Burn Notice 5x14

Während Michael vergeblich versucht, die Sache mit den CIA-Files vor sich herzuschieben, teilt ihm Maddie (Sharon Gless) mit, dass Andre tot ist, sein bester Freund aus der Kindheit: erschossen von einem Gangleader. Dieser Fall der Woche kommt irgendwie überraschend, da wir über Andre so gut wie nie etwas gehört haben - höchstens wurde er einmal erwähnt in der vier vergangenen Staffeln. Wenn ich mich nicht täusche, tauchte Andres Bruder Rick in der zweiten Staffel auf... ?
Die emotionalen Momente funktionieren in Breaking Point nicht wirklich (bis auf Maddies kleine Erzählung über den Rosenbusch am Ende): Andre taucht wie aus dem Nichts auf. Zwar wird uns erzählt, dass Michael ihn vor langer Zeit aufgegeben habe, da Andre den Weg in die kriminelle Unterwelt wählte - aber das macht diese Reise in Kindheitserinnerungen nicht emotionaler. Vor allem gemessen an der Sache mit Anson nicht, die immerhin - dank Fionas (Gabrielle Anwar) Einsatz - ein Stückchen vorankommt.
Und zwar ihrer Gefühlslage entsprechend: rasend! Man kann es spaßeshalber so formulieren: Während Michael (Jeffrey Donovan) wie eine Art verlängerter Arm der Burn Notice-Autoren Zeit zu schinden versucht, setzt sich Fiona für uns Zuschauer ein und prescht voran. Sie will nicht herumsitzen und grübeln, was richtig und falsch ist - wie es sein kann, dass Michael das nach jahrelangem Bemühen gewonnene Vertrauen der CIA nun wieder aufs Spiel setzen muss. Fiona will das Spiel spielen: Man könne nicht gewinnen, ohne mitzuspielen, sagt sie am Anfang der Episode zu Michael.
Aber Anson (Jere Burns) ist nicht der durchschnittliche Gegner von der Episode nebenan, was ihn interessant macht - und gleichzeitig uns Zuschauer mehr von dieser Konfrontation wünschen lässt als nur zwei kurze Unterhaltungen pro Episode bis zum Finale... Als erster Gegner scheint Anson immun gegen Michaels psychologische Spielchen zu sein; eigentlich gegen jedes Spiel, da er stets die Regeln verändert.
Trotzdem wundert man sich, dass er zwei Mal zu einem Treffen mit Michael erscheint, ohne dass man ihm einen wirklich guten Grund dafür gegeben hätte. Natürlich muss man Michael & Co. eine Chance geben, und die lässt sich dramaturgisch nicht anders organisieren - aber trotzdem fühlt sich das angesichts Ansons Oberbösewicht-Rolle ziemlich erzwungen an. Während Sam - sagt Hallo zu Charles Finley, Umwelt-Anwalt, und zu den Baby-Pinguinen! - und Fiona herauszufinden versuchen, wo Anson wohnt, helfen Jesse und Andres Bruder Rick Michael dabei, den frisch gebackenen Gangleader und Mörder Dion Carver zu überführen.
Ich muss an der Stelle gestehen, dass Michaels Undercover-Auftritt als Waffenhändler für mich dieses Mal ziemlich daneben geht, vor allem im Vergleich zu Jesse (Coby Bell). Da Dion eher als Karikatur denn als ernsthafter Gegner rüberkommt und Michael in seiner Rolle so übertreibt, sorgt Jesse für die "coolness" der Szenen. Ich sage nur: „Scarface Deluxe Package!“ Burn Notice selbst hingegen kann ich diesmal, wie dieses Review wohl hinreichend zum Ausdruck gebracht hat, keinesfalls als Deluxe Package bewerten. Aber leichte Durchhänger gab's immer mal wieder bei der USA-Serie, also warten wir mal ab, wie das Spiel weiter geht...
Verfasser: Vladislav Tinchev am Freitag, 11. November 2011(Burn Notice 5x14)
Schauspieler in der Episode Burn Notice 5x14
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?