Castle 5x06

Castle 5x06

Mord auf einer Science-Fiction-Convention? Da ist Ex-Firefly-Captain Nathan Fillion natürlich ganz in seinem Element. Und auch sonst ist The Final Frontier, inszeniert von Commander Riker, ein großer Spaß für Genrefans.

Castle (Nathan Fillion) und Beckett (Stana Katic) auf der Brücke der Nebula-9. / (c) ABC
Castle (Nathan Fillion) und Beckett (Stana Katic) auf der Brücke der Nebula-9. / (c) ABC

Das passiert in der Castle-Folge The Final Frontier:

Nebula 9“ ist eine kurzlebige Science-Fiction-Serie gewesen, die schon vor zehn Jahren vom Sender genommen wurde. Im Gedenken der Fans lebt sie jedoch weiter. Auf der New Yorker Supernova Con können die Anhänger der Serie sogar an der „Nebula 9 Fan Experience“ teilnehmen, einem Live-Abenteuer, in dem die Fans gemeinsam mit Captain-Max-Darsteller Gabriel Winters (Ed Quinn, Eureka) auf der Brücke der „Nebula 9“ stehen. Aus dem Spaß wird jedoch tödlicher Ernst, als Annabelle Collins, die Organisatorin der Fan Experience, ermordet auf der Brücke aufgefunden wird.

Was den Fall für Beckett (Stana Katic) und Castle (Nathan Fillion) zunächst besonders knifflig macht, ist die Todesursache: Annabelle wurde erschossen. Aber nicht etwa mit einer handelsüblichen Pistole, sondern, wie Dr. Perlmutter (Arye Gross) feststellt, mit einem Laserstrahl. Ein Science-Fiction-Mord auf einer Science-Fiction-Convention...

Ein Fest für Nerds

Nachdem Castle mit Probable Cause in der vergangenen Woche einen Abstecher in düstere Gefilde unternommen hat, kehrt die Serie mit The Final Frontier wieder auf das gewohntere Terrain der leichtfüßigen Krimikomödie zurück. Diesmal ermitteln Kate und Richard auf einer SciFi-Convention, was natürlich für alle Genre- und Nathan Fillion-Fans einem einzigen Fest gleichkommen muss.

Und wir werden wahrlich nicht enttäuscht. Autorin Kate Sargeant, die im vergangenen Jahr schon mit Once Upon a Crime einen Ausflug ins Fantastische unternommen hat, und Regisseur Jonathan Frakes (Star Trek: The Next Generation) liefern ein einziges Feuerwerk aus Anspielungen, Referenzen und Insider Gags, welches den geneigten Nerd-Zuschauer vor wohligem Vergnügen geradezu quietschen lässt. Angefangen beim Cameo-Auftritt von Jonathan Frakes selbst („I am your Number One Fan!“) über die Auflistung von Richards Lieblingsserien („Star Trek, Battlestar, that Joss Whedon show...“) bis hin zu William Shatners „Ideal Woman“ als Song in der Schlussszene ist die Folge einfach nur ein gigantischer Spaß, der von der Freude am Wiedererkennen lebt.

Sexy Space Babes

Make sure history never forgets the name Enterprise!“ Wer dieses von Nathan Fillion in bester Patrick Stewart-Imitation vorgetragene Zitat sofort der Star Trek: The Next Generation-Folge Yesterday's Enterprise zuordnet, der ist bei The Final Frontier absolut richtig. Andere Zuschauer werden vielleicht nicht ganz so viel Freude mit der Episode haben. Denn der Fall gerät doch arg haarsträubend: eine von Armin Shimerman (Star Trek: Deep Space Nine) maßangefertigte Laserpistole; eine Schauspielerin, die mordet, um als vermeintlich ernsthafte Mimin nicht länger mit einer kindischen SciFi-Serie in Verbindung gebracht zu werden. Würde man ein wenig darüber nachdenken, käme man wohl aus dem Kopfschütteln nicht heraus. Aber darum geht es in The Final Frontier gar nicht.

Es ist eine humorvolle Liebeserklärung an das Science-Fiction-Genre, in der Kate stellvertretend für wohl nicht wenige Fans artikuliert, was selbst die vermeintlich schlechteste Serie für einen Zuschauer bedeuten und wie sie ihm positive Rollenbilder zur Bewältigung des eigenen Lebens als Beispiele an die Hand geben kann. Gleichzeitig scheut sich The Final Frontier aber auch nicht, Kritik an einer sicher nicht nur bei Richard bestehenden Doppelmoral zu üben: Es stört ihn, Alexis (Molly C. Quinn) als leichtbekleidetes Space-Babe zu sehen. Gleichzeitig verzehrt er sich mit unverhohlener Lüsternheit danach, dass Kate für ihn ihr altes Fan-Kostüm anzieht. Ein Wunsch, von dem sie ihn allerdings am Ende sehr wahrscheinlich dauerhaft kuriert. Die beiden mögen jetzt vielleicht zusammen sein, zum willigen Objekt seiner Begierde lässt Kate sich deshalb aber deshalb noch lange nicht machen. Auch Nicht-SciFi-Serien liefern bisweilen sehr positive Vorbilder.

Kate, das Fangirl

Sehr schön ist derweil auch die Verkehrung der Rollen in der Episode: Meistens ist Richard ja derjenige, der von etwas der enthusiastische Fan ist, während Kate die nüchterne Skeptikerin mit einem leicht spöttischen Lächeln auf den Lippen gibt. In The Final Frontier verhält es sich nun genau umgekehrt. Kate wird - zum großen Vergnügen Castles und der Zuschauer - als Fangirl geoutet, was gerade deshalb so großen Spaß macht, weil es ihr - zumindest anfangs - etwas peinlich ist. Zugleich ist es natürlich auch köstlich, durch die Fassade der sonst so professionell auftretenden Polizistin, das Fangirl hindurchscheinen zu sehen - sowohl beim Anhimmeln des Captains als auch bei den Schmerzen, die sie erleidet, als ausgerechnet die Darstellerin ihrer Lieblingsfigur über die Serie herzieht. Ach, Kate wem von uns ist es nicht schon mal genau so ergangen?

Fazit

Es ist nicht eine der besten Castle-Folgen. Dafür ist der Krimianteil einfach zu schwach. Trotzdem hat die Episode fünf Sterne verdient, weil sie bezogen darauf, was sie sein will, einfach perfekte Unterhaltung bietet.

Trailer zu Folge 5x07 „Swan Song“

Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 6. November 2012
Episode
Staffel 5, Episode 6
(Castle 5x06)
Deutscher Titel der Episode
Mord im Weltall
Titel der Episode im Original
The Final Frontier
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 5. November 2012 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 8. März 2013
Autor
Kate Sargeant
Regisseur
Jonathan Frakes

Schauspieler in der Episode Castle 5x06

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