Castle 4x21

Castle (Nathan Fillion) kommt mit seinem neuen „Nikki Heat“-Roman nicht weiter. Da er und Beckett (Stana Katic) sich in letzter Zeit entfremdet haben, ist er auf der Suche nach einer neuen Inspirationsquelle - und findet sie in Gestalt von Ethan Slaughter (Adam Baldwin), ein Cop aus der Abteilung für Bandenkriminalität, der einen Aufsehen erregenden neuen Fall bearbeitet: ein Jugendlicher, der Mitglied einer Gang war, ist erschossen aufgefunden worden. Mit drei abgeschnittenen Köpfen in einer Tasche.
Slaughter will mit dem Schriftsteller zunächst nichts zu tun haben. Er ändert jedoch seine Meinung, als er hört, dass Castle mit dem Bürgermeister befreundet ist. Denn etwas politische Rückendeckung kann Slaughter angesichts seiner unorthodoxen, ja fragwürdigen Methoden schon sehr gut gebrauchen. Castle ist von der Action, die er mit seinem neuen Partner erlebt, begeistert, bis dieser es jedoch etwas zu weit treibt...
Nachdem wir in The Limey Beckett mit einem anderen Partner an der Seite gesehen haben, ist in Headhunters nun also Castle an der Reihe „fremdzugehen“, wie Ryan (Seamus Dever) es nennt. Und das Erlebnis für den Zuschauer ist dabei ein ganz Ähnliches wie in der vergangenen Episode: Wäre das hier nicht Castle und würde man deshalb nicht alle Daumen und Hühneraugen für Caskett drücken, dann würde man sich wünschen, mehr von Castle und Slaughter zu sehen.
Die beiden sind zusammen ein absolut grandioses Team. Und das nicht nur wegen der Firefly-Reunion von Nathan Fillion und Adam Baldwin. Natürlich ist Slaughter als harter Macho-Cop arg klischeehaft gezeichnet. Aber genau das macht sein Zusammenspiel mit Castle ja so unterhaltsam: Nachdem Richard vier Jahre lang an der Seite der stets so beherrschten und rationalen Kate der Spaßvogel und originelle Denker mit den ungewöhnlichen Einfällen sein durfte, befindet er sich gegenüber Slaughter auf einmal in einer völlig anderen Position.
Er ist begeistert, überwältigt und irritiert zugleich. Einerseits findet er es toll, dass ihm Slaughter die Waffe in die Hand drückt - und ihn einmal richtig Polizist spielen lässt. Die blutende Nase nach der kleinen Barschlägerei trägt er fast wie eine Trophäe vor sich her. Außerdem gefällt es ihm natürlich ungemein, gegenüber Slaughter mit seinen Beziehungen in den Polizeiapparat hinein (sprich zu Ryan und Esposito) protzen zu können. Auch wenn es ihn ein paar Nicks-Tickets kostet. Die Arbeit mit Slaughter hat etwas Abenteuerliches, Gewagtes. Das kommt dem kleinen Jungen in ihm (siehe auch die Anfangsszene mit den „Actionfiguren“) natürlich sehr entgegen. Andererseits fällt es nun aber ausgerechnet Castle zu, seinen neuen Partner dann und wann einmal an die Vorschriften zu erinnern. Ein bisschen scheinen die Jahre mit Beckett also doch auf ihn abgefärbt zu haben.
Was nun das weitere Schicksal von Caskett angeht, so wird in Headhunters zumindest so etwas wie der berühmte Silberstreif am Horizont sichtbar. Beckett ist fürchterlich davon angenervt, dass Castle mit einem anderen Polizisten herumzieht. Für ihre Eifersucht spielt es dabei keine Rolle, dass Slaughter ein Mann und keine Frau ist. Was sie am meisten zu vermissen scheint (ebenso wie der geneigte Zuschauer), ist schließlich das gemeinsame Fällelösen mit Castle. Mr. Worf (Michael Dorn) macht ihr jedoch klar, dass sie endlich entscheiden muss, was sie will. Becketts Frage, ob sie vielleicht zu lange gewartet hat, können wir als Zuschauer unterdessen wohl ohne zu zögern mit Ja beantworten...
Castle selbst wiederum macht in Headhunters eine wichtige und hoffentlich Augen öffnende Erfahrung: Nachdem Slaughter weit über die Stränge geschlagen hat und den Mord einem mexikanischen Bandenchef in die Schuhe zu schieben versucht, bleibt Castle nichts anderes übrig, als sich an Beckett zu wenden, die ihn zwar einerseits ihre Verletztheit durchaus spüren lässt. Ihn aber andererseits bei der Aufklärung des Falls unterstützt, obwohl es sie ihren Job kosten könnte. Sie gibt ihm also zu verstehen, dass sie für ihn da ist.
Und auf einmal befindet sich Castle damit in einer Lage, die der von Alexis (Molly C. Quinn) nicht unähnlich ist (ach, Ihr herrlichen Alexis-Parallelen, wo seit Ihr nur in den letzten Wochen und Monaten gewesen?). Nachdem sie erst in Stanford abgelehnt wurde, erhält sie nun doch eine Zusage. So richtig freuen kann sie sich darüber aber noch gar nicht, weil sie sich fragt: Was, wenn die Absage ein Zeichen dafür war, dass es doch besser wäre, sich nach etwas anderem umzuschauen? Und doch ist Stanford alles, wovon sie je geträumt hat. Richard und Alexis tun das einzig Sinnvolle in dieser Situation: Sie ziehen Eiscreme als Entscheidungshilfe heran. Na dann, guten Appetit!
Fazit
Nathan Fillion und Adam Baldwin hatten schon in Firefly eine großartige Chemie - und die haben sie in Headhunters wieder. Gleichzeitig hat man das Gefühl, dass Caskett langsam wieder auf einen guten Weg kommt. Allein die beiden wieder bei gemeinsamen Ermittlungen zu sehen, hat im Rezensenten einen regelrechten Endorphin-Schub ausgelöst!
Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 17. April 2012(Castle 4x21)
Schauspieler in der Episode Castle 4x21
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?