The Big Bang Theory 12x09

© zenenbild der „TBBT“-Episode „The Citation Negation“: Amy (Mayim Bialik) und Sheldon (Jim Parsons) erleiden einen schweren Rückschlag. (c) CBS
Fragt man einen Fan von The Big Bang Theory, wie die Nerdsitcom von CBS 2019 mit dem Finale ihrer zwölften Staffel enden soll, würden die meisten wahrscheinlich sagen, dass Sheldon (Jim Parsons) zum Abschluss den Nobelpreis gewinnen muss. Die jüngste Episode The Citation Negation (12x09) erteilt diesem Lebenstraum nun aber einen schweren Rückschlag. Amy (Mayim Bialik) und Sheldon, die die Idee eines superasymmetrischen Universums am Tag ihrer Hochzeit hatten, sind am Boden zerstört, obwohl man als Zuschauer die Hoffnung noch nicht ganz aufgeben will.
Ein geplatzter Lebenstraum
Es schien alles perfekt: Eine Idee, die ein Ehepaar am eigenen Hochzeitstag gebärt, muss nach allen Regeln des Fernsehens ein Geschenk des Schicksals sein. Doch für Amy und Sheldon kommt nun die große Ernüchterung, und das ausgerechnet, als der Fachartikel bereits so gut wie fertig ist. Nur noch das Schriftlayout und die Literaturrecherche muss nun erledigt werden. Da besonders die zweite Aufgabe eine enorme Fleißarbeit bedeutet, bitten sie ihren Freund Leonard (Johnny Galecki), dem sie beide am meisten vertrauen, ihnen zu helfen. Gemeinsam mit Howard (Simon Helberg) und Raj (Kunal Nayyar) macht dieser in der verstaubten Bibliothek schließlich die schockierende Entdeckung: Die Theorie der Cooper-Fowler'sche Theorie der Superasymmetrie wurde schon vor mehreren Jahrzehnten von russischen Physikern widerlegt.
Anfangs traut sich keiner der drei, Amy und Sheldon diese Entdeckung mitzuteilen, da sie wissen, wie sehr die beiden enttäuscht sein werden. Als moralisches Herz der Serie ist es am Ende selbstverständlich Leonard, der den Mut aufbringt und die schwere Bürde übernimmt. Und es kommt tatsächlich noch schlimmer als befürchtet: Sheldon erleidet einen regelrechten Wutanfall und fällt danach in eine schwere Depression. Als starker Part des Ehepaars versucht wenigstens Amy, die Fassung zu bewahren, aber, als Sheldon glaubt, ihr sei das alles einfach nicht wichtig genug, gibt auch sie dem Kummer nach.
Überraschenderweise gelingt es den Serienautoren, den Figuren authentischen Schmerz zuzuschreiben, der einem als Zuschauer durchaus wehtut. War der Nobelpreis bis dato bei The Big Bang Theory höchstens ein MacGuffin, fühlt es sich nun so an, als wäre ein wichtiger Charakter gestorben. Plötzlich wird klar: Das perfekte Ende der Serie ist in Gefahr, obwohl es aus Gründen des Realismus und des Respekts vor dieser hohen Auszeichnung vielleicht wirklich besser wäre, Amy und Sheldon die absolute Krönung ihrer wissenschaftlichen Karriere zu verwehren. Sicherlich könnten sie auch ohne die ultimative Anerkennung aus Stockholm ein glückliches und erfülltes Leben führen...

Dennoch: Uns stehen nur noch 15 Episoden von The Big Bang Theory bevor. Danach ist ein für alle Male Schluss mit der Serie, selbst wenn Young Sheldon noch ein Weilchen weiterlaufen wird. Soll heißen: Die Produzenten lenken allmählich auf die Ziellinie zu, auf der uns mindestens noch die Hochzeit von Raj und Anu (Rati Gupta), vielleicht eine Verlobung zwischen Stuart (Kevin Sussman) und Denise (Lauren Lapkus) und eventuell Nachwuchs für Leonard und Penny (Kaley Cuoco) erwarten wird. Sollte der Nobelpreis in der Tat nicht Teil des Serienfinales sein, wären sicherlich viele enttäuscht. Aber möglicherweise ist der Rückschlag ja auch nur der Beginn eines letzten großen Kampfes, der am Schluss dann doch belohnt wird.
Ehrgeiz in der Ehe
Dass derweil die Geschichte von Howard und Bernadette (Melissa Rauch), dem am längsten verheirateten Ehepaar der Serie, seit Jahren fertig erzählt ist - wahrscheinlich spätestens mit der Geburt des zweiten Kindes -, wird im Nebenhandlungsstrang der neuen Episode deutlich. Als Bernadette beobachtet, wie Howard an der Konsole daddelt, will sie auch mal ihr Glück versuchen und kann danach nicht auf sich sitzen lassen, dass es einfach Dinge gibt, in denen sie nicht gut ist.
Statt den Controller wieder aufzugeben und die Sache abzuhaken, wie es jeder normale Mensch tun würde, stürzt sie sich in ein manisches Verhalten, um ihrem Gatten eine Lektion zu erteilen, die eben lautet: „Ich bin in allem besser als du!“ In dieser leicht „emanzipatorischen“ Mission wird sie von Penny und Denise unterstützt, die beide deutlich talentiertere Gamerinnen sind als sie. Aber Bernadette wäre nicht Bernadette, wenn sie nicht weiter verbissen am Ball bleiben würde.
Ihr Triumph am Ende fühlt sich leider ebenso sinnlos an wie die Storyline an sich. Könnte vielleicht eine Scheidung noch mal für etwas Spannung im Hause Wolowitz sorgen? Mag sein, aber das will natürlich auch niemand so kurz vor dem großen Happy End der Serie. Das Ehepaar sollte sich in den letzten Folgen einfach etwas mehr im Hintergrund halten, um den anderen mehr Platz zu geben. Denn bei manchen Figuren könnte es durchaus noch einmal interessant werden...
„The Big Bang Theory" kehrt erst im Dezember wieder zurück auf Sendung bei CBS. Glaubt Ihr noch an den Nobelpreis?
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Verfasser: Bjarne Bock am Freitag, 16. November 2018The Big Bang Theory 12x09 Trailer
(The Big Bang Theory 12x09)
Schauspieler in der Episode The Big Bang Theory 12x09
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