Castle 5x11

Das passiert in der Castle-Episode Under the Influence:
Holly Rhodes (Briana Barran), besser bekannt als DJ Beat, wird ermordet aufgefunden, nachdem sie am Abend zuvor bei der Party der berĂŒhmten SĂ€ngerin Regina Cane (Taylor Cole, The Event) aufgelegt hatte. Castle (Nathan Fillion) und Beckett (Stana Katic) finden heraus, dass es bei mehreren Partys, auf denen Holly gearbeitet hat, zu JuwelendiebstĂ€hlen gekommen ist. Ihr erster Verdacht fĂ€llt auf Hollys Assistenten. Es stellt sich jedoch heraus, dass sie bei den in Frage stehenden Partys mit einem anderen Assistenten gearbeitet hat: dem bereits mehrfach straffĂ€llig gewordenen Jugendlichen Joey (Nadji Anthony Jeter).
Beckett und ihr Team können sich eigentlich nur schwer vorstellen, dass Joey der Mörder ist. Oder dass er bei den DiebstĂ€hlen auf eigene Rechnung gearbeitet hat. Vor allem Esposito (Jon Huertas) gibt sich groĂe MĂŒhe, Joey zur Aufgabe seines Hintermanns zu bewegen. Doch der Junge zeigt sich ĂŒberaus hartnĂ€ckig...
Willkommen in Nashville!
Zwei Dinge sind an Under the Influence bemerkenswert: Erstens, das Ausgangsszenario mit der RivalitĂ€t zweier SĂ€ngerinnen - das junge Starlet, welches den altgedienten Star in der öffentlichen Wahrnehmung zu verdrĂ€nge droht - erinnert so frappierend an Nashville, dass sich manche US-Zuschauer gefragt habe dĂŒrften, ob Castle schon begonnen hat, oder ob sie noch ein Promo sehen.
Dabei bleibt sich die Serie hier durchaus treu: Schon mehrfach hat sie in der Vergangenheit auf aktuell populĂ€re Shows (zum Beispiel „Dancing with the Stars“ in A Dance With Death) und Serien (zum Beispiel The Walking Dead in Undead Again) Bezug genommen. Warum also nicht auch auf Nashville? Zumal beide Serien auf ABC laufen - und man damit auch noch dem eigenen Sender eine kleine Freude machen konnte. Und wenn es dann auch noch dem Zuschauer Freude macht, weil er die Anspielung erkannt hat, dann ist es ein allseitiger Win-Win.
Espo
Die zweite AuffĂ€lligkeit: So sehr wie in Under the Influence hat selten zuvor eine der „Nebenfiguren“ im Mittelpunkt einer Episode gestanden. Als Joey auf der BildflĂ€che auftaucht, wird Esposito schlagartig zur eigentlichen (dramaturgischen) Hauptfigur der Folge. Er ist der HandlungstrĂ€ger. Er ist es, der sich um Joey kĂŒmmert und ihn zum Reden zu bringen versucht. Er tritt Joeys Hintermann Shane (Michael Irby, The Unit) auf die metaphorischen Zehen (und dessen Bodyguard ganz buchstĂ€blich in die Kronjuwelen). Und Esposito ist es letztlich auch, der durch den Trick mit der Videoaufnahme von Shanes Verhör die Lösung des Falls herbeifĂŒhrt.
Einerseits ist das eine prima Sache. Jon Huertas ist ein toller Schauspieler, der es absolut verdient hat, dass man ihm auch mal etwas mehr zu tun gibt. Zudem hat Castle gerade in Ryan (Seamus Dever) und Esposito zwei ungemein sympathische und differenzierte Nebenfiguren, welche - schon allein aus GrĂŒnden der Abwechslung - auch mal etwas gröĂere Teile der Handlungslast tragen könnten. Das geht also an sich absolut in Ordnung.
Nicht ganz unterschlagen werden kann allerdings das Andererseits. Castle ist - besonders in den letzten anderthalb Jahren - so sehr auf die Beziehung von Castle und Beckett fixiert gewesen, dass der plötzliche Wechsel - Esposito steht im Mittelpunkt, wĂ€hrend die beiden gegen Ende hin praktisch zu Nebenfiguren degradiert werden - einem so vorkommen muss, als wĂŒrde man eine andere Serie sehen. Wie gesagt: Es hinterlĂ€sst einen mit etwas zwiespĂ€ltigen GefĂŒhlen. Die Abwechslung tut eigentlich ganz gut, kommt aber fast ein bisschen zu sprunghaft daher.
Nicht ganz taufrisch
Der Fall selbst ist sehr ordentlich und mit vielen schönen Finten inszeniert. Etwas schade ist, dass die Geschichte mit dem Jungen so 08/15 geraten ist. Das Problem ist vielleicht einfach, dass die Story von dem Cop, der den auf die schiefe Bahn geratenen Jugendlichen zu reformieren versucht, schon so oft erzÀhlt worden ist, dass es trotz aller Versuche der Macher, den ein oder anderen Haken zu schlagen, einfach schrecklich vorhersehbar ist, wie dieser Plot ablaufen wird. Leider gelingt es der Serie hier nicht, der Story irgendetwas nennenswert Neues abzugewinnen.
Fazit
Castle meets Nashville und Esposito nimmt den Fall in die Hand. Keine schlechte Folge - und doch muss man sagen, dass fĂŒr eine Serie, die Castle heiĂt, Castle und Beckett, das zentrale Paar der Serie, einfach ein bisschen zu kurz kommt.
Trailer zu Folge 5x12 âDeath Gone Wildâ
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Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 15. Januar 2013(Castle 5x11)
Schauspieler in der Episode Castle 5x11
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?