Kate-light-Variante hätte man auch aus dem Aspekt, dass da einer an Becketts Schreibtisch sitzt, sie aber nicht ersetzen kann, mehr machen können.
Über den Fall in Need to Know sollte man jetzt besser nicht all zu genau nachdenken: Schauspieler infiltiert russische Gangsterfamilie im Auftrag der CIA, weil der Mafiapate ein großer Fan seiner alten Sitcom ist und eine Neuauflage drehen will... Okay. Die Haare, an denen das herbeigezogen ist, müssen Rapunzel gehört haben. Aber gut, es ist halt ein Fall, der beiden Bedürfnissen der Figuren-Story gleichermaßen Rechnung zu tragen versucht: ein Fall, der Castle interessiert, der aber auch irgendwie die Agentenschiene für Beckett mitbedient.
Fazit
Amüsant, aber etwas überladen. Zumindest eine weitere Folge hätte man für die Auflösung der Washington-Story gerne einplanen können.
Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 8. Oktober 2013(Castle 6x03)
Schauspieler in der Episode Castle 6x03
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