Castle 5x24

Das passiert in der Castle-Folge Watershed:
Die junge Erica Albrook wird ermordet im Wassertank einer billigen Absteige gefunden. Die Zeugenaussagen weisen ebenso wie Ericas äußere Aufmachung darauf hin, dass sie als Prostituierte gearbeitet hat. Als sich Ryan (Seamus Dever) etwas näher mit ihrem Hintergrund beschäftigt, stellt sich jedoch heraus, dass Erica Informatikstudentin an der Harvard University gewesen ist. Außerdem finden Castle (Nathan Fillion) und Beckett (Stana Katic) den Beweis dafür, dass Erica nur so getan hat, als wäre sie eine Prostituierte. Doch warum diese Tarnung? Warum diese Absteige? Weshalb war sie in Wirklichkeit dort?
Esposito (Jon Huertas) ist unterdessen der erste, der merkt, dass etwas mit Beckett nicht stimmt. Was er nicht und auch sonst niemand weiß: Kate ist in Washington beim FBI zu einem Vorstellungsgespräch gewesen. Und die Chancen stehen gut, dass sie den Job tatsächlich bekommen könnte. Ihr liegt sehr viel an dieser Aufstiegsmöglichkeit. Zugleich hat sie aber auch große Angst, was das für ihre Beziehung mit Castle bedeuten könnte. Sie wartet auf den richtigen Moment, mit ihm zu sprechen. Da findet er plötzlich durch Zufall selbst heraus, dass sie in Washington gewesen ist - und ist wegen ihrer Unehrlichkeit tief verletzt...
FBI vs. 12th Precinct
Was sich in The Human Factor abgezeichnet hat, tritt nun in Watershed ein: Kate bekommt einen tollen neuen Job beim FBI in Washington angeboten. Wobei das das Erste ist, was einen so ein bisschen stören kann. Nicht, dass sie ihn angeboten bekommt, das ist kein Thema. Das hätten wir an Kyle Secors Stelle auch getan. Nein, was daran ein wenig stört, ist diese implizite Herabsetzung der Arbeit auf dem zwölften Revier. Dort in Washington wird die wirklich wichtige Arbeit getan. Und was ist dann das Aufklären von Mordfällen, womit sich Richard und Kate die letzten Jahre über befasst haben? So viel wie das Aufschreiben von Verkehrssündern?
Gute Motivation
Das ist noch gar nicht mal als Kritik an der Folge gemeint: Für jemanden, der wie Kate so ganz und gar in der Arbeit aufgeht, ist das Einzige, was sie dazu motivieren könnte, Castle links liegen zu lassen, eine einzigartige Gelegenheit zum beruflichen Aufstieg. Und Mitglied einer Special Task Force des FBI zu werden, klingt nach einem gewaltigen Sprung nach oben. So weit es die Figur Becketts angeht, ist das schon sehr stimmig. Es macht einen als Zuschauer traurig, aber es ist, wenn man so darüber nachdenkt, in der Tat stimmig.
Außerdem darf man nicht vergessen, dass ihre neue Position ihr vermutlich sogar ein besseres Standing gäbe, um sich mit Senator Bracken, dem Auftraggeber für den Mord an ihrer Mutter, anzulegen. Das wird in der Folge zwar nicht explizit gesagt. Tatsächlich wird auf den übergreifenden Handlungsbogen in diesem Staffelfinale überhaupt nicht Bezug genommen. Aber es ist ein durchaus naheliegender Gedanke: Die Möglichkeiten, die ihr als Special Agent beim FBI zur Verfügung stehen, dürften die als Detective auf dem zwölften Revier bei weitem übersteigen.
Viele gute Gründe, nach Washington zu gehen. Und einer, der sie zaudern und zweifeln lässt: Richard Castle.
Ein perfektes Team
Es ist ja nicht nur ihre private Beziehung, die mit ihrem Wechsel nach Washington in die Brüche zu gehen droht, sondern auch ihre berufliche Zusammenarbeit. Kyle Secors Figur attestiert Kate, eine innovative Denkerin zu sein. Mindestens zum Teil geht das jedoch auf das Konto ihres Partners. Watershed behandelt einen eher durchschnittlichen Fall, in dem die beiden sich jedoch erneut als exzellentes Team erweisen. Es gibt sogar nach längerer Zeit mal wieder einen dieser Momente, in denen Rick und Kate jeweils die Sätze des anderen ergänzen, so als würden sie einen Gedanken denken, an einem gemeinsamen Faden spinnen. Auch die für die Lösung des Falls entscheidende Entdeckung des versteckten Laptops geht auf einen gemeinschaftlichen Kombinationsprozess der beiden zurück. O sie sind gut zusammen!
Genau deshalb wird auch das Herz der Caskett-Fans so schwer, als es so aussieht, als wäre Schluss mit den beiden.
Die Schaukel
Damit kommen wir zur Schaukel. Mindestens seit der Episode Rise ist die Schaukel im Park der Handlungsort für einige der ganz großen Caskett-Momente gewesen: Hier hat sich Kate bei Richard entschuldigt, weil sie sich nach ihrer Rekonvaleszenz monatelang nicht bei ihm gemeldet hat. Hier hat Kate in Always im Regen geschaukelt, bevor sie zu ihm gegangen ist, um endlich mit ihm als Paar zusammenzukommen. Und hier sinkt Richard auf einmal überraschend auf ein Knie.
Beide haben sich, was sehr schön ihre Ähnlichkeit als Familienmenschen unterstreicht, zuvor mit ihren Eltern, Richard mit seiner Mutter (Susan Sullivan), Kate mit ihrem Vater (Scott Paulin), beraten. Und eigentlich sieht es für uns als Zuschauer so aus, als ob das Ergebnis dieser Beratungen jeweils darin besteht, dass sie sich für ein Auseinandergehen entscheiden. Bis Richard auf einmal seinen Heiratsantrag stellt.
Castle entlässt uns dadurch mit ganz ähnlichen Empfindungen in die Sommerpause, welche auch die Figuren teilen dürften: aufgeregt, verwirrt - und maßlos gespannt, wie die Antwort lauten wird.
Fazit
Der Fall ist eher Durchschnittskost, aber er erfüllt seinen Zweck, uns noch einmal vor Augen zu führen, was wir an Castle und Beckett als Partner so schätzen, wodurch die Aussicht auf ein möglicherweise bevorstehendes Ende uns das Herz noch schwerer macht.
Das Ende wiederum gibt uns Rätsel auf: Was wird passieren? Wird Kate seinen Antrag annehmen? Welche Entscheidung hat sie bezüglich des Jobs getroffen? Nun heißt es, sich bis September gedulden, wenn wir die Antwort erfahren.
Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 14. Mai 2013(Castle 5x24)
Schauspieler in der Episode Castle 5x24
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