Bunheads 1x08

Blank Up, It's Time ist eine Episode, in der die meisten Figuren neue Facetten zeigen. Einiges war vorherzusehen, anderes trifft den Zuschauer unvorbereitet. Das macht sie zu einer leicht verstörenden Episode, doch die gewohnte Dichte an guten Sprüchen wird glücklicherweise trotzdem ohne Mühe erreicht.
Die große Rückkehr
Fanny (Kelly Bishop) ist wieder da! Und zeigt eine völlig neue Seite von sich und ihrem Leben. In den ersten Episoden der Serie Bunheads war sie geradezu überpräsent, alles schien sich nur um Michelle (Sutton Foster) und Fanny zu drehen. Dann wurde Fanny für eine kurze Zeit komplett aus der Serie genommen und der Zuschauer hatte Gelegenheit auch die jungen Tänzerinnen als Charaktere zu entdecken. Nun kehrt die Lehrerin als gemäßigte Figur zurück. Wir haben gesehen, dass die Tanzschule und die Dynamik der Serie auch ohne sie funktioniert.
Nun kann sie zurückkommen, ohne den anderen Figuren die Show zu stehlen. Um das sicherzustellen, wird der größte Punkt aus ihrer Präsenz, der ewige Streit mit Michelle quasi gestrichen. Die Wut hat sich gelegt und die beiden finden zu einer Art Freundschaft, besuchen gar gemeinsam ein Theaterstück.
Und die Wut und Kälte ihrer Figur wird auch auf eine weitere Art zurückgenommen. Michelle und der Zuschauer werden zur großen allgemeinen Überraschung damit konfrontiert, dass Fanny eine mehr oder weniger heimliche Fernbeziehung mit einem Pianisten führt. Und das schon seit mehreren Jahrzehnten. Gemeinsam mit Michael (Richard Gant, Deadwood, Men of a Certain Age) kann Fanny loslassen. Dass sie vor dem Fernseher zu Abend essen würde, kommt überraschend, dass auf diesem Fernseher dazu auch noch Baseball laufen würde, ist geradezu lächerlich komisch.
Natürlich sind Michelle und Fanny nach wie vor zu den meisten Themen verschiedener Meinung. Und das garantiert auch für die Zukunft genügend Witzfeuerwerke und Sprüchesalven, ohne den Blick wieder zu sehr auf die beiden zu begrenzen.
Dennoch wird sie durch Michaels Anwesenheit auch weicher. Sie nimmt gar einen Ratschlag Michelles auf und spricht Michael auf die Möglichkeit an, sich längerfristig zu sehen. Als Zuschauer darf man sich freuen, wenn Michael auf diesen Vorschlag eingeht.
Die Krallen der Vergangenheit
Michelle hat keine Zeit gehabt, um Hubbell zu trauern. Für sie war es nicht nur durch Hubbells Tod eine Zeit lebensentscheidender Veränderungen. Nicht nur der Umzug, Fannys Geldprobleme und die neuen Menschen um sie herum, Michelle hat in Paradise geradezu einen Kulturschock erlebt.
Dazu kam, dass ihre Mitmenschen, vor allem Fanny als Mutter und Truly als verliebte Ex-Freundin, einen viel größeren Verlust verkraften zu hatten. Ein bisschen war es, als wenn Michelle nicht das Gefühl hatte, das Recht erworben zu haben, um Hubbell zu trauern.
Und doch waren diese Gefühle die ganze Zeit über in ihr. Und das kommt nun heraus, wenn alle anderen langsam angefangen haben, weiterzugehen und nach vorne zu schauen.
Die Frage nach neuen love interests für Michelle ist eine heikle Sache angesichts der Tatsache, dass sie erst vor kurzem ihrem Ehemann verloren hat und dessen Mutter stets in ihrer Nähe ist. Doch es ist Fanny, die Michelle dazu drängt, einen Versuch mit dem Regisseur Conor (Chris Eigeman, Malcolm in the Middle, Gilmore Girls) zu starten.
Und dieses Zuvorkommen gibt Michelle umgehend zurück als sie Fanny sagt, dass sie an Hubbell gedacht hat. Nicht nur daran kann man deutlich erkennen, dass beide aufeinander achten und hier eine große Freundschaft dabei ist zu entstehen.
Die Rebellin
Auch Sasha (Julia Goldani Telles) zeigt eine neue Seite ihres Charakters, beziehungsweise eine neue Intensität ihres altbekannten Hangs zur Rebellion. Auch wenn die Umsetzung mit blau gefärbten Haaren etwas klischeehaft erscheint, ist ihr Verhalten wohl gut nachvollziehbar für so gut wie jeden, der die Pubertät hinter sich gebracht hat. Nicht alle Jugendliche können schließlich die Engelsgeduld von Boo (Kaitlyn Jenkins), Melanie (Emma Dumont) und Ginny (Bailey Buntain) aufbringen. Abgrenzung gehört zum Erwachsenwerden.
Doch wo wird das hinführen? Mit Sasha hat Fanny auch den Starnachwuchstänzer als Fred Astaire verloren. Wird sie ihren Prinzipien treu bleiben oder werden beide, Sasha und Fanny, aufeinander zugehen müssen?
Zarte Bande
Boo ist bisher schon des Öfteren über Probleme mit Jungs definiert worden. Ihre Vorliebe für Charlie tat geradezu weh zu sehen. Nun ist sie selbst diejenige, die sich herausnimmt, etwas Besseres zu sein und Carl (Casey J. Adler) zunächst von sich stößt.
Doch anders als sie selbst lässt dieser sich nicht in eine schüchterne Hülle zurückjagen, sondern geht ungeachtet aller Rückschläge munter weiter. Und dabei ist er zwar ein bisschen merkwürdig, aber überaus charmant. Dass Melanie und Ginny ihn verschrecken, wird die Liaison mit Boo hoffentlich nur herauszögern, denn mehr von diesem überaus interessanten Nebencharakter würde der Serie durchaus gut tun. Anders als Fannys Freudinnen oder das Barbesitzerpaar hat Carl bereits nach so kurzer Zeit einen ambivalenten Charakter, von dem noch einiges kommen kann.
Fazit
Es war nicht die stärkste, nicht die witzigste und nicht die ergreifendste Episode der Serie Bunheads. Aber von alledem hat Blank Up, It's Time genug zu bieten, um als überdurchschnittlich gut gelten zu dürfen. Vor allem war sie überraschend. Und führt den Zuschauer hin zu den Ereignissen der Zukunft.
Verfasser: Serienjunkies.de am Mittwoch, 8. August 2012(Bunheads 1x08)
Schauspieler in der Episode Bunheads 1x08
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