Castle 5x12

Castle 5x12

Der Produzent von College Girls Gone Crazy wird mit einem BH ermordet. Und ausgerechnet seine Leibwächterin gerät in Verdacht. Was vor allem Esposito zunächst gar nicht glauben will.

Schlechteste Leibwächterin der Welt oder Mordverdächtige? Kelly Hu in „Castle“. / (c) ABC
Schlechteste Leibwächterin der Welt oder Mordverdächtige? Kelly Hu in „Castle“. / (c) ABC

Das passiert in der Castle-Folge Death Gone Crazy:

In einem Nachtclub wird Beau Randolph ermordet, der Produzent der erfolgreichen Videoreihe College Girls Gone Crazy, in der sich junge Frauen in zweifelhaften Posen filmen lassen. Entsprechend groß sind die Proteste, die Randolph mit seinen Videos bei Sittenwächtern hervorruft. Selbst sein Tod hat etwas Pikantes an sich: Er ist nämlich mit einem BH erdrosselt worden. Eine erste Frage, der Castle (Nathan Fillion) und Beckett (Stana Katic) nachgehen, lautet: Wie konnte dem Videoproduzenten überhaupt etwas passieren? Schließlich hatte er eine Leibwächterin (Kelly Hu, Arrow).

Diese gerät jedoch selbst in Verdacht, als ein Überwachungsvideo aus Randolphs Büro auftaucht, das zeigt, wie sie unmittelbar nach seinem Tod eine Speicherkarte aus seinem Safe entwendet hat. Doch es gibt noch weitere Verdächtige, so etwa Randolphs Ex-Freundin (Vail Bloom), die nicht einsehen wollte, dass es zwischen ihnen vorbei war, oder auch der Anführer (Conor O'Farrell) der Protestbewegung gegen Randolphs „Schmutzfilme“...

Espo Gone Crazy

Nachdem in der vergangenen Folge Esposito (Jon Huertas) - vielleicht ein bisschen zu sehr und mit einer zu schwachen Geschichte - im Mittelpunkt stand, kehrte Castle mit Death Gone Crazy zur Normalität zurück. Ein ungewöhnliches Setting, ein solider, wenn auch nicht übermäßig spektakulärer Fall. Nur Esposito schien immer noch nicht so ganz der Alte: So als wollten sie den ungewohnt ernsten Espo-Handlungsstrang der Vorwoche kompensieren, ließen die Autoren ihn in dieser Woche ganz zum hormongesteuerten Aufreißer und Spaßmacher mutieren, was bisweilen doch etwas übertrieben pubertär daherkam („Inbreastigation“, wirklich? Da können wir ja schon mal gespannt sein, was die deutsche Synchro daraus machen wird, vielleicht eine Unterbusung?).

Nein, da ging Ryan (Seamus Dever) schon deutlich besser mit der delikaten Materie um, indem er selbstreflexiv erkannte: „Ich hätte nicht gedacht, dass ich das nach der sechsten Klasse noch mal sagen würde: Ich habe die BH-Untersuchung abgeschlossen.

Die kleinen Momenten

Nachdem es in der vergangenen Woche auch in den Kommentaren unseres Reviews schon schmerzlich vermisst worden ist, durfte Castle in Death Gone Crazy endlich mal wieder eine seiner verrückten Theorien zum Besten geben (als er nämlich meint, dass Randolph ja vielleicht ermordet worden ist, weil er die Tochter eines Mafia-Paten vor die Kamera bekommen hat). Die Theorie hält zwar nicht lange. Aber ohnehin sind es in Death Gone Crazy eher die kleinen, flüchtigen Momente, welche die Folge sehenswert machen.

Becketts vorab erteilte Absolution an Castle, dass er „ruhig gucken dürfe“; ihr eigener versonnener Blick, als sie zu einem der männlichen Protagonisten von College Boys Gone Nuts herüberschaut; Richards unmerkliches Nicken, als eine Zeugin davon berichtet, dass man beim Toiletten-Sex im Nachtclub schon mal was verliert (das Nicken dürfen wir wohl als ein Zeichen dafür werten, dass ein gewisser abenteuerlustiger Schriftsteller diese Erfahrung auch schon gemacht hat...). Und natürlich das leise Lächeln, das sich auf Kates Lippen abzeichnet, als Richard - ganz Familienmensch - sagt, dass es nichts gäbe, was ein Vater nicht für seine Tochter tun würde. Ob da wohl jemand im Hinterkopf schon Familienplanung betreibt?

Das Lächeln versöhnt uns auf jeden Fall mit Kates finsterer Mine, die uns das Ende von Significant Others verhagelt hatte.

Online-Datenschutz für Anfänger

In einem Nebenstrang entdeckt Richard, dass Alexis (Molly C. Quinn) einen Vlog im Internet führt, in dem sie freimütig über ihr Privatleben Auskunft gibt. Nichts Anstößiges, kein College Girl Gone Crazy, aber doch so, dass sich Richard Sorgen macht. Nachdrücklich erinnert er sie daran, welche Gefahren damit verbunden sein können, all zu bedenkenlos Informationen über sich online preiszugeben. Genau so nachdrücklich erinnert ihn seine Tochter daran, dass sie volljährig und nicht auf den Kopf gefallen ist.

Ein bisschen sehr pädagogisch kommt dieser Plot schon daher. Andererseits ist es ja durchaus begrüßenswert, dass sich eine populäre Fernsehserie des Themas annimmt und hier Aufklärungsarbeit zu leisten versucht. Und wenn es dann auch noch dazu taugt, einen Vater-Tochter-Versöhnungsmoment über einer riesigen Portion Eiscreme und Schlagsahne herbeizuführen, dann soll uns das nur recht sein.

Fazit

Durchschnittliche Folge, nette Unterhaltung, zu der es nicht viel zu sagen gibt. Da sieht, wenn man einmal in den Trailer schaut, die kommende Folge in zwei Wochen schon nach einem anderen Kaliber aus.

Trailer zu Folge 5x13 „Redemption“

[videosj=castle-5x13-trailer]

Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 22. Januar 2013
Episode
Staffel 5, Episode 12
(Castle 5x12)
Deutscher Titel der Episode
Tödliche Girls
Titel der Episode im Original
Death Gone Crazy
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 21. Januar 2013 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 19. April 2013
Autor
Jason Wilborn
Regisseur
Bill Roe

Schauspieler in der Episode Castle 5x12

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?