Castle 5x05

Das passiert in der Castle-Folge Probable Cause:
Elle (Alexa Havins, Torchwood) kommt nach Hause und findet die Leiche ihrer Mitbewohnerin, die mit Stacheldraht an der Decke befestigt wurde. Ein brutaler Mord, der Beckett (Stana Katic) und Castle (Nathan Fillion) RĂ€tsel aufgibt. Zumal in der Wohnung sĂ€mtliche Spuren, die auf den TĂ€ter hindeuten könnten, verwischt wurden. Der Mörder scheint so ziemlich an alles gedacht zu haben, wonach die Polizei suchen könnte. Die einzigen FingerabdrĂŒcke, welche die Spurensicherung am Ă€uĂeren TĂŒrrahmen schlieĂlich doch entdeckt, gehören - Richard!
Alle glauben zunĂ€chst an ein Versehen. Doch dann taucht ein wertvoller OhranhĂ€nger auf, den das Opfer von einem mysteriösen Liebhaber - reich, gutaussehend und offenbar in einer Beziehung mit jemand anderem - geschenkt bekommen hat. Als Ryan (Seamus Dever) die ĂberwachungsbĂ€nder des JuweliergeschĂ€fts auswertet, trauen er, Beckett und Esposito (Jon Huertas) ihren Augen kaum. Es ist Castle, den sie dort auf dem Bildschirm sehen. Er leugnet zwar, den AnhĂ€nger gekauft zu haben. Doch es tauchen mehr und mehr Hinweise auf, die auf ihn deuten. Ist Castle etwa der Mörder?
Auf die Probe gestellt
In den ersten vier Folgen der aktuellen fĂŒnften Staffel war die Grundstimmung in Castle die einer Romantic Comedy. Kate und Richard genossen ihre heimliche Romanze, wĂ€hrend das Geheimnis, das sie darum machten, fĂŒr viele komische Situationen gut war. Damit ist es in Probable Cause erst mal vorbei. Das ist einerseits schade, weil diese Romantic Comedy uns als Zuschauern natĂŒrlich groĂen SpaĂ gemacht hat - und eine Wohltat nach dem nervenaufreibenden Hin und Her der vierten Staffel gewesen ist.
Andererseits war es allerdings durchaus an der Zeit, die Beziehung zwischen Kate und Richard einer Belastungsprobe zu unterziehen. Okay, sie sind verliebt und haben groĂen SpaĂ miteinander. Aber was hĂ€lt ihre Beziehung wirklich aus? Welch besseren HĂ€rtetest gĂ€be es, zumal in einer Krimiserie, dafĂŒr, als dass einer von ihnen unter Mordverdacht gerĂ€t? Das ist zugegeben nicht die originellste Idee, mit der man aufwarten kann. Da und dort sind in der Fernsehgeschichte auch schon andere Protagonisten unter Mordverdacht geraten. Gleichwohl ist es deshalb nicht minder effektiv.
Die Hinweise verdichten sich
Probable Cause ist eine ungemein spannende Folge. Unschuldig in Verdacht zu geraten und ins GefĂ€ngnis zu kommen, ist wohl einer der schlimmsten AlbtrĂ€ume, die einem widerfahren können. Und genau das passiert Richard. Und seine eigenen Freunde sind es, die - weil sie als Polizeibeamte auch gar nicht anders können - gegen ihn die Ermittlungen fĂŒhren und dabei ein Indiz nach dem nĂ€chsten finden.
Dabei verfĂ€hrt die Folge - aus der Feder von Castle-Erfinder Andrew W. Malone höchstpersönlich - sehr geschickt. Es wĂ€re nach allem, was sie zusammen erlebt haben, Ă€uĂerst unglaubwĂŒrdig, wenn ihr Verdacht sofort auf Caste fiele. Nein, zunĂ€chst wird der erste Hinweis als Fehler wegerklĂ€rt. Doch dann kommen immer weitere Indizien hinzu. WĂ€hrend auf der anderen Seite jede Alternative fehlt: Der VerdĂ€chtige vom Beginn stellt sich sehr schnell als falsche Spur heraus. Und ansonsten gibt es niemanden, den wir als möglichen TĂ€ter ins Auge fassen könnten.
