Castle 5x13

Castle 5x13

Ein Politiker scheint auf der Abschussliste eines durchgeknallten Killers zu stehen. Und Beckett steckt in einem tiefen Dilemma, ob dies ein Mord ist, den sie verhindern sollte. Oder ob nicht auch auf diese Weise Gerechtigkeit Einzug halten kann.

Verkehrte Welt in „Castle“ / (c) ABC
Verkehrte Welt in „Castle“ / (c) ABC

Das passiert in der Castle-Folge Recoil:

Die Leiche einer jungen Frau wird gefunden. Und jemand hat sich große Mühe gegeben, dass sie nicht identifiziert werden kann: Die Zähne wurden ihr ausgeschlagen, ihr Körper verbrannt. Aber Lanie (Tamala Jones) findet trotzdem einen Hinweis, über den es schließlich gelingt, den Namen des Mordopfers zu ermitteln. Ryan (Seamus Dever) und Esposito (Jon Huertas) versuchen zu rekonstruieren, was die Frau vor ihrer Ermordung getan und wo sie überall gewesen ist.

Als Castle (Nathan Fillion) und Beckett (Stana Katic) in einem Hotel nachfragen, in das sie sich hat fahren lassen, erfahren sie, dass sie dort jemanden getroffen hat, den vor allem Beckett nur all zu gut kennt: Senator Bracken (Jack Coleman), der Mann, der den Mord an ihrer Mutter in Auftrag gegeben hat. Schnell zeigt sich jedoch, dass der Politiker in diesem Fall nicht zu den Verdächtigen gehört. Ganz im Gegenteil...

Die Kraft des Twists

Drama entsteht, wenn Figuren in schwierige, konfliktreiche Situationen geraten. Wie etwa: eine Polizistin weiß, wer der Mörder ihrer Mutter ist. Weil die Beweise nicht ausreichen und weil er ein mächtiger Politiker ist, kommt sie jedoch nicht an ihn heran. Potenzieren lässt sich das Drama nun dadurch, dass man dem Ganzen noch einen Twist gibt, einen Dreh, etwas, das zur ursprünglichen Stoßrichtung der Handlung - Polizistin jagt den Mörder ihrer Mutter - quer oder gar vollkommen entgegen läuft. Zum Beispiel: Polizistin muss den Mörder ihrer Mutter beschützen.

Recoil ist eine geradezu lehrbuchreife Folge, die zeigt, wie man die Probleme einer Figur - und damit das Drama - durch einen solchen grundlegenden Twist vergrößern kann. Beckett steht vor dem Dilemma, das sie zwei schwer in Einklang zu bringende Handlungsziele gleichzeitig verfolgt: Einerseits will sie den Mörder ihrer Mutter bestraft sehen, was auf dem üblichen rechtsstaatlichen Weg möglicherweise niemals passieren wird. Andererseits will sie aber auch den Mann zur Strecke bringen, der vielleicht als Einziger diese Strafe vollstrecken könnte, dabei aber - wie es scheint - selbst den Mord an einer Unschuldigen verübt hat.

Die Zwickmühle

Beckett steckt also richtig in der Zwickmühle. Und die Macher von Recoil leisten ebenso wie Stana Katic wunderbare Arbeit, uns dieses Hin- und Hergerissensein der Figur vor Augen zu führen. Da ist auf der einen Seite der Brief, das wichtige Beweisstück, das Beckett am liebsten verschwinden lassen würde. Da ist auf der anderen Seite die trauernde Schwester des Opfers, die natürlich genau so ein Anrecht auf Gerechtigkeit hat wie Beckett selbst.

Wie sonst in der Beziehung zwischen ihr und Castle sind es hier vor allem die kleinen Dinge, welche diese Zerissenheit so überzeugend machen, wie etwa in der Szene, als Beckett auf den vermeintlichen Attentäter trifft. Sie fordert ihn auf, stehen zu bleiben, aber erst nach einem Moment des Zögerns. Sie schießt in Richtung des Flüchtenden, aber sie wartet einen Tick zu lange, bis er schon entkommen ist - und die Schüsse eigentlich nur noch eine Alibi-Veranstaltung sind. Sie lässt es so aussehen, als hätte sie versucht, ihn aufzuhalten, aber eigentlich wollte sie es nicht wirklich.

Ein guter Tag für Ratschläge

Dass Beckett zuerst „Mr. Worf“ (Michael Dorn) und nicht Castle um Rat fragt, ist dabei, auch wenn es zunächst vielleicht so ausschaut, kein Zeichen für mangelndes Vertrauen in ihrer Partner. Eher kommt es einem so vor, als ob sie ihn nicht zu einem etwaigen Komplizen machen will. In dem Moment, als der Brief für das Aufspüren des Verdächtigen nicht mehr ausschlaggebend ist, wendet sie sich jedenfalls umgehend an Castle, welcher - das wäre ein kleiner Kritikpunkt - ansonsten in der Folge nur sehr am Rande steht. Es ist eben Kates Konflikt, um den es hier geht.

Großen Spaß machen vor allem die Szenen zwischen ihr und Bracken, für den es natürlich genau so seltsam ist, dass ihn auf einmal die Polizistin beschützen soll, welche ihn eigentlich hinter Gitter bringen will. Wenn nicht Schlimmeres. Das ist auf jeden Fall für einige grandiose Dialoge gut, allen voran Kates Bemerkung, dass sie den Attentäter doch nur deshalb aufhalten will, weil sie selbst den Abzug drücken möchte.

Frühzünder?

Kleinere Schwächen hat die Folge auch, das soll nicht verschwiegen werden. So ist es doch etwas seltsam, dass die Schwester nicht irgendwann, nachdem sie aus dem Meeting gekommen ist, ihre Mailbox abgehört hat. Auch kommt es einem so vor, als ob der Fahrer beim Zünden der Bombe etwas zu ungeduldig ist. Hätte er nicht besser gewartet, bis Bracken in den Wagen eingestiegen ist? Oder war die Frühzündung schon eine Reaktion darauf, dass Beckett Bracken hinterhergelaufen ist? Das ist aus der Einstellungsfolge heraus nicht ganz eindeutig aufzulösen, hat den Rezensenten beim ersten Anschauen aber auf jeden Fall etwas irritiert.

Fazit

Eine spannende Folge mit einem großartigen Twist, durch den Beckett gehörig in die Zwickmühle gerät.

Trailer zu Episode 5x14 „Reality Star Struck“

[videosj=castle-5x14-trailer]

Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 5. Februar 2013
Episode
Staffel 5, Episode 13
(Castle 5x13)
Deutscher Titel der Episode
Rückschlag
Titel der Episode im Original
Recoil
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 4. Februar 2013 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 26. April 2013
Regisseur
Thomas J. Wright

Schauspieler in der Episode Castle 5x13

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