Castle 5x17

Castle 5x17

Befürchten die Macher von Castle etwa, dass sie keine sechste Staffel bekommen werden? Oder warum hauen sie sonst mitten im März eine Folge heraus, die man sich eigentlich für Halloween hätte aufheben müssen? Vielleicht wollte ABC aber auch nur den Start von Bates Motel torpedieren.

Ihre Untersuchungen führen Beckett und Castle auch in eine geschlossene Psychiatrie. / (c) ABC
Ihre Untersuchungen führen Beckett und Castle auch in eine geschlossene Psychiatrie. / (c) ABC

Hold my hand!“ / „Castle, I am not scared.“ / „I wasn't asking for you...
(Castle braucht im Angesicht des Todes etwas menschliche Nähe...)

Das passiert in der Castle-Folge Scared to Death:

Die junge Val Butler (Alison Trumbull) hat vor ihrem Tod noch den Polizei-Notruf wählen und rufen können, dass „es“ hinter ihr her ist. Als sie tot in ihrer Wohnung aufgefunden wird, gibt es keinerlei äußerlich sichtbare Spuren, was den Tod verursacht haben könnte. Ihr Gesicht ist jedoch noch über ihr Ableben hinaus von Angst verzerrt. In ihrer Wohnung finden sich zahlreiche Hinweise, dass sie offenbar geglaubt hat, von einer dunklen Macht bedroht zu werden. Castle (Nathan Fillion) steigt darauf natürlich sofort ein - und sieht hinter Vals Tod das Wirken des „Bösen“. Beckett (Stana Katic) glaubt dagegen an die Tat eines Mörders aus Fleisch und Blut.

Allerdings liefert auch die Obduktion der Leiche keinerlei Erkenntnisse darüber, was die junge Frau denn nun getötet hat. Da entdecken Castle und Beckett in Vals Wohnung eine unheimliche DVD, welche den Betrachter binnen drei Tagen das Leben kosten soll. Castle, der das Video als erster sieht, ist danach mehr als nur ein wenig besorgt, dass ihn das gleiche Schicksal wie Val ereilen könnte...

Nightmare At the 12th Precinct

Eine Halloween-Folge mitten im März - anders kann man Scared to Death kaum auffassen. Die Episode ist eine einzige Hommage an das Genre des Horrorfilms und wartet dabei sogar mit einem Gastauftritt von Regie-Altmeister Wes Craven („A Nightmare on Elm Street“, „Scream“) auf, der Castle einen entscheidenden Tipp zum Umgang mit dem unheimlichen Video gibt. Das Schöne an dieser Szene ist, dass Castle hier die eigene Genre-Hommage selbstreflexiv aufgreift (zum Beispiel als Craven kritisiert, dass der Anfang der Geschichte aber sehr nach einem Abklatsch klingt) und die Erzählung als Erzählung sichtbar macht (als Castle danach fragt, wie die Helden bloß im dritten Akt aus dem Schlamassel kommen sollen).

Unter Strom gesetzt

Als Hommage an die Motive und Traditionen des Horrorfilms funktioniert die Episode wunderbar, als Krimi dagegen nicht ganz so gut. Bis kurz vor Schluss ist die Folge ein einziges Ping-Pong-Spiel zwischen einer natürlichen und einer übernatürlichen Erklärung für das Geschehen: Auf einen Hinweis für eine natürliche Erklärung folgt umgehend eine Entkräftung, wodurch die Erklärung wieder in die Schwebe gerät (zum Beispiel: Castle und Beckett finden den vermeintlichen Absender der DVD, dabei stellt sich jedoch heraus, dass dieser selbst schon seit Tagen tot ist). Das ist so weit ja ganz nett.

Fast unvermeidlich ist am Ende jedoch die Enttäuschung: Denn im Grunde basiert die Auflösung darauf, dass Dr. Perlmutter (Arye Gross) seinen Job nicht richtig gemacht hat. Oder will uns Castle wirklich weismachen, dass sich ein Tod qua Stromschlag nicht in einer Obduktion feststellen ließe? Irgendwie kommt man sich deshalb am Ende ein bisschen beschummelt vor. Aber gut: der Spaß mit den Horror-Versatzstücken soll es uns wert gewesen sein.

Kann mich einer mit Bill Shatner bekannt machen?

Dazu gehört natürlich auch die Reaktion der Figuren auf diesen ungewöhnlichen Fall: Nicht nur Castle, auch Ryan (Seamus Dever) und Esposito (Jon Huertas) lassen sich ins Bockshorn jagen. Jedenfalls erfinden die beiden alle möglichen Ausreden, um nicht einen Blick auf das Video werfen zu müssen. Kate scheint dagegen fast einen (sexuellen) Kick aus der Situation zu beziehen: So lasziv auf Ricks Verführung bedacht haben wir sie zumindest noch nie zuvor gesehen.

Schön zu wissen, dass bei den beiden im Schlafzimmer offenkundig alles in bester Ordnung ist. Überhaupt enthält Scared to Death ein paar sehr schöne Caskett-Momente: Allen voran die Entdeckung, dass auf Richards Liste der Dinge, die er vor seinem Tod tun will, sein Zusammenkommen mit Kate an erster Stelle stand (wobei auch sein Wunsch, William Shatner zu treffen, natürlich hohen Unterhaltungswert besitzt: Captain Reynolds und Captain Kirk - das wär's doch!).

Fazit

Nicht unbedingt das ganz große Highlight, aber eine sehr unterhaltsame Folge, an der es nur wenig auszusetzen gibt.

Trailer zu Folge 2x18 „The Wild Rover“

[videosj=castle-518-trailer]

Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 19. März 2013
Episode
Staffel 5, Episode 17
(Castle 5x17)
Deutscher Titel der Episode
Zu Tode erschreckt
Titel der Episode im Original
Scared to Death
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 18. März 2013 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 12. August 2013
Autor
Shalisha Francis
Regisseur
Ron Underwood

Schauspieler in der Episode Castle 5x17

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?