Castle 5x22

„I was momentarily distracted by your dizzying array of hair styles over the years.“ (Seht Ihr, Frauen, wir achten doch auf Eure Frisuren!)
Das passiert in der Castle-Folge Still:
Beckett (Stana Katic) ermittelt im Fall eines mysteriösen Bombenlegers. Dank Aufnahmen einer Verkehrsüberwachungskamera sind sie und Esposito (Jon Huertas) in der Lage, den Mann zu identifizieren. Als die Polizei dessen Wohnung stürmt, gelingt es zwar den Verdächtigen zu überwältigen. Beckett tritt im Zuge des Zugriffs jedoch in der Wohnung auf eine Art Mine: einen gewaltigen Sprengsatz, der an einen drucksensitiven Auslöser gekoppelt ist. Bewegt sich Beckett auch nur das kleinste Stück, so droht die Bombe zu explodieren und das ganze Haus zu zerstören.
Während das Sprengstoff-Kommando von der Wohnung unter ihr aus versucht, den Sprengkörper zu entschärfen, und Ryan (Seamus Dever) und Esposito den Bombenleger bearbeiten, bleibt Castle (Nathan Fillion) bei Beckett, um ihr Gesellschaft zu leisten - und ihre Gedanken von der Bombe abzulenken. Das gelingt auch so weit ganz gut, bis das Sprengstoff-Kommando die Entdeckung macht, dass die Bombe zusätzlich mit einem Zeitzünder versehen ist...
Hitchcock
Nachdem bereits The Lives of Others als Hommage an Alfred Hitchcocks „Das Fenster zum Hof“ angelegt gewesen ist, weckt Castle mit Still zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit die Erinnerung an den Master of Suspense. Die Grundsituation der Folge entspricht jedenfalls fast haargenau Hitchcocks - durch Truffauts Interviewbuch berühmt gewordenen - Beispiel von den zwei Leuten, die miteinander reden, während unter ihnen eine Bombe tickt.
Police - Writer
Still bedient sich also des Lehrbuch-Beispiels für das Erzeugen von Spannung, das nach wie vor sehr gut funktoniert. Dabei steht die Spannung als solche gar nicht mal so sehr im Vordergrund. Denn eigentlich ist Still von vorne bis hinten eine Caskett-Episode, welche sich um die Beziehung von Kate und Richard zueinander dreht.
Castle nutzt den Moment, in dem sich Beckett zum Stillstand gezwungen sieht, als Gelegenheit zur Rückschau und Besinnung: Welchen Weg hat dieses Paar eigentlich genommen? Welche Entwicklung haben die beiden zusammen durchlaufen? Aufhänger dafür ist eine Kabbelei zwischen den beiden, ob Kate gleich von Beginn an Gefühle für Richard hatte oder nicht. Ilustriert werden die Pro- und Contra-Argumente mit Ausschnitten aus früheren Folgen, vor allem aus den ersten zwei Staffeln.
Clip Show
Das Zeit und Geld sparende Format der Clip Show hat sich in den letzten Jahren etwas rar gemacht. An ihre Stelle sind (Halb-) Staffelzusammenfassungen wie etwa bei Revenge oder Once Upon a Time getreten. Dass Ausschnitte aus früheren Folgen gehäuft in einer neuen Episode Verwendung finden (als Erinnerungen etwa), kommt dagegen heute etwas seltener vor. In Still feiert die Clip Show aber eine sehr schöne und vor allem dramaturgisch sehr stimmige Renaissance. Es passt einfach - sowohl die Verwendung der Clips per se (als Bestandteile des gemeinsamen Reminiszierens) als auch die Reihung von den eher „lustigen“ zu den eher „ernsthaften“ Momenten.
In konzentrierter Form führt uns Still noch einmal vor Augen, was so toll an der Serie, vor allem aber was so großartig an Castle und Beckett als Ermittler- und Liebespärchen ist („Du sammelst die Fakten, ich mache daraus die Geschichte“). Der Rezensent würde Still damit sehr gerne zur „Jubiläumsfolge der Herzen“ erklären.
Selbst als alle Hoffnung verloren scheint, weicht Richard nicht von Becketts Seite. Einen größeren Liebesbeweis kann es eigentlich gar nicht geben. Und als krönenden Abschluss erhalten die beiden auch noch von Gates (Penny Johnson Jerald) ihren Segen, welche nach eigenem Bekunden die Beziehung der beiden schon längst bemerkt hat. Caskett-Fan, was willst Du mehr?
Squab and the Quail
Kritik gibt es an der Folge kaum zu üben (wenn man von Kleinigkeiten absieht wie etwa dem Timer an Castles Handy, welcher bestenfalls näherungsweise mit der Bombe synchronisiert ist).
Unverständnis und Erstaunen kann man höchstens darüber äußern, dass The Squab and the Quail ursprünglich nach Still laufen sollte. Die beiden Folgen passen eigentlich in keiner Ausstrahlungsreihenfolge so recht zueinander; dafür ist der Sprung einfach zu groß - zwischen dem Richard, der sechs Minuten damit verbringt, Cappuccino-Herzen zu malen, und dem Richard, der Kate für selbstverständlich hinnimmt und ihr nicht mehr das Gefühl gibt, etwas Besonderes zu sein. Und natürlich auch zwischen der Kate, die ihre Beziehung eigentlich gerade erst am Anfang sieht, und der Kate, die sich die große Sinnfrage stellt, wohin die Beziehung führen soll.
Man fragt sich unwillkürlich, ob dazwischen ein paar Folgen ausgelassen wurden. Wie gesagt: Das ist keine Kritik an Still, sondern eher noch eine Ergänzung zu der Kritik an The Squab and the Quail.
Fazit
Ein Fest für Caskett-Fans, dessen optimistische Botschaft einen mit Vorfreude in die Zukunft blicken lässt: „The Best is Yet to Come!“
Trailer zu Folge 5x23 „The Human Factor“
Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 30. April 2013(Castle 5x22)
Schauspieler in der Episode Castle 5x22
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?