Bunheads 1x10

Das Sommer-Finale der Serie Bunheads bringt jede Menge Tanz, viele unterhaltsame Szenen, zündende Sprüche wie gewohnt und gleitet schließlich in ein Drama mit surrealen Elementen, die der Story gut stehen.
Ein idyllischer Beginn
Der Einstieg in die Epsiode A Nutcracker in Paradise bietet Idylle pur. Michelle (Sutton Foster) macht sich gut als Teil der Tanzschule: Sie stellt eine eigene Show auf die Beine, bringt Sasha (Julia Goldani Telles) zurück und organisiert eine Spenden-Party. Und sie geht nicht gerade demütig mit ihrem Erfolg um. Doch selbst auf der Suche nach Lorbeeren und Komplimenten bleibt sie sympathisch.
Ihre Ratschläge und Lösungsvorschläge funktionieren, sie bringt Boo (Kaitlyn Jenkins) auf den richtigen Weg, Carl (Casey J. Adler) zurückzugewinnen, und klärt die dicke Luft zwischen Ginny (Bailey Buntain) und Melanie (Emma Dumont). Und doch wäre es nicht Michelle, wenn sich nicht ein kleines Chaos-Element in jedem Erzählstrang verstecken würde. Bei Boo geht es noch gut, sie schrammt, Michelles Ratschlag folgend, nur knapp an einer Blamage vorbei.
Ginny und Melanies Arrangement, nicht über Charlie (Zak Henri) zu sprechen, ist von vorneherein zum Scheitern verurteilt und schlägt sich in einem hässlichen Streit nieder.
Der Weg ins Drama
Doch erst ihre Hilfe hinter der Bühne führt ins totale Desaster. Die Anzeichen darauf verdichten sich über die gesamte Episode. Alleine der Kuss mit Godot (Nathan Parsons) vor allen Gästen hätte in einer Kleinstadt wie Paradise in eine deftige Katastrophe führen können. Doch Michelle geht den ganzen Weg und zerstört die gesamte Showsaison für Fanny. Und treibt ganz nebenbei noch Fannys Freund Michael (Richard Gant) zur Flucht.
Dass Michelle Paradise nicht verlassen wird, zumindest nicht längerfristig, ist klar. Denn ohne diese Konstellation gibt es keine Serie „Bunheads“. Was also kann der Zuschauer aus der Katastrophe mitnehmen? In erster Linie ist es ein Fingerzeig auf die junge Generation. Denn das, was sie getan hat, ist vor allem in den Augen der Eltern unverzeihlich. Sasha, Boo und die anderen verzeihen ihr noch im Krankenhaus und möchten sie vom Bleiben überzeugen.
Interessant wird jedoch, wie sie ihr Verhältnis mit Fanny ins Reine bringt, wenn die Serie auf den Bildschirm zurückkehrt. Sie hat nicht nur ihre wirtschaftliche Grundlage gefährdet, sondern auch ihren Freund vertrieben.
Traumlösungen
Michelle, wieder einmal ziellos und vertrieben, gerät wieder einmal in eine Traumsequenz, wie wir sie schon einmal gesehen haben. Doch dieses Mal ist das Ende tröstlich. Und das ist Hubbells Verdienst. Dass die Serienmacher den toten Ehemann zurückbringen, überrascht. Vor allem, da die Handlung sich dieser Vergangenheit oft vehement verweigert hat. Stellenweise war nicht zu erahnen, dass Fanny und Michelle gerade einen großen Verlust erlitten haben, denn sonst hätten viele Lacher nicht stattfinden können. Nach allem ist es doch immer noch Comedy. Doch seit dieser Episode mit einem surrealen Einschlag, der gut funktioniert.
Hubbell (Alan Ruck) zeigt, wie sehr Fanny Michelle doch braucht, sie könnte die tanzende Tochter sein, die Hubbell nie sein konnte. Sie könnte das verschlafene Paradise auf den Kopf stellen und eine Veränderung ausmachen. Er zeigt ihr, dass sie genau das bereits getan hat, für die jungen Tänzerinnen.
Beziehungskram
Hinter dem Haupthandlungsstrang stehen in der Episode A Nutcracker in Paradise Beziehungsprobleme an zentraler Stelle. Boo zieht endlich einmal die bessere Karte und geht als Gewinner aus der Geschichte. Sie nimmt eine Chance wahr und gewinnt Carl für sich.
Anders geht es für Ginny und Fanny aus. Am Ende sind sie alleine. Und geben ihren Freundinnen die Schuld dafür. Doch die drängendste Frage dabei ist: Wie kann das sein? Charlie ist ein Teenager. Dass er sich zügig für das nächste Paar Beine interessiert, war ganz klar. Melanie die Schuld zu geben, ist nur auf Ginnys Hilflosigkeit zurückzuführen.
Doch was ist mit Michael? Kann Fanny jemandem hinterhertrauern, der nach dreißig Jahren verschwindet, weil sich eine Dahergelaufene falsch ausdrückt? Und das auch noch, ohne mit Fanny darüber zu reden und ihr die Chance zu geben, zu erklären, was wirklich in ihr vorgeht? Es sollte einzig und allein der Dramatik geschuldet sein, da Fanny nicht über das fehlende Geld in ihrer Kasse empört ist, sondern erst wütend wird, als sie von Michelles Rolle in der Michael-Sache erfährt.
Fazit
„A Nutcracker in Paradise“ ist ein furioser Abschluss für den ersten Teil der ersten Staffel Bunheads. Die Serie scheint nach wie vor ein bisschen auf der Suche nach dem richtigen Ton zu sein. Die zündenden Sprüche funktionierten von der ersten Minute an. Darüber hinaus sucht die Serie noch. Doch nicht erst mit dieser Episode hat sie Lust auf mehr gemacht. Das Sommerfinale zeigt alte Stärken und neue Seiten, die überaus vielversprechend sind.
Verfasser: Serienjunkies.de am Mittwoch, 22. August 2012(Bunheads 1x10)
Schauspieler in der Episode Bunheads 1x10
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