Castle 5x20

Castle 5x20

Castle bekommt es in The Fast and the Furriest gleich mit zwei gefräßigen Monstern zu tun. Das eine plündert seinen Kühlschrank. Ist das andere für den Mord an einer jungen Frau verantwortlich?

Spurensuche nach Bigfoot. / (c) ABC
Spurensuche nach Bigfoot. / (c) ABC

She's still not taking my calls.“ / „Well, can you blame her? You practically turned her into a smurf!“ (Na ja, es schlumpft sich ja auch nicht, ungefragt an anderer Leute Kühlschränke zu gehen...)

Das passiert in der Castle-Folge The Fast and the Furriest:

Anne Cardinal, eine junge Evolutionsbiologin, wird vor einem Krankenhaus aus dem Auto geworfen. Die Frau hat schwerste Verletzungen, denen sie kurze Zeit später erliegt. Am auffälligsten ist eine tiefe Wunde in ihrem Gesicht, die ihr mit einer Klaue zugefügt worden zu sein scheint. Castle (Nathan Fillion) verdächtigt zunächst die Affen, die Anne in einem Forschungsinstitut studiert hat, etwas mit der Tat zu tun zu haben, bevor er auf eine noch gewagtere Theorie kommt: Anne soll nämlich dem legendären Bigfoot auf der Spur gewesen sein. Hat etwa die riesenhafte Kreatur - halb Mensch, halb Affe - Anne auf dem Gewissen? Beckett (Stana Katic) kann das nicht glauben - und schaut sich deshalb lieber nach menschlichen Verdächtigen um.

Castle hat unterdessen auch daheim ein Rätsel zu lösen: irgendjemand stiehlt Lebensmittel aus seinem Kühlschrank. Und Richard ist fest entschlossen herauszubekommen, wer das ist...

Wilde Theorien

Vor einigen Wochen beklagten sich einige Kommentatoren, dass sie Richards verrückte Theorien in Castle vermissen würden. The Fast and the Furriest dürfte diesen zwischenzeitlichen Mangel mehr als ausgleichen: Castle sprüht geradezu vor absonderlichen Ideen und Überlegungen. Wobei diese zumindest zu Beginn gar nicht mal so absonderlich scheinen: Denn der angeblich so friedfertige und prosoziale Affe begegnet Richard ja tatsächlich auf eine überaus feindselige Weise (köstlich: die Hals-durch-Geste), was nur niemand der anderen so recht zur Kenntnis nimmt.

The Fast and the Furriest lebt - wie schon Scared to Death vor kurzem und natürlich zahlreiche weitere Folgen - von dem Hin und Her aus fantastischer und realistischer Erklärung des Mords, wobei sich innerhalb des Teams jeweils Koalitionen für eine der beiden Varianten bilden: Richard und Ryan (Seamus Dever) stehen dabei gemeinsam auf Seiten Bigfoots, Kate und Espo (Jon Huertas) dagegen ziehen es vor, eher nach einem menschlichen Täter zu suchen.

Das ist sehr unterhaltsam. Allerdings kaufen sich die Macher damit wieder einmal das Problem ein, am Ende alles etwas arg hopplahopp auflösen zu müssen, weil sie vorher so lange wie möglich versuchen, die Schwebe zu halten.

Bigfoot und sein Therapeut

Zu den absoluten Highlight-Szenen gehört dabei Kate und Richards Spurensuche im Wald, die damit endet, dass sie plötzlich tatsächlich einem vermeintlichen Bigfoot gegenüberstehen, nur dass sich dann - gleichermaßen zu Ricks Leidwesen und Erleichterung - in Wirklichkeit ein Mensch unter dem Kostüm verbirgt. Und zwar Raphael Sbarge, der hier als führender Bigfoot-Forscher in einer Folge mehr zu tun bekommt als in einer halben Staffel von Once Upon a Time.

Glaube und Skepsis

Was The Fast and the Furriest von den anderen „Akte X“-Glaube-versus-Skepsis-Folgen abhebt, ist der Ansatz, diesen Gegensatz zwischen unseren beiden Hauptfiguren selbst zu thematisieren. Kate fragt Richard, warum es ihm so wichtig ist, an diese Dinge zu glauben - und erhält eine sehr offene und für den Schriftsteller Castle bezeichnende Antwort über den Wert der Imagination.

Gleichzeitig ist das Gespräch der beiden im Bett auch noch ein wunderschöner Caskett-Moment. Nicht nur, weil Kate gesteht, dass das eine mysteriöse Phänomen an das sie glaubt, ihre Beziehung ist (Awwwwww!), sondern auch wegen der Situation als solches: Diese eine Szene zeigt eigentlich sehr schön, wo die beiden mittlerweile als Paar stehen. Dass sie die Nacht bei ihm verbringt ist alltägliche Normalität. Er liest noch etwas im Bett, sie klettert im Schlabber-Shirt zu ihm (welches übrigens auch für einen hübschen Anschlussfehler gut ist: in einigen Einstellungen ist das Shirt zur Seite verrutscht und lässt ihre Schulter frei liegen, in anderen sitzt das Shirt dagegen korrekt - und so springt es ständig hin und her).

Schlumpf

Dass dann auch noch der kleine Kühlschrank-Nebenplot mit Alex (Molly C. Quinn) mit dem generellen „an Dinge beziehungsweise Menschen glauben“-Thema der Folge verbunden wird, rundet die Geschichte sehr schön ab.

Fazit

Eine Folge wie die Szene in Castles Bett: Man ist inzwischen vertraut miteinander - und doch ist es immer noch sehr schön!

Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 16. April 2013
Episode
Staffel 5, Episode 20
(Castle 5x20)
Deutscher Titel der Episode
Bigfoot ist der Mörder
Titel der Episode im Original
The Fast and the Furriest
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 15. April 2013 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 2. September 2013
Autor
Christine Roum
Regisseur
Jonathan Frakes

Schauspieler in der Episode Castle 5x20

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