Blindspot 1x17

Die Blindspot-Episode Mans Telepathic Loyal Lookouts - die Anagramme werden mit wachsender Episodenzahl auch immer dämlicher - fängt genau dort an, wo uns Any Wounded Thief zurückgelassen hatte. Die gute Patterson (Ashley Johnson) halluziniert also immer noch ihren ermordeten Freund David (Joe Dinicol), dessen Schnitzeljagd zur Entschlüsselung eines weiteren Tattoos mit dem Kreuzworträtsel in der New York Times erst ihren Anfang genommen hat.
Thank you, space camp
Nachdem sie sich als Fassadenklettererin, Sherlock-Holmes-Jüngerin und Hobby-Astronomin betätigt hat, landet sie in den Fängen eines Wahnsinnigen, der sie auf dem Altar von Taurus opfern will. Das ist kein Zufall, sondern wurde von den (oder dem) Tatöwierer/-n genau so beabsichtigt - allerdings mit dem Hintergedanken, dass ein ganzes Team an FBI-Agenten hinter diesem Irren und seinem Bruder hinterherjagen würde, und nicht der liebenswerte Nerd Patterson alleine. In solchen Momenten beschwört das Autorenteam, wahrscheinlich unbeabsichtigt, das Nachdenken des Publikums über die Sinnhaftigkeit der eigenen Serienprämisse herauf.
Dagegen gibt es jedoch ein einfaches Mittel - die Episodengeschichte muss so schnell vorangetrieben werden, dass keine Zeit zum Überlegen bleibt. Und das ist hier definitiv der Fall. Bevor die Kavallerie anrücken kann - das FBI-Team ist alarmiert, weil Patterson in jahrelanger Tätigkeit nicht einmal zu spät oder gar nicht zum Dienst erschienen ist -, befreit sich die findige Puzzlefreundin selbst aus ihrer Schweigen-der-Lämmer-esken Gefangenschaft, nur um festzustellen, dass sie gar nicht im Keller des New Yorker Antiquariats festgehalten wird, sondern irgendwo im Wald.
So absehbar dieses Täuschungsmanöver der Kreativen auch gewesen sein mag, so effektiv hat es bei mir funktioniert. Es folgt eine wilde Verfolgungsjagd durch den Wald, wobei Patterson weiterhin von ihrem Geisterfreund begleitet wird. Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich mir nicht die Frage gestellt, ob das ein Grund ist, die Stirn in Falten zu legen - die sichtlich durchgefrorene und in heller Aufregung befindliche Patterson gibt dazu aber doch Anlass. Zum Glück machen Jane (Jaimie Alexander) und Weller (Sullivan Stapleton) der Hetzjagd bald darauf ein Ende.

Die anschließende Aufarbeitung, die sonderbarerweise keinerlei Therapiemaßnahmen für die kurzzeitig entführte Patterson beinhaltet, bringt hervor, dass der Bruder des Kidnappers seine Senatorenseele an einen Pharmakonzern verkauft hat, um die Morde seines Verwandten vertuschen zu können. Ziemlich komplizierter Plan - vielleicht wäre es einfacher gewesen, den Bruder einfach den Behörden zu übergeben. Damit hätte man sich den Tod vieler junger Frauen sparen können.
Just rolls off the tongue
Am Ende verabschiedet sich Patterson - dieses Mal wohl endgültig - von der „manifestation of your subconscious“. Es sind die letzten Worte von Gespenster-David, der es sich aber nicht nehmen lässt, seiner Verflossenen eine Möglichkeit neuer Liebe aufzuzeigen: FBI-Therapeut Dr. Borden (Ukweli Roach) soll der neue Auserwählte sein. Es gibt schlechtere Partien. Das denkt sich Kurt Weller wohl auch über Allison (Trieste Kelly Dunn), weshalb er seine neue alte Flamme zum Familiendinner einlädt.
Dort kommt es zur emotionalen Versöhnung zwischen Vater und Sohn - ein harmonischer Moment, der das nicht lange bleibt. Wenige Augenblicke später findet Kurt seinen Erzeuger ohnmächtig am Boden. Ob irgendetwas im Essen war? Was Janes Lieblingsessen ist, erfahren wir indes während ihres postkoitalen Rendezvous' mit Oscar (Francois Arnaud). Der übergibt ihr einige Bilder aus ihrer Kindheit mit Kurt, wodurch ihre Erinnerung angeregt werden soll. Die gemeinsam verbrachte Nacht, während der beide noch höchst angetan von den Fähigkeiten des jeweils anderen waren, bezeichnet Oscar gleichzeitig als „Fehler“, wodurch das will-they-won't-they-Feuer neuen Zunder bekommt.
Weniger spannend geht es im Handlungsbogen um Edgar Reade (Rob Brown) zu, der beschließt, sich nicht weiter erpressen lassen zu wollen. Die frischverführte Mayfair (Marianne Jean-Baptiste) weiht er in seine Geheimnisse ein; seine Kollegin Zapata (Audrey Esparza), die nun schon zum wiederholten Male ihre Hilfe angeboten hat, lässt er jedoch auflaufen. Ihre Story schreitet ebenso zäh voran wie seine, weshalb es wünschenswert wäre, dass aus ihnen beiden ein Team wird. Wie witzig das sein kann, lässt sich an seinem grandiosen Blick ablesen, den er ihr verpasst, nachdem sie offenbart hat, ein Astronomienerd zu sein: „I like stars.“ Bitte mehr davon!
Auf der nächsten Seite findet Ihr den Trailer zur nächsten Episode und die Auflösung des Anagramms im Episodentitel.

Trailer zu Episode 1x18: 'One Begets Technique'
Bedeutung des Anagramms im Episodentitel
Mans Telepathic Loyal Lookouts = In almost the last place you look
Daraus ergibt sich also ingesamt: Who Is Jane Doe? Taylor Shaw, the missing girl - or maybe not. Will the past cloud our eyes? Trust no one, suspect everyone, lift the curtain and unveil the mastermind. In case of emergency follow the instructions. Stay where you are. Find a secure line to contact your handler. Find what you need in almost the last place you look.
Verfasser: Axel Schmitt am Donnerstag, 14. April 2016Blindspot 1x17 Trailer
(Blindspot 1x17)
Schauspieler in der Episode Blindspot 1x17
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?