Castle 5x21

Das passiert in der Castle-Folge The Squab and the Quail:
Ein nettes Geschäftsessen in einem der edelsten Restaurants New Yorks - und plötzlich bricht einer der Teilnehmer tot zusammen. Lanie (Tamala Jones) stellt Symptome einer Vergiftung fest, sie braucht jedoch eine Weile, bis sie herausbekommt, dass der Mann mit einer überaus seltenen und exotischen Substanz getötet worden ist. Castle (Nathan Fillion) und Beckett (Stana Katic) entdecken unterdessen, dass der Giftanschlag eigentlich dem genialen Erfinder und Entrepreneur Eric Vaughn (Ioan Gruffudd, Ringer) gegolten hat.
Castle ist von der Bekanntschaft mit dem weltbekannten Genie begeistert. Bis Vaughn ausgerechnet Kate als Personenschutz anfordert - und Castle anfängt, sich Gedanken zu machen. Kate allein mit dem reichen, charmanten und gutaussehenden Philanthropen in dessen Hotelsuite, das will Castle überhaupt nicht gefallen. Zumal es zwischen ihm und Beckett ohnehin ein bisschen kriselt, weil sie das Gefühl hat, dass er sie inzwischen als Selbstverständlichkeit betrachtet. Von daher genießt sie natürlich die Aufmerksamkeit, die Vaughn ihr entgegenbringt. Castle wiederum treibt Ryan (Seamus Dever) und Esposito (Jon Huertas) an, mit Hochdruck nach dem Killer zu fahnden, der Vaughn nach dem Leben trachtet...
Traumpaar in Not
Für Caskett-Fans ist The Squab and the Quail eine wirklich harte Dreiviertelstunde, da unser Traumpaar hier in eine nicht unerhebliche Krise schlittert, die auch zum Ende hin nicht ganz behoben ist, wie uns Kates konsternierter Blick verrät. Dabei beginnt alles noch recht heiter: Castles Gaming-Leidenschaft und Becketts Pläne für ein erotisches Schäferstündchen kollidieren miteinander, was in der wohl besten und witzigsten Dialogzeile der gesamten Episode resultiert: „No, it's not my mom. It's worse...“
Kate hat - nicht ganz zu Unrecht - das Gefühl, dass Richard sie als gegeben ansieht. Es ist so ein bisschen die negative Kehrseite der vertrauten Alltäglichkeit, die noch in der vergangenen Episode The Fast and the Furriest allseits gepriesen worden ist (allen voran die Bettszene). Nach knapp einem Jahr ist Sexy Kate für Richard nichts Besonderes mehr. Das ist zwar nur sehr schwer vorstellbar (Mein Gott! Dieses Hemd, diese Beine, dieser Blick über die Schulter... ich hör' besser auf), aber der Natur menschlicher Beziehungen nach wohl auch nicht ganz aus der Luft gegriffen.
Was macht Andrew hier?
Und genau in diesem Moment trifft Kate auf einen superschlauen, superreichen Charmebolzen, der ihr das Gefühl gibt, das tollste Geschöpf auf dem Planeten Erde zu sein. Klar, dass das nicht ganz ohne Wirkung auf sie bleibt.
Schau lieber, dass Du die Dinge mit Bridget (Sarah Michelle Gellar) wieder in Ordnung bringst, anstatt Dich an unsere Kate heranzumachen! Sorry, da muss was durcheinander geraten sein...
Castle reagiert mit einer gepflegten Portion Eifersucht, treibt durch das darin mehr oder minder explizit zum Ausdruck kommende Misstrauen Kate aber nur weiter von sich fort. Bis zu jener Szene, die einem fast das Herz stehen bleiben lässt: Eric küsst sie - und sie lässt es zumindest für einen Moment lang geschehen.
Spiel mit dem Feuer
Es ist genau dieses Spiel mit dem Feuer, welches The Squab and the Quail so spannend macht. Viel spannender als der Fall, den es zu lösen gilt, da es das in Gefahr bringt, was Castle-Fans wohl das liebste an der Serie ist: Caskett.
Einerseits ist es ja gut und richtig, die beiden einmal durch eine solche Situation hindurchgehen zu lassen. Andererseits wirkt es jedoch auch ein Stück weit konstruiert. Vor allem Castles Eifersucht ist eine ganze Spur zu dick aufgetragen. Dass er Ryan und Espo zur Eile antreibt und sich selbst im Zuge dessen in einen Koffeinrausch versetzt, um den Fall möglichst schnell abzuschließen und Kate damit aus Vaughns Nähe zu bringen, das ist ja noch glaubhaft und sogar witzig. Die Art und Weise, wie er sich jedoch Kate gegenüber verhält - voller Argwohn und Misstrauen, regelrecht verletztend -, das geht dann schon ein bisschen zu weit und wirkt sehr gewollt, um die Versuchung für Kate möglichst groß zu halten.
Nun ist nichts dagegen zu sagen, dass sich eine Hauptfigur auch mal zum Ar... macht. Das kommt im Leben vor. Nur sollte es schon irgendwie aus der Figur selbst hervorgehen und nicht so aussehen, als wäre es ihr aus Plotgründen einfach von außen übergestülpt worden. Nehmen wir zum Beispiel seine Reaktion auf Becketts Bemerkung, dass Vaughn doch jede Frau haben könnte - und dass er deshalb ganz bestimmt nicht an ihr interessiert sei. Und von Castle kommt ein zustimmendes Lachen, so als ob das tatsächlich eine lächerliche Vorstellung wäre. Spricht er da gerade nicht mit der Frau, hinter der er vier Jahre hergewesen ist? Und jetzt soll sie einfach nur irgendjemand sein, mit der man sich bestimmt nicht einlassen würde, wenn man jede andere haben könnte? Das ist irgendwie so ganz und gar nicht die Reaktion, die man von Castle erwarten würde.
Wohin soll die Beziehung führen?
Umgekehrt wirkt die Tatsache, dass auf einmal der langfristige Charakter ihrer Beziehung - erst von Martha (Susan Sullivan), dann von Kate selbst - als Diskussionsgegenstand aufs Tablett gebracht wird, etwas überraschend. Immerhin ist es doch Kate gewesen, die im Interesse der Arbeit immer darauf plädiert hatte, die Beziehung geheim zu halten, so dass Castle ihr bislang kaum einen Heiratsantrag hätte unterbreiten können. Allerdings fehlt uns natürlich der Wissensstand aus Still, der Episode, die wegen der Bostoner Bombenanschläge nach hinten verschoben wurde „48726“, so dass wir in diesem Punkt vielleicht nicht ganz up-to-date sind.
Der Mordfall selbst gerät bei so viel Beziehungsdrama etwas in den Hintergrund. Bemerkenswert ist auf alle Fälle, dass es diesmal praktisch keine red herrings, also keine falschen Spuren gibt. Nahezu jeder Verdächtige ist tatsächlich auf die ein oder andere Weise in das Verbrechen involviert gewesen. Das ist recht ungewöhnlich.
Fazit
Beckett erliegt fast dem Charme eines Fremden - und Castle wird vom grünäugigen Monster gepackt. The Squab and the Quail ist in erster Linie ein spannendes, wenngleich punktuell auch übertriebenes Beziehungsdrama, welches Caskett einer harten Belastungsprobe unterzieht.
Trailer zu Folge 2x22 „Still“
Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 23. April 2013(Castle 5x21)
Schauspieler in der Episode Castle 5x21
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?