The Big Bang Theory 10x17

© aj (Kunal Nayyar) muss schweren Herzens seine kostbarsten Besitztümer an Stuart (Kevin Sussman) verkaufen. / (c) CBS
Die Episode The Comic-Con Conundrum setzt nahtlos fort, was The Big Bang Theory in der vorangegangenen Ausgabe, The Allowance Evaporation, angefangen hat: Der Junggeselle Raj (Kunal Nayyar) muss sich vom Reichtum seiner Eltern entwöhnen und lernen, auf eigenen Füßen zu stehen. Die erste Härteprobe ereilt ihn, als der Ticketvorverkauf für die San Diego Comic-Con 2017 vor der Tür steht und er nicht genügend Geld hat, um mitzubieten. Bleibt er am Ende stark oder bricht er seinen kalten Geldentzug vorzeitig ab?
How Bad Can It Be?
Letzte Woche applaudierte ich Raj für seine mutige - wenn auch längst überfällige - Entscheidung, sich von seinem reichen Vater abzunabeln. Doch schon da war mir klar, dass das Ganze nicht ohne Probleme vonstatten gehen würde. Ohne die Hilfe seiner Freunde hat Raj keine Chance. Sich beim Festziehen des Spargürtels aber ausgerechnet an den empathielosen Sheldon (Jim Parsons) zu wenden, halte selbst ich für übertrieben.
Er, der ja eh schon seit Jahren nebenberuflich Rajs Steuererklärungen macht, muss fortan jede finanzielle Transaktion seines Freundes absegnen. Damit begibt sich Raj von der einen Abhängigkeit in die nächste. Wie hart Sheldon urteilt, wird deutlich, als er Raj verbietet, zur Comic-Con zu gehen. Nur, wenn er das Ticket selbst bezahlen kann, dürfe er mitkommen. Für Raj bedeutet das, zusätzliche Nebeneinkünfte zu finden und seine Wertsachen zu verscherbeln.
In seiner Not wendet er sich sogar an Stuart (Kevin Sussman), der es sichtlich genießt, seinen bedürftigen Freund zu demütigen. So steckt er ihn zum Beispiel in ein Aquaman-Kostüm - Rajs meistgehasster Superheld -, um für den Comicbuchladen die Werbetrommel zu rühren. Stuarts Präsenz ist mal wieder ein klarer Verlust für die Episode. Die Art, wie er von der Clique behandelt wird und wie er wiederum Raj quält, ist alles andere als Sitcommaterial. Mich persönlich macht es traurig und wütend.

Vor allem in einer Episode, die sich hauptsächlich darum dreht, wie Freunde und Liebende versuchen, sich gegenseitig glücklich zu machen und dafür notfalls auch eigene Interessen zurückstellen, wirkt Stuart wie ein Fremdkörper. Howard (Simon Helberg) und Bernadette (Melissa Rauch) bieten Raj am Ende nämlich an, sein Ticket zu bezahlen, weil er ihnen in der Vergangenheit so oft mit dem Baby geholfen hat. Aus Bescheidenheit - letzte Woche für Raj noch ein Fremdwort - lehnt er jedoch ab. Und so verzichtet auch der Rest der Gruppe auf die Comic-Con. Nur Sheldon will sie eigentlich nicht missen, alleine fahren kommt für ihn aber auch nicht in Frage.
Hulk and She-Hulk
Wenn es einer der vier Freunde verdient hätte, die Comic-Con mitzuerleben, wäre es nach dieser Episode sicherlich Sheldon, womit sein finales Dilemma umso tragischer wird. Denn neben seinen Bemühungen, Raj finanziell über Wasser zu halten, steht er noch zwei anderen aus der Gruppe unterstützend zur Seite. Leonard (Johnny Galecki) und Penny (Kaley Cuoco) hilft er dabei, mehr Offenheit in ihre Ehe zu bringen - emotional, nicht sexuell.
Dass diese bitter nötig ist, zeigt sich, als sich beide durch Lügen in eine unangenehme Situation manövrieren: Penny bietet Leonard widerwillig an, ihn zur Comic-Con zu begleiten, um ihm einen Gefallen zu tun und Leonard flunkert, dass er sich darüber freuen würde, um sie nicht zu verletzen. Ihre Absichten sind also nobel, im Resultat schaden sie jedoch einander, was die Angelegenheit - wie Sheldon korrekt bemerkt - so ironisch macht. Sowas würde in der Beziehung zwischen Sheldon und Amy (Mayim Bialik) nie passieren, denn sie haben den Weg der Ehrlichkeit gewählt.
Welcher von beiden Wegen nun besser ist, vermag ich nicht zu sagen. The Big Bang Theory plädiert aber eindeutig für Offenheit. Doch auch Amy dürfte hin und wieder von Sheldons unbeschönigten Ansichten verletzt sein. Am Ende ist es wahrscheinlich, wie so häufig im Leben, eine Mischung aus beiden Herangehensweisen: Offenheit und Rücksicht. Trotzdem ist es nett, dass Sheldon und Amy den „richtigen Pärchen“ das eine oder andere beibringen können. Insgesamt hatte die Episode einige gute Ansätze, war am Ende aber doch eher durchschnittlich.
Sonstige Gedanken:
- Der beste Gag der Episode: Das „Where's Wolowitz?“-Spielchen auf der Comic-Con.
- Nach knapp zehn Jahren auf Sendung sind The Big Bang Theory auch die Ideen für die Episodentitel ausgegangen, anders lässt sich die Ähnlichkeit zwischen The Comic-Con Conundrum (10x17) und The Convention Conundrum (7x14) nicht erklären.
The Big Bang Theory 10x17 Trailer
(The Big Bang Theory 10x17)
Schauspieler in der Episode The Big Bang Theory 10x17
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?