Bunheads 1x09

Die Serie Bunheads steht kurz vor dem ersten Staffelfinale und eins haben die Serienmacher sehr elegant geschafft: Sie haben den Fokus von einer reinen Fanny/Michelle-Kombo auf einen Michelle/Bunheads-Weitwinkel verlegt. Und das ist äußerst interessant geworden. Mittlerweile haben die jungen Tänzerinnen die weitaus spannenderen Storylines.
Gilmore-Girls-Touch
Auch wenn „Bunheads“ natürlich eine eigene Serie ist, die man ohne Frage genießen kann, ohne jemals die Namen Lorelai und Rory gehört zu haben, werden die Parallelen zu der Kult-Serie Gilmore Girls doch hin und wieder sehr offensichtlich. Das liegt oft an den altbekannten Gesichtern, wie das von Sean Gunn, der vielen wohl für ewig der verschrobene Kirk aus Stars Hollow bleiben wird, egal wie viele Kaffees er als Barista Sebastian auch mit Peace-Zeichen verzieren wird.
Sean Gunn ist nicht der erste Gaststar, der Bunheads besucht und auch wenn er einer der prägnantesten bisher ist, so wird das Gilmore-Girls-Feeling doch vor allem durch das Gemeine-Treffen herausbeschworen. Ist das gut, ist das mittlerweile nervig, ständig Vergleiche zu der Hit-Serie zu ziehen? In jedem Fall ist es mittlerweile schon eine Art Sport geworden für diejenigen, die in Stars Hollow ebenso zuhause sind wie in Paradise.
Das Kaffee-Debakel
Fanny (Kelly Bishop) ist schon in den vergangene Episoden mehr oder weniger zur Randnotiz runtergestuft worden. Ihr Casting-Problem als eigene Storyline zu bezeichnen wäre beinah übertrieben. Doch es funktioniert auf diese Weise, denn Fanny ist ein so herausstechender Charakter, dass er sich in kleinen Dosen sehr gut in die Serie einfügt ohne Überhand zu nehmen.
In der Episode No One Takes Khaleesi's Dragons ist auch Michelle (Sutton Foster) keine wirklich relevante Geschichte gegönnt. Ihr Kampf um Kaffee ist mehr Slapstick als Story. Dass sich diese Geschichte auf einen Kampf um das neue Einkaufszentrum ausweitet, fühlt sich etwas an den Haaren herbeigezogen an. Vor allem da die Lösung, die das Ende der Episode aufzeigt, nämlich eine eigene Kaffeemaschine, nicht unbedingt ein Geniestreich ist. Michelle sollte zuzutrauen sein, selbst in einen Laden zu gehen und sich ein derartiges Gerät zu beschaffen.
Doch im Grunde ist es ein Kampf gegen das Alte, Überkommene in Paradise, gegen das sie ankämpft. Sie ist nach wie vor die Neue und das Neue wird in der Kleinstadt nicht gerade mit offenen Armen empfangen.
Einzig ihre überraschende Annäherung an Godot (Nathan Parsons) taugt zu einem interessierten Aufmerken. Was entwickelt sich denn da bitte? Bisher nicht viel, aber das wenige kommt überraschend und verspricht mehr.
Das Drama, ein Teenager zu sein
Sashas Rebellion zu sehen, tut mittlerweile nur noch weh. Dass sie zurückkehrt in die liebevollen, aber anspruchsvollen Arme von Madame Fanny steht außer Frage und es wäre auch sowieso nur ein kleines bisschen mehr spannend wenn ihr Cheerleader-Engagement nicht so furchtbar entwürdigend dargestellt würde. Doch immerhin ist es gut für ein paar Lacher und bietet Michelle Gelegenheit, sich als zukünftige Autoritätsperson in Szene zu setzen ohne mit dem erhobenen Zeigefinger anzukommen.
Viel interessanter ist hingegen die Entwicklung um Boo (Kaitlyn Jenkins). Gleich zwei Jungs haben es ihr angetan und am Ende der Episode steht sie ohne einen einzigen da. Sie ist schon erheblich gewachsen in der Zeit, die wir sie begleiten und dass sie auf Carl (Casey J. Adler) zugeht, obwohl ihre Freundinnen diesen für extrem uncool halten, zeigt auf spannende und humorvolle Weise wieder einmal wie schwierig es sein kann, ein Teenager zu sein.
Fazit
Die wirklich interessanten Geschichten spinnen sich mittlerweile um die Mädchen und mit Michelles Sprüchen im Sekundentakt und einigen, sorgsam eingestreuten Fanny-Szenen hat die Serie Bunheads ihren Weg gefunden.
Verfasser: Serienjunkies.de am Mittwoch, 15. August 2012(Bunheads 1x09)
Schauspieler in der Episode Bunheads 1x09
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