Dass Jerry Tyson (Michael Mosley, Pan Am), der entkommene Serienkiller aus 3XK, hinter der ganzen Sache steckt, ist schlieĂlich die groĂe, aber keineswegs unplausible Ăberraschung. Als Zuschauer ist man geradezu erleichtert, als er auf der BildflĂ€che erscheint, hat man damit doch endlich eine ErklĂ€rung fĂŒr das bis dahin UnerklĂ€rliche (das einen fast in die Gefahr gebracht hĂ€tte, selbst an Castles Unschuld zu zweifeln). Gleichzeitig ist die Tatsache dass Tyson sich gegenĂŒber Richard offenbart, einer der wenigen - kleinen - Kritikpunkte an der Folge.
Um (zu) viele Ecken gedacht
FĂŒr das, was wir zu diesem Zeitpunkt als sein Motiv annehmen mĂŒssen (sein Rachedurst Richard und Kate gegenĂŒber), ist die Selbstoffenbarung vollkommen kontraproduktiv. Bevor er auf den Plan getreten ist, waren die beiden vollkommen hilflos. Erst durch sein Auftreten jedoch liefert er ihnen einen Ansatzpunkt aus der Klemme heraus. Das schaut wie ein klassischer (und deshalb etwas enttĂ€uschender) Bösewicht-Fehler aus.
In Castles finaler ErklĂ€rung, dass es wohl Tysons Plan gewesen ist, dass sie ihm auf die Schliche kommen - und er vor ihren Augen scheinbar stirbt, macht das zwar Sinn. Der Nachteil dieser ErklĂ€rung ist, dass sie vollkomen ĂŒberkonstruiert wirkt. Vor aller Augen zu sterben, hĂ€tte Tyson auch viel einfacher haben können. Einmal ganz abgesehen davon, dass jemand, der als polizeilich Gesuchter unbehelligt in Polizeireviere eindringt, sich ja nicht all zu groĂe Sorgen um seine Fahndung zu machen scheint. Warum sollte Tyson also seinen Tod vortĂ€uschen mĂŒssen, um sein mörderisches Treiben fortzufĂŒhren?
GestÀrkt
Aber das sind Details, die einen nicht all zu sehr stören sollten. Denn das, worum es in der Folge ja eigentlich geht, ist wie schon gesagt die Belastungsprobe fĂŒr Caskett. Und diese bestehen die beiden unbeschadet. Kate ist wegen der Situation mit Richard zwar total fertig - und heult sich bei Lanie (Tamala Jones) die Augen aus. Sie glaubt aber nicht wirklich, dass Castle zu dem fĂ€hig wĂ€re, was die Indizien nahelegen. Stattdessen glaubt Kate ihm sofort, als er ihr - welch unwahrscheinliche Geschichte! - von Tyson erzĂ€hlt.
Die Geste, wie die beiden sich durch die GitterstĂ€be hindurch mit den Fingern berĂŒhren, ist absolut herzerwĂ€rmend. Ebenso wie der Umstand, dass Kate schon daran denkt, Castle aus dem GefĂ€ngnis zu befreien. Nur dass er - welch herrliche Wendung - das schon selbst ĂŒbernimmt. Ihr anschlieĂenden Treffen in der Bibliothek ist wiederum der Beweis dafĂŒr, wie geradezu blindlings sich die beiden verstehen.
Mag Probable Cause auch ziemlich an die Nerven gehen, so bleibt doch das wohlige GefĂŒhl, dass das Band zwischen Kate und Richard stĂ€rker ist als eh und je.
Das Geheimnis um ihre Beziehung ist nun natĂŒrlich futsch. Das ist der einzige wirklich beklagenswerte Kollateralschaden von Probable Cause. Zugleich ist es einer der wenigen komischen Momente der Folge, als Kate sich Ryan und Esposito offenbaren will und dann nicht schlecht staunt, dass die beiden schon Bescheid wissen.
Fazit
Beim Tyson-Plot hapert's ein bisschen mit der PlausibilitÀt. Ansonsten ist Probable Cause eine spannende, nervenaufreibende Folge, welche unter Beweis stellt, dass zumindest vorerst nichts und niemand zwischen Caskett kommen kann.
Trailer zu Folge 5x06 âThe Final Frontierâ
Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 30. Oktober 2012(Castle 5x05)
Schauspieler in der Episode Castle 5x05
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?