The Big Bang Theory 10x14

The Big Bang Theory 10x14

Endlich verpasst The Big Bang Theory dem armen Astrophysiker Raj eine eigene Storyline, besonders spannend ist diese aber leider nicht. Sheldon fällt derweil ein Gerät in die Hände, das ihm dabei hilft, Menschen zu durchschauen.

Raj (Kunal Nayyar) hat alle seine Exfreundinnen versammelt, um seine Fehler zu analysieren. / (c) CBS
Raj (Kunal Nayyar) hat alle seine Exfreundinnen versammelt, um seine Fehler zu analysieren. / (c) CBS
© aj (Kunal Nayyar) hat alle seine Exfreundinnen versammelt, um seine Fehler zu analysieren. / (c) CBS

In der Episode The Emotion Detection Automation beugt sich The Big Bang Theory endlich dem Willen zahlreicher Kritiker und Zuschauer und widmet sich der lange Zeit vernachlässigten Figur Raj (Kunal Nayyar). Neue Erkenntnisse oder eine Entwicklung des Charakters kommen dabei jedoch nicht zustande. Und auf die obligatorische Sheldon-Show wollen die Macher auch nicht verzichten.

What are the reasons women reject Raj?

Warum hat Raj kein Glück bei Frauen?“, diese Frage steht im Mittelpunkt der Episode. Während der Rest der Clique längst glücklich liiert oder gar verheiratet ist, blieb der schüchterne Pullunderfan über all die Jahre single. Nun will er das aber endgültig ändern und schreckt dabei auch nicht davor zurück, sich bis auf die blanken Knochen zu blamieren.

Seine Idee: alle seine Exfreundinnen zu sich einladen, um sie als Fokusgruppe zu seinen größten Schwächen zu befragen. Und tatsächlich sagen sogar vier von ihnen zu (Lucy, Claire, Emily 1 und Emily 2), wenngleich sie kaum geahnt haben dürften, worauf sie sich da einlassen würden. Zur moralischen Unterstützung ist auch Howard (Simon Helberg) zugegen, der seinen Freund im Vorfeld zumindest darauf hinweist, wie bescheuert sein Vorhaben ist.

Doch was sind nun Rajs Schwächen? Wieso laufen ihm die Frauen allesamt davon? Seine Expartnerinnen meinen, er sei zu aufdringlich, zu bedürftig, zu eitel und obendrein ein Muttersöhnchen. Nichts, was wir nicht schon längst wussten. Was sollte das Ganze also? Tja, das haben sich die Autoren wohl selbst nicht so richtig überlegt. Offensichtlich ging es nur darum, ein paar alte Gesichter mal wieder zu zeigen.

Sheldon (Jim Parsons) kann durch ein Wunderwerk der Technik die Gefühle seiner Freunde lesen.
Sheldon (Jim Parsons) kann durch ein Wunderwerk der Technik die Gefühle seiner Freunde lesen. - © CBS

Besonders deutlich wird die völlige Planlosigkeit gegen Ende, als Howard und Raj nach dem Abschied der Damen darüber fantasieren, wie es wohl wäre, wenn sie beide ein Paar sein würden. Leichte homosexuelle Schwingungen zwischen ihnen sind seit jeher ein Running Gag der Serie, wobei sie in diesem Kontext ein ganz neues Level erreichen, da die beiden nur unter sich sind. Doch sollten die Autoren nicht gerade vorhaben, die Figuren in naher Zukunft zu outen, wäre es vielleicht klüger, auf diese Andeutungen zu verzichten, denn so wirken sie einfach nur verwirrend statt lustig.

Make up your mind

Der zweite Handlungsstrang dreht sich natürlich um Sheldon (Jim Parsons), der trotz seiner beachtlichen Fortschritte in Sachen Sozialverhalten und emotionaler Intelligenz in dieser Episode wieder irgendwo auf dem Stand der vierten Staffel zu sein scheint. Plötzlich fehlt ihm jegliches Geschick, auch nur die einfachsten Gefühle seiner Mitmenschen zu verstehen und so entschließt er sich, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Fortan schleppt er einen wundersamen Emotionsdetektor mit sich herum. Doch auch dieser kann nicht verhindern, dass Sheldon seinen Freunden auf die Nerven geht. Im Umkehrschluss nimmt er nun nämlich zu viel von ihrem Seelenleben auf. In diesem Fall enthüllt er etwa Leonards (Johnny Galecki) wahre Gefühle darüber, dass Penny (Kaley Cuoco) ihren vorbestraften Bruder Randall (Jack McBrayer) als Hausgast aufnehmen will.

Zugegeben: Ein paar lustige Momente brachte Sheldon mit seinem unhandlichen Apparillo durchaus zustande - wobei Sheldon sicherlich auch unterhaltsam wäre, wenn er einfach nur still dasitzen würde. Entschuldigen kann das seinen unerklärlichen Rückfall aber nicht. Wozu entwickelt man den Charakter denn überhaupt? Zumindest gab es am Ende eine nette kleine Szene mit Amy (Mayim Bialik), in der sie Sheldon erklärt, dass sie ihn genau so liebe, wie er ist. Insgesamt ist dies trotzdem wieder eine dieser Episoden, die einen mehr oder weniger ratlos zurücklässt.

Sonstige Gedanken:

  • Howard gehört also zu der Sorte Mensch, die ihre Chips auch nach dem ersten Abbeißen in den gemeinsamen Dip eintunkt. Will man mit so jemandem befreundet sein?
  • Mehr denn je hoffe ich, dass The Big Bang Theory sich bald wieder häufiger dem Thema Wissenschaft zuwendet und es in ein positives Licht rückt. Besonders in der Ära Trump, in der die globale Erwärmung scheinbar als Schwindel abgetan wird, sollte die Serie, die nach wie vor die beliebteste Amerikas ist, Verantwortung übernehmen und Zeichen setzen.

Verfasser: Bjarne Bock am Freitag, 3. Februar 2017

The Big Bang Theory 10x14 Trailer

Episode
Staffel 10, Episode 14
(The Big Bang Theory 10x14)
Deutscher Titel der Episode
Der Emotionen-Detektor
Titel der Episode im Original
The Emotion Detection Automation
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 2. Februar 2017 (CBS)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 3. April 2017
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Samstag, 6. Mai 2017
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Samstag, 6. Mai 2017
Regisseur
Mark Cendrowski

Schauspieler in der Episode The Big Bang Theory 10x14

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