The Big Bang Theory 11x13

© enny (Kaley Cuoco) und Sheldon (Jim Parsons) schmeißen eine Pizzaparty. (c) CBS
Zum Jahresauftakt vergangene Woche konnte The Big Bang Theory mit einigen frischen Ideen punkten. Doch die Kreativität scheint damit bereits voll ausgeschöpft zu sein, sodass die neue Episode, The Solo Oscillation (11x13), äußerst generisch wirkt - fast, als hätte sie eine künstliche Intelligenz geschrieben. Besonders unangenehm sind einmal mehr die musikalischen Versuche von Raj (Kunal Nayyar) und Howard (Simon Helberg).
I have a confession
Zu Beginn stellt die Episode eine Frage, die normalerweise seit Wochen hätte auf der Hand liegen müssen, mir persönlich jedoch nie in den Sinn kam, da einem die Figuren längst egal sind: Was macht eigentlich Sheldon (Jim Parsons)? Während sich die Serie früher nahezu pausenlos um seine beruflichen Ambitionen drehte, erfährt man inzwischen kaum noch etwas über seine Arbeit. Als Leonard (Johnny Galecki) ihn darauf anspricht, schaltet Sheldon sofort auf Verteidigungsmodus.
Erst Amy (Mayim Bialik) kann ihm dann entlocken, was ohnehin offensichtlich ist: Er steckt in einer Krise. Bei der dunklen Materie hat er sich scheinbar verrannt und nun weiß er nichts mehr mit sich anzufangen. Als Außenseiterin ohne den geringsten Verstand für Wissenschaft ist es schließlich Penny (Kaley Cuoco), die ihm zu helfen weiß. Sie erkennt, dass die dunkle Materie für Sheldon nur eine Art Notnagel war, obwohl sein Herz eigentlich der Stringtheorie gehört. Kurzerhand beschließt er, zu ihr zurückzukehren.
Das Problem: Die Stringtheorie ist kompliziert und steckt ebenfalls seit Jahren in einer Sackgasse. Doch auch da kann Penny Abhilfe leisten. Erneut ist es ihre Nonchalanz, die Sheldon letztlich dazu bringt, das Modell neu zu betrachten. Am Ende verkündet sie großspurig gegenüber Leonard und Amy, die indes ihre eigenen Experimente durchgeführt haben, dass sie beide das Problem nun gelöst hätten. Sollte dem tatsächlich so sein - natürlich nur im fiktiven Serienuniversum - könnte Penny tatsächlich noch vor ihrem Ehemann einen Nobelpreis gewinnen. Witzig wäre das ja irgendwie schon...

The Big Bang Theory tut immer gut daran, die beiden beliebtesten Figuren Sheldon und Penny zusammenzuwerfen. Ihre Chemie ist so berüchtigt, dass sie inzwischen auch in vielen anderen und sogar besseren Serien kopiert wird - man vergleiche zum Beispiel Eleanor (Kristen Bell) und Chidi (William Jackson Harper) in The Good Place. Dennoch sahen wir schon deutlich schönere Duette der beiden. Einen kleinen Bonuspunkt gibt es dennoch für das kurze Auftreten der grandiosen Laurie Metcalf, die dank „Lady Bird“ bald ihren hochverdienten ersten Oscar gewinnen könnte. Dass sie sich überhaupt noch herablässt, um hin und wieder Sheldons Mutter Mary zu spielen, ist ein wahres Wunder.
Sherlock around the clock
Während der erste Haupthandlungsstrang dieser Episode bei mir höchstens auf Gleichgültigkeit stößt, sorgt der zweite für echte Verärgerung. Kaum eine wiederkehrende Tradition von The Big Bang Theory ist in meinen Augen so nervig wie Rajs und Howards Amateurband „Footprints on the Moon“. Mit dem Liebessong „If I Didn't Have You“ bewies die Serie zwar bereits, dass sie durchaus in der Lage ist, gute musikalische Momente zu erzeugen, doch von „Thor and Dr. Jones“ kriegt man einfach nur Kopfschmerzen.
Natürlich ist Teil des Witzes, dass Raj und Howard weit weniger talentiert sind, als sie denken. Doch gerade die Texte der Lieder erfüllen mich so sehr mit Scham, dass ich am liebsten vorspulen würde. Die Ergänzung durch den Geologen Bert (Brian Posehn) kann dabei ebenfalls nichts retten. Genau wie das sich wiederholende Segment „Fun with Flaggs“ sollten diese Szenen, wenn es nach mir gehen würde, künftig einfach weggelassen werden. Wie wäre es eigentlich mal mit neuen Ideen?
Da die Episode sonst nichts zu bieten hatte, kann ich jedem nur empfehlen, Chuck Lorres Vanity Card diese Woche einmal genauer zu lesen. Der Serienschöpfer erzählt darin von seinem Einstieg ins Serienbiz, den er auf ein Gesetz Ronald Reagans zurückführt, das Unternehmen erlaubte, Werbesendungen für Kinder herzustellen. Durch diesen moralisch fragwürdigen Erlass sei eine große Nachfrage nach Fernsehautoren entstanden, wodurch er letztendlich einen Fuß in die Tür bekommen habe. Das heißt: Ohne Reagan hätte es The Big Bang Theory und Two And A Half Men vermutlich nie gegeben. Ein interessanter Gedanke eigentlich...
Der Trailer zur „The Big Bang Theory“-Episode „The Separation Triangulation“ (11x14): Verfasser: Bjarne Bock am Freitag, 12. Januar 2018The Big Bang Theory 11x13 Trailer
(The Big Bang Theory 11x13)
Schauspieler in der Episode The Big Bang Theory 11x13
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